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Preview - Wolfenstein: Youngblood : Doppelt killt besser!

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Das Ende von Wolfenstein II: The New Colossus ließ alle Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen. Dass die Nazis noch nicht am Ende sein würden, war sonnenklar. Doch statt die Geschichte direkt weiterzuführen, springt Wolfenstein: Youngblood ganze 19 Jahre in die Zukunft. Und damit gehen Veränderungen einher, die gänzlich neu für die altgediente Shooter-Reihe sind.

Ungeachtet ihres andauernden Kampfes gegen die Nazis in Wolfenstein: The New Order und Wolfenstein: The New Colossus fanden B. J. und seine Anya die Zeit, für Nachwuchs im Hause Blazkowicz zu sorgen. Rund 19 Jahre später sind aus Jess und Soph junge Frauen geworden. Doch ein normales Erwachsenwerden war den beiden nicht vergönnt – das macht der Beginn von Youngblood deutlich. Mama und Papa drillen die Zwillinge kräftig, um aus ihnen regelrechte Kampfmaschinen zu machen. Denn der Krieg gegen das Regime ist noch lange nicht vorbei!

Nach diesem Rückblick geht es schnell: Jess und Soph erfahren, dass ihr Vater verschwunden ist. Natürlich vermuten sie die Nazis als Drahtzieher hinter der Sache, zumal Papas letzte Spur ins besetzte Paris führt. Nach einem kurzen Briefing durch den dortigen Widerstand legen die Mädels los – und zwar gemeinsam. Wolfenstein: Youngblood ist anders als seine Vorgänger nämlich durch und durch ein Koop-Shooter.

Das betrifft nicht nur bestimmte Missionen, sondern die gesamte Kampagne. Seid ihr solo unterwegs, übernimmt die CPU die Kontrolle über eine der Schwestern. Wie gut oder schlecht das funktioniert, können wir noch nicht beurteilen, da wir bei der Anspielsitzung einen menschlichen Mitspieler hatten. Aber nicht nur dieser Umstand, sondern auch die anders aufgebauten Levels verändern das Spielgefühl im Vergleich zu den Vorgängern.

Ein bisschen größer

Zwar sind MachineGames auch beim dritten neuen Wolfenstein-Teil federführend, jedoch holten sie sich Verstärkung in Form der Arkane Studios. Die kennt man vor allem für ihre feine Dishonored-Serie. Die Reihe setzt auf ein offenes Leveldesign, das verschiedene Routen und Lösungsmöglichkeiten bietet. Dieses Mehr an Bewegungsfreiheit bringt das Team auch in Wolfenstein: Youngblood.

Die erste Mission der Story führt uns an Bord des Zeppelins Nachtfalter. Wer jetzt denkt, dass es ein ruhiger Einstieg wird, kennt Wolfenstein schlecht. Jess und Soph sind ganz klar die Kinder ihres Vaters: Gleich nachdem sie den ersten Soldaten zu zeitgenössischen Elektropopklängen umgebracht haben, startet die Action voll durch! Mit Pistole, Schrotflinte und Sturmgewehr ballern wir in den engen Korridoren des Luftschiffs reichlich Nazischergen über den Haufen.

Spielerisch gibt sich Youngblood so schnell und direkt wie die Vorgänger, bindet den neuen Koop-Gedanken aber konsequent ein. In einem der größeren Räume mit mehreren Feinden nutzen wir unsere doppelte Feuerkraft, um die Nazis von zwei Seiten zu attackieren. Während einfache Soldaten nach wenigen Treffern heftig blutend zusammensacken, braucht es bei dickeren Kalibern das Zusammenspiel der Zwillinge. Besonders deutlich wird das, als wir am Ende des Levels auf den ersten Boss treffen.

General Winkler steckt in einem Kampfanzug, der ihm besondere Kräfte verleiht: Er attackiert mit einem tödlichen Laserstrahl, verfügt über massig Panzerung und kann sich kurzzeitig fast unsichtbar machen. Frontale Angriffe sind wenig sinnvoll, also versuchen wir, abwechselnd seine Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen, damit der Partner ihm in den Rücken schießen kann. Die Taktik zeigt zwar Wirkung, aber dennoch liefert uns Winkler einen harten Kampf, den wir aus Zeitgründen leider nicht zu Ende bringen können.

