Test - Aliens vs. Predator 2 : Aliens vs. Predator 2

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Aliens vs. Predator 2
Ein hübsches Kerlchen: unser Predalien.
Keine Angstgefühle mehr
Ein tieferer Blick ins Gameplay der neuen Missionen lässt über weite Strecken Enttäuschung aufkommen. Die beklemmende Atmosphäre, die vor allem aus der Sicht des menschlichen Helden das Hauptspiel auszeichnete, ist nahezu dahin. Statt dessen steht Kampfaction im Vordergrund und ihr bekommt es mit schieren Gegnermassen zu tun. So attackieren euch mehrere Alienwellen oder ihr müsst euch einen Weg durch ein halbes Dutzend Predators bahnen, was teilweise zu Frust führen kann. Da nutzen auch einige neue Monster, die ihr in den Außenlevels trefft, wenig, um die Motivation zu erhöhen. Zudem ist das Spawn-Verhalten der Gegner teilweise sehr unfair ausgefallen, denn oftmals brechen hinter euch aus bereits gesäuberten Stellen nochmals Gegner hervor und fallen euch in den Rücken oder erscheinen sogar mehr oder weniger aus dem Nichts.
Aliens vs. Predator 2
Der Predator in einem seiner Sicht-Modi.

Auch ist die KI der Gegner alles andere als überragend, mehr als einmal konnte ich Gegner beobachten, die unter Treppen festhingen oder munter stundenlang gegen eine Wand liefen. Da wäre weniger eine Menge mehr gewesen, weniger und dafür besser verteilte Gegner sowie eine stärkere KI hätten das Spiel atmosphärisch durchaus aufwerten können. Die guten alten Schreckmomente, in denen sich zum Beispiel ein dicker Schlauch bewegt, der im Dämmerlicht erst wie eine Alien aussieht oder ein Flimmern, wenn ein getarnter Predator irgendwo langhuscht, fehlen nahezu völlig und nehmen dem Add-on viel vom Reiz des Hauptspiels.

Erschwerend kommt hinzu, dass eines der Hauptelemente des Titels darin besteht, vor allem den Weg durch die großen Levels zu finden. Oftmals sucht ihr hier ewig nach einem kleinen versteckten Schacht, der euch endlich weiterbringt. Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad kommt da spätestens nach dem zwanzigsten Neuladen eines Spielstandes Frust auf. Auch bei den Multiplayer-Maps können die Entwickler keinen Oscar gewinnen, denn hier wurden zum Großteil alte Texturen verwendet und das Layout der Levels ist gerade mal Standard.

Aliens vs. Predator 2
Der Predator darf auch mal Monster jagen gehen.

Zum Abschluss noch ein Wort zur Präsentation: wie schon beim Vorgänger ist die Grafik sehr ansehnlich, gepaart mit einer stimmigen Beleuchtung und zumindest zum Teil schicken Charakteren und Skins. Bei den Animationen hakelt es hier und da, einige Söldner sahen dann doch so aus, als hätte es grad einen verdauungstechnischen Unfall in der Uniformhose gegeben. Die Soundkulisse besteht erneut aus einer recht gelungenen Musik- und Geräuschuntermalung, lediglich die an sich guten Dialoge leiden etwas unter teils unmotiviert klingenden Sprechern.

 

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Konnte 'Aliens vs. Predator 2' noch voll überzeugen, so wirkt 'Primal Hunt' eigentlich nur wie ein müder Abklatsch des Originals. Zwar sieht die Sache grafisch wieder einmal sehr überzeugend aus, jedoch kommen die Vorzüge des Originals, nämlich die beklemmende Atmosphäre und das gute Level-Design kräftig zu kurz. So verbringt ihr eure Zeit damit, Horden von Gegnern zu eliminieren oder euch mit Feinden abzuplagen, die unfair aus dem Nichts hinter euch erscheinen. Ansonsten rennt ihr herum und versucht, frustrierend gut versteckte Wege aus den Levels zu finden. Schade, das hätte man besser machen können.  

Wertung

  • PC
    73
    %

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