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10 Years After: Gothic - Special

Ich kann mich noch dumpf erinnern. Es war im Jahre 2000 (nach Christus, Anm. für Herrn Lohse) eine meiner ersten Aufgaben als frisch angestellter Redakteur bei Gameswelt (damals noch gamesweb), nach Bochum zu düsen und dort ein junges Entwicklerstudio namens Piranha Bytes zu besuchen. Ein deutsches Rollenspiel namens Gothic befand sich dort bereits seit drei Jahren in der Entwicklung und als alter Genre-Fan war ich natürlich megagespannt, was da auf mich wartet.

Ich war erstaunt, verblüfft und begeistert, denn ich hatte nicht damit gerechnet, dass im Ruhrgebiet ein Rollenspiel mit einem derartigen Umfang entsteht. Eine riesige Spielwelt, die dazu noch ungeheuer lebendig und authentisch wirkte. Dazu massig schräge Charaktere, raue Dialoge, ein namenloser Held, viele Entscheidungsmöglichkeiten und viele Freiheiten. Wir fieberten damals förmlich der Veröffentlichung entgegen, zumal Third-Person-Rollenspiele in der Form seinerzeit noch eine Seltenheit waren.

Der Aufstieg einer kleinen Legende

Im März 2001 war es dann endlich so weit und die Testversion traf bei uns ein. So begann unsere komplette Reise ins Königreich Myrtana, wo König Rhobar II regierte. Und wir uns als namenloser Niemand auf einer kleinen Insel namens Khorinis wiederfanden, von der es dank einer magischen Barriere kein Entkommen gab. Drei Lager, drei verschiedene Handlungsstränge und dazwischen eine Menge Möglichkeiten, Kämpfe und Entscheidungen. Ich habe diese Freiheiten genossen und geliebt, das Spiel x-mal durchgezockt.

Altes Lager, neues Lager, Bruderschaft. Diego, Lares, Cor Kalom. Das waren noch Zeiten. Auch wenn einen die etwas vermurkste Steuerung manchmal regelrecht zur Weißglut trieb. Und ein Aspekt dabei war, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Serie zieht: Bugs. Das hinderte uns aber nicht daran, den Erstling der Bochumer ordentlich abzufeiern. Die Suche des namenlosen Helden nach einem Platz in der Spielwelt bekam von uns verdientermaßen satte 89 Prozent.

Runde zwei: noch geht es aufwärts

Umso größer natürlich die Freude, dass alsbald ein Nachfolger geplant war, der allerdings nicht mehr bei Shoebox, dem Publisher des ersten Teils, erschien. JoWooD nahm den Titel unter seine Fittiche und manche behaupten, das wäre der Anfang vom Ende gewesen.

Gothic II setzte nur eineinhalb Jahre später die Geschichte des ersten Teils fort. Es ging wieder zurück auf die Insel Khorinis, diesmal zwar ohne Barriere, dafür mit noch mehr Orks. Die Insel selbst wurde kräftig umgebaut, blieb aber ungemein authentisch und lebendig. Wieder ist der namenlose Held unsere Spielfigur, diesmal geschwächt von den Ereignissen am Ende des ersten Teils. Das Grundprinzip des Spiels mit Fraktionen und Entscheidungsfreiheiten wurde beibehalten. Je nach Wahl der Fraktion (Miliz, Söldner, Novizen) ergab sich ein komplett anderer Verlauf der Geschichte. weiter...

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Kommentare zu 10 Years After: Gothic

  • Avatar von EliasR (Gast)

    Bestes Game ever

    Ich hab jetzt bis Gothic 3 alle Teile mit addons mods... min 3.mal durch und könnts immer noch zocken :D

  • Gothic ist schuld...

    ... nämlich daran, dass ich mir extra fürs Gothic 1 und 2 DNDR daddeln Win XP zugelegt habe. Dass ein Spiel mehr als 10 Jahre nach Erscheinen noch so fesseln kann, hätte ich nie gedacht. Daran können auch die Bugs nichts ändern.

  • Zitat
    Ich halte es für eine zu häufig geäusserte Konsensmeinung, dass Gothic III ein schlechtes Spiel (bzw. wie im Artikel bezeichnet - "der Untergang") gewesen sein soll.