Grafisch gefällt uns Wolfenstein: Youngblood richtig gut. Auflösung und Bildrate der PC-Version geben keinen Anlass zur Klage, sondern bringen die flotte Action ansehnlich und völlig ruckelfrei auf den Schirm. Besonders gelungen ist einmal mehr die in sich geschlossene Gestaltung der Spielwelt

Hier sind vor allem die teils lustigen, teils makaberen Plakate hervorzuheben, die sich auf den Zeitgeist der 80er-Jahre beziehen. Unter anderem entdecken wir Werbung für Reisekoffer, eine Mikrowelle namens Blitzhitze und einen Kassettenspieler, mit dem man sich laut Slogan die Reden des Führers immer wieder anhören kann. Apropos anhören: Die Soundkulisse überzeugt mit saftigen Schussgeräuschen, viel Soldatengeschrei und einigen gehässigen Sprüchen der Schwestern.

Wolfenstein: Youngblood - E3 2019 Gameplay Trailer
Bethesda hat im neuen E3-Trailer frische Spielszenen aus dem nahenden Wolfenstein: Youngblood präsentiert.

Gib mir Props!

Per geladenen Spielstand geht es ins zweite Level, die Straßen von Paris. Hier wird der zuvor erwähnte größere Umfang deutlich, der nach Angaben von MachineGames für eine Gesamtspielzeit von 25 bis 30 Stunden sorgen soll. Anders als im Luftschiff finden die Kämpfe nun sowohl auf offener Straße als auch im Inneren von Gebäuden statt.

Den erweiterten Spielraum brauchen wir auch, denn mit den mächtigen Dieselsoldaten kommt ein neuer Gegnertyp hinzu. Die schwer gepanzerten Elitekämpfer machen uns buchstäblich Feuer unterm Hintern und schlucken bei direktem Beschuss reichlich Kugeln. Wieder ist Zusammenarbeit die beste Taktik: Während unser Partner die Aufmerksamkeit der Hünen auf sich zieht, greifen wir hinterrücks ihre Schwachstelle an. Dank guten Zusammenspiels kämpfen wir uns diesmal bis zum Ende des Levels vor.

Generell ist Bewegung ebenso wichtig wie die Nutzung diverser Mauern, Säulen und Häuserecken als Deckung, denn viel stecken Jess und Soph nicht ein. Außerdem helfen in brenzligen Situationen die Spezialkräfte der Schwestern, darunter ein besonders kräftiger Stoß und kurzzeitige Unsichtbarkeit. Gerade Letzteres ist ideal, um einem nichts ahnenden Feind in den Rücken zu fallen.

Geht eine von beiden dennoch zu Boden, muss die andere ihr wieder aufhelfen – klappt das nicht vor Ablauf der Zeit, endet das Spiel. Damit es nicht dazu kommt, nutzen wir das sogenannte Props-System. Das ist so simpel wie effektiv: Verschiedene Gesten gewähren eine kurzzeitige Steigerung der Werte. Formen wir mit Zeige- und kleinem Finger beispielsweise das Metal-Symbol, erhöht dies die Rüstung unserer Schwester, was umgekehrt natürlich ebenso gilt.

Neue Props, Fähigkeiten und Waffenupgrades schalten wir über ein Fertigkeitenmenü frei. Dafür kommen allerdings keine Erfahrungspunkte zum Einsatz, sondern Silbermünzen, die wir überall in den Levels finden und von besiegten Feinden erhalten können. Einige Upgrades verstecken sich auch in Kisten, die genau wie bestimmte Türen nur gemeinsam geöffnet werden können. Streit um die Verbesserungen entsteht jedoch nicht, kommen sie doch beiden Geschwistern gleichzeitig zugute.

Zum Schluss stellt sich natürlich noch die Frage nach möglichen Schnitten in der deutschen Version von Wolfenstein: Youngblood. Dazu konnte Bethesda noch keine verbindliche Aussage treffen. Das uns vorliegende Bild- und Videomaterial verzichtet auf die einschlägigen Symbole. Ob das auch zum Release am 29. Juli so sein wird, bleibt vorerst offen.

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