Special - WCG 2007: Interview mit E-Sportler Rolf Ueltschi : Special

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    Die World Cyber Games sind das Mekka jedes ambitionierten e-Sportlers. Nur wenige schaffen den Sprung an das grosse internationale Computerspiel-Turnier. Der Schweizer Rolf ’Rolfu’ Ueltschi ist einer davon – wir sprachen mit ihm über seine Erlebnisse auf der WCG 07. An der Meisterschaft in Seattle belegte Ueltschi den vierten Platz im X360-Rennspiel ’Project Gotham Racing 3’ und ist damit einer der erfolgreichsten Schweizer E-Sportler.

    Gameswelt: Hallo Rolf, stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor und erzähl uns, was du mit Videospielen am Hut hast.

    Rolf Ueltschi: Mein Name ist Rolf Ueltschi und ich komme aus Weissenburg, das liegt in der Nähe von Thun in der Schweiz. Ich arbeite für eine Schweizer Bank und befinde mich nach wie vor in der Weiterbildung. Nebst dem E-Sport mache ich auch gerne „richtigen“ Sport, nämlich Velo, Tennis, Joggen, Fitness und Schiessen. Mit fünf Jahren habe ich auf dem C64 angefangen zu spielen.

    GW: Frage Du hast die World Cyber Games 2007 in Seattle besucht. Wie muss man sich das vorstellen, wie läuft der Event aus der Sicht eines Teilnehmers ab?

    RU: Zuerst muss man sich in jedem Land für die National Finals qualifizieren um anschliessend in einem offline Turnier um den Platz im Nationalteam spielen. Erst dann geht’s an die WCG. Ich freute mich auf die WCG und natürlich auch, nach Seattle zu fliegen und die Stadt – wenn auch nur kurz – zu sehen. Gespielt wird in kleinen, abgesteckten „Arenen“. Die Zuschauer können die Spieler rundherum beobachten und die Spiele verfolgen. Laufend finden Spiele auf der Hauptbühne statt (die berühmten Kabinen) oder werden auf Leinwänden übertragen und kommentiert.

    GW: Du warst als Teil des Schweizer Teams auf der WCG. Welchen Kontakt hat man zu den anderen Teammitgliedern? Gab es auch einen Kontakt zu Teams aus anderen Ländern abseits der Turnier-Matches?

    RU: Meistens ist man mit dem Team aus dem eigenen Land unterwegs. Wenn möglich verfolgen und fiebern wir bei den anderen mit. Leider gibt es da immer Überschneidungen mit den eigenen Spielen.

    In meinem Game, also in ’Project Gotham Racing 3’, kannte ich vom online Spielen und trainieren die meisten Spieler. Mit meinem Teamkollegen aus Österreich war ich öfters unterwegs, wie auch mit dem kanadischen ’PGR3’-Fahrer.

    GW: Gratulation zu deinem vierten Platz im ’Project Gotham Racing 3’-Turnier! Wie hast du deine tolle Platzierung erlebt? Freust du dich im Nachhinein mehr über den vierten Platz oder ärgerst du dich, dass es ganz knapp nicht für die Top Drei gereicht hat?

    RU: Das war unglaublich. Als Aussenseiter habe ich die Gruppe gewonnen und den Europameister und späteren Weltmeister geschlagen. Im Viertelfinale gewann ich das 3. und entscheidende Rennen nur um eine Wagenlänge. Im Halbfinale hatte ich keine Chance gegen den amtierenden Weltmeister. Das Spiel um Platz 3 habe ich 2:1 verloren, war aber trotzdem zufrieden. Einzig bei der Siegerehrung war ich ein klein wenig enttäuscht.

    GW: Wie lange spielst du schon ’PGR3’ und wie hast du für die WCG trainiert?

    RU: Seit dem Xbox 360 Release im Dezember 2005. Damals haben ein Kollege und ich einfach online gespielt und gemerkt, dass wir doch sehr gut mithalten können. Für die WCG habe ich im Juni 2007 mit dem Training begonnen. Das Spiel und die Regeln waren die gleichen wie 2006. Ich war nach wie vor auf einem guten Level und so hielt sich der Trainingsaufwand mit ein bis zwei Stunden am Tag in Grenzen. Dies auch, da es in diesem Racing-Game kaum „Variablen“ (Set-Up, Strategie, etc.) gibt, also kein Vergleich mit vielen anderen Spielen, die auf der WCG gezockt werden.

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