    Lustig, denn ich höre in letzter Zeit immer öfter Sachen wie "Gothic 3 war doch gar nicht so schlimm" ... IMHO schiebt sich da nur dank etwas zeitlichem Abstand allmählich die rosarote Nostalgie-Brille vor die Linsen, denn Gothic 3 war tatsächlich ziemlich schlimm. Praktisch unspielbar in der Release-Version, dank Memory-Leaks, Abstürzen, korrupter Savegames und der Katastrophe, die man bei Piranha Bytes wohl als sogenanntes "Kampfsystem" bezeichnet hat. Die schwache Story hat dann unglücklicherweise auch nichts mehr gerissen... ja noch nicht mal die Grafik konnte wirklich überzeugen, wenn ich mich da an die ersten Bilder von Schrumpfkopf-Diego zurückerinnere, die mich schon erahnen ließen, mit welcher Qualität ich's da zu tun bekommen würde... :(

    Dass der Titel aus heutiger Sicht mit all den Patches durchaus etwas Spaß verbreiten kann, grenzt da schon fast an ein Wunder... aber dafür zeichnet eher die fleißige Community verantwortlich als denn Piranha Bytes oder Jowood.

  • Ich halte es für eine zu häufig geäusserte Konsensmeinung, dass Gothic III ein schlechtes Spiel (bzw. wie im Artikel bezeichnet - "der Untergang") gewesen sein soll.

    Mich hat es prächtig unterhalten und ich hstte nicht mehr oder weniger Bugs, als bei den meisten anderen PC Spielen. Zumindest ist es immer brav gestartet und nie abgestürzt. Das war schon mehr, als ich Bereich PC Games damals erwarten konnte.

    Richtig schlecht ist hingegen Arcania. Lieber den ein oder anderem Bug begegnen, als sowas zahnloses, uninspiriertes und steifes zu zocken.

  • Ja die ersten beiden Gothic-Teile waren ganz ordentlich. Risen eher etwas öde. Gothic 3 schrecklich. Rollenspiele wie The Witcher, Mass Effect 1 und 2 sowie Dragon Age Origins sind aber meines Erachtens die viiiiel besseren Rollenspiele.

  • Schau mal bei World of Gothic ... da gibts Faq für jede Version vpn Gothic und die Patches jeweils ;)

    Ansonsten lohnt es sich immer noch ein Windows XP über zu haben für ältere Games :)Kriegste eh für 10-15 € hinterhergeschmissen


    soviel erstmal:
    ich will unbedingt wieder Gothic 1&2 spielen, aber das macht mit Win 7 Probleme...vieleicht könnt ihr mal einen Artikel schreiben, der uns allen erklärt, wie es doch Möglich wird? So anlässlich des 10 Years After? :)

  • Ich war noch nie der große Rollenspieler und zu dieser Gothic-Zeit war ich auch noch Konsolen-only. Man hört immer nur von PC-Zocker dass Gothic immer das beste Rollenspiel aller Zeiten ist/war und alle heutigen sind so casual und schlecht. Mass Effect gilt ja afaik als Rollenspiel, und wenn ein Spiel einen solchen Rollenspielanteil hat genügt mir das eigentlich. Ich hab mal Drakensang angespielt aber da kann man so viele Werte ändern und Sachen "erlernen" dass es mir schon wieder zu viel war. Schließlich will ich zocken und nicht stundenlang in irgendwelchen Menüs rumklicken bis mir komplett die Lust vergeht.

  • der Artikel bekommt bis auf jeden Fall meine Unterschrift, aber ein paar Punkte möchte ich dazu sagen:

    1. Die Steuerung
    WEIL alle laut aufgeschrien haben, dass die Steuerung "gewöhnungsbedürftig" sei, wurde sie denke ich im 3. Teil geändert.
    Aber wer hat z.B. Gothic 1 und 2 mit Maussteuerung gespielt? Ich glaube PB fehlte nach DNdR das Selbstvertrauen an ihrer "gewöhnungsbedürftigen" Steuerung festzuhalten. Man konnte sich de facto sehr schnell an die Steuerung gewöhnen. Und dann tauchte man mit beiden Händen auf der Tastatur liegend in die Welt ein und war für Stunden gefangen.

