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Preview - Yoshi and the Mysterious Book : Angespielt: Yoshis neuestes Abenteuer hat mich massiv überrascht

  • NSw2
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Kinderkram, Style over Substance, inhaltsleer – Nintendos grüner Dino musste sich schon viele Vorwürfe gefallen lassen. Sonderlich schwer fielen die Spiele mit Yoshi in der Hauptrolle tatsächlich nie aus, dafür waren sie immens kreativ und auch irrsinnig charmant. Diese Punkte treffen auch auf sein neuestes Abenteuer zu. Bei einer Previewsession in Frankfurt wurde ich aufgrund der Spieltiefe dann aber doch positiv überrascht.

Wie zu erwarten versetzt euch Yoshi and the Mysterious Book in das namensgebende Buch. Letztlich dient der Storykniff als kreativer Weg, euch in neue Levels zu werfen. Denn auf den Seiten von Enzo, so der Name des Wälzers, tummeln sich allerhand sonderbare Kreaturen. Diese inspiziert ihr mit einer besonderen Lupe und werdet so in ihre jeweiligen Habitate gezogen – die Levels des Spiels.

Neue Tricks und alte Skills

Nachdem ihr euch für eine Yoshi-Farbe entschieden habt, geht es auch schon direkt los. Solltet ihr jemals ein Yoshi-Spiel gezockt haben, fühlt ihr euch direkt wie zu Hause. Lange in der Luft bleibt ihr mit dem Flatterflug, außerdem verschlingt der Dino nahezu jeden Standardgegner gierig mit seiner langen Zunge. Geschluckte Unholde werden zu Eiern, die ihr anschließend auch durch die Gegend schleudert.

Der Schwanzschlag mag versaut klingen, ist aber Yoshis wichtigster neuer Skill im mysteriösen Buch. Dieser erlaubt nämlich, allerhand Kreaturen auf den eigenen Rücken zu schleudern und ihre Fähigkeiten zu nutzen. Eben diese zentrale Mechanik erlaubt unterschiedlichste Spielereien, die bei der Lösung von Rätseln gleichermaßen helfen wie beim allgemeinen Bezwingen der Levels.

Im von mir gespielten ersten und vierten Kapitel finden sich zwar einige Kreaturen in mehreren Habitaten, dennoch fühlte sich jeder Level einzigartig an. Denn Nintendo hat sich viele Fähigkeiten für die Viecher einfallen lassen, die teils sogar ineinandergreifen.

Beispielsweise gibt es eine Art Kröte, deren Kopf aber seltsam kreisrund und offen geformt ist. Sobald Yoshi sie auf seinen Rücken lädt, erschließt sich auch direkt wieso: Sie produziert eine Art Seifenblasenflüssigkeit, und durch Hin- und Herlaufen lasst ihr es damit ordentlich blubbern. Die so entstandenen Blasen nutzt ihr natürlich vornehmlich, um in ihnen in die Luft zu steigen.

Aber wenn ihr euch in Matsch wälzt, beeinflusst das auch die Seifenblasen. Das erhöht ihr Gewicht, wodurch sie absacken, Blätter auf dem Boden entfernen und euch einen Stern bescheren.

Fleißsternchen am laufenden Band

Denn neben dem eigentlichen Ziel eines jeden Habitats warten noch haufenweise Geheimnisse darauf, von euch entdeckt zu werden. Beispielsweise traf ich in einem Level auf den Quakmatz, eine Art Schnabeltier. Bei einem Sprung auf seinen Kopf singt er, je nach Farbe eine andere Note. Entsprechend gilt es in einem Level, eine bestimmte Melodie zu spielen, um einen Stern zu verdienen.

An anderer Stelle strotzt die Umgebung nur so vor Pusteblumen. Rennt ihr durch sie hindurch, verteilen sie sich und interagieren mit einigen Objekten in der Umgebung. Physikalisch mag es keinen Sinn ergeben, aber sie sorgen für Risse in Felsen. Durch eine beherzte Arschbombe zerstört ihr diesen anschließend und öffnet so neue Wege oder erhaltet eben einen Stern. Diese zählen letztlich als Währung, mit der ihr neue Kapitel freischaltet.

Eine Blume auf dem Rücken sorgt dafür, dass ihr Pflanzen erblühen lasst, was beispielsweise neue Sprungplattformen erschafft. Der Ebohr wiederum ist ein riesiges Wildschwein mit einem Bohrer als Nase. Auf seinem Rücken reitend stellt ihr euch Baby Bowser und Kamek, die in einer Art fliegenden Untertasse Bomben nach euch werfen, die ihr zurückschleudern müsst.

All die beschriebenen Systeme und noch einige mehr erlebte ich in nur eineinhalb Stunden mit Yoshi and the Mysterious Book. Die Komplexität des Spiels überraschte mich regelrecht, schließlich finden sich Physik-Spielereien und ähnlich komplexe Mechaniken nicht unbedingt in der Historie der Spiele mit dem grünen Dino.

Für die jüngere Generation eignet sich das Spiel aber trotz gesteigerter Komplexität weiterhin. Viele Challenges erledigt ihr quasi im Vorbeilaufen, und einen Game-Over-Bildschirm gibt es nicht. Egal, wie oft ihr getroffen werdet, Yoshi kippt nicht aus den Latschen.

Yoshis Charme bleibt unwiderstehlich

Zum Glück verzichtet Nintendo bei all den neuen Ideen nicht auf den typischen Yoshi-Charme, und der fängt schon bei den Namen der Kreaturen im mysteriösen Buch. Zwar dürft ihr ihnen eigene Bezeichnungen verpassen, aber warum solltet ihr so geniale Schöpfungen wie Susel Dusel, Schnappasit oder Ebohr annullieren?

Dazu gesellt sich die fantastische Optik, die irgendwo zwischen Wassermalfarben, Kreide und Wachsstiften perfekt zum Buch-Setting passt. Animationen wie Yoshis durchdrehenden Beine bei schnellem Rennen sorgten schon in meiner kurzen Zeit regelmäßig für Schmunzeln. Wie auch Yoshis angeekeltes Gesicht, wenn er die beschriebene Seifenblasenkröte fressen muss.

Zudem ist es eine helle Freude zu sehen, wie die Seiten des Buches sich füllen. Durch abgeschlossene Habitate öffnen sich neue. Beispielsweise scheucht ihr ein paar besondere Wespen auf, die schließlich andere Kreaturen aus ihrem Schlaf wecken, wodurch ihr deren Levels angehen dürft.

Fazit

Dennis Hilla - Portraitvon Dennis Hilla
Yoshis neues Kapitel könnte sein bisher bestes werden

Kreativität bei einem Nintendo-Platformer sollte mich eigentlich nicht überraschen. Im Fall von Yoshi and the Mysterious Book erwischte es mich dann aber doch kalt, wie viel physikalische Spielereien und hübsche Ideen sich darin finden. Schließlich punkteten die Spiele mit dem Publikumsliebling in der Vergangenheit eher durch ungewöhnliche Optik und damit verbundene Möglichkeiten. Ich begrüße den Ansatz aber in jedem Fall, und die einsteigerfreundliche Natur gerät dabei glücklicherweise nicht aus dem Fokus.

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So erlebte ich in meinen eineinhalb Stunden mit Yoshi and the Mysterious Book bereits so viele kreative Ideen und lustige Geheimnisse, dass ich es kaum erwarten kann zu sehen, was Nintendo noch so in petto hält. Das Spiel ist Nintendo-Charme in Reinform und eignet sich für jung gebliebene Fans von Jump-and-Runs sicherlich gleichermaßen wie für Familien samt Kindern. Seid ihr hingegen auf der Suche nach einem herausfordernden Platformer, werdet ihr hier wohl weniger glücklich – wobei ein paar Geheimnisse erstaunlich gut versteckt zu sein scheinen.

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