    2.
    Das steht nicht im Artikel: Viele kritisierten, dass die Spiele zu schwer seien...dass es kein Levelcap gab und und und...
    Ein wichtiger Punkt, der Gothic toll machte waren die Dinge, die frustrieren konnten. Es gab keine Tutorials. Man konnte schon am ersten Gegner sterben. Man bekam was im alten Lager oder im Hafenviertel gnadenlos aufs Maul. Es war nicht leicht NICHT zu Boden zu gehen. Man musste sich der Welt anpassen. Man konnte nicht einfach die Welt erkunden, wie in Fallout oder Oblivion. Man wurde im Spiel von NPCs gewarnt, dass man nicht in den Wald gehen sollte und wenn man es tat: Selber Schuld. Die Zeit in der man gegen einen Wolf bestehen konnte würde noch kommen. Die würde einem nicht durch Levelcap in den Schoss gelegt werden.

    soviel erstmal:
    ich will unbedingt wieder Gothic 1&2 spielen, aber das macht mit Win 7 Probleme...vieleicht könnt ihr mal einen Artikel schreiben, der uns allen erklärt, wie es doch Möglich wird? So anlässlich des 10 Years After? :)

  • Teil 1 habe ich rauf und runtergespielt. Teil 2 ebenso (absolut genial). Der Dritte Teil konnte mich leider schon nicht mehr überzeugen. Ich habe es mir als CE gekauft (vorbestellt) und dann war es auf meinem PC durch die Bugs beinahe unspielbar. Ich habe es verkauft, ohne je das Ende des Spiels erlebt zu haben. Arcania war meine große Hoffnung, den auch Risen war für mich "nur ein gutes Spiel", aber kein Meilenstein. Nach dem Arcania nun mehr als Mist wurde, habe ich mit dieser Serie abgeschlossen. Sofern Piranha Bytes Risen 2 keine neue Aspekte verleiht, die das Spiel vom Rest der Welt abheben, werde ich mein Geld wohl eher in The Witcher 2 und Skyrim bzw. Dragon Age 2 inverstieren.

  • Schöner Artikel und va rückblick. Man, Gothic 1 und 2 damals - unbeschreiblich.
    Risen kann sich heute aber auch sehen lassen.

  • Ganz einfach: weil 10 Years After eine Serie ist und das Bild für die Serie steht.

  • Gut geschriebener Artikel, der einem aus der Seele spricht.

    Aber warum verwendet ihr dieses Pic für den Artikel auf der Frontpage? Jede Menge Cover drauf, nur kein Teil von Gothic.

  • BWL Heinis??

    Also wenn Risen einfach nur genauso einen Fortschritt wie damals Gothic 1 zu 2 macht, reicht mir das vollkommen. Etwas größere Welt, mehr Quests, die verschiedenen Handlungsstränge noch weiter ausbauen, usw. Eben einfach mehr von allem und alles etwas komplexer, einfach mehr Möglichkeiten. Vom Spielprinzip kanns 1:1 übernommen werden. Ist eigentlich genau das, was ich von dem Spiel erwartet habe.

    Nur bitte sollen sie sich mal ein bischen Hilfe holen für die Story. Gothic 1 hat mir in dem Punkt ja noch sehr gut gefallen, aber schon seit dem zweiten Teil sind die Geschichten einfach nur langweilig und vorhersehbar und ohne wirkliche Überraschungen.

  • BWL Heinis??

    Also als "BWL-Heini" muß ich dir sagen das Lizenzgeschichten wohl eher in den Bereich der Rechts-Heinis fallen ;)

  • Stagnation ist aber auch nicht das Wahre. IMO muss erst Risen 2 zeigen, ob PB auch wieder Fortschritte machen kann. Eine solide Plattform haben sie mittlerweile ja wieder - aber mehr auch nicht.

    Davon abgesehen würde ich PB auch mal raten irgendein anderes Projekt zu machen, einfach um mal frische Ideen zu bekommen und die Batterien aufzutanken. Ständig das gleiche zu entwickeln, laugt doch einfach nur aus.

Informationen zu 10 Years After

Titel:
10 Years After
System:
PC PlayStation 3 PlayStation 2 PSone Xbox 360 Xbox Wii Gamecube PlayStation Portable 3DS DS / DSi Game Boy Advance Mobile Dreamcast Game Boy Color N64
Entwickler:
gameswelt.de
Publisher:
gameswelt.de
Genre:
-
USK/PEGI:
- / -
Spieler:
Offline: - / Online: -
Release:
-
Off. Seite:
Watchlist:
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