Länderauswahl:
Du wurdest von unserer Mobile-Seite hierher weitergeleitet.

Test - Vietcong 2 : Vietcong 2

  • PC
Von  |  |  | Kommentieren

Pterodons erster Ausflug in den Vietnam-Krieg konnte durchaus mit spannenden Dschungel-Gefechten und guter Atmosphäre überzeugen. Nun legen die Entwickler in Zusammenarbeit mit den 'Mafia'-Machern Illusion Softworks nach und schicken euch im Sequel zu 'Vietcong' in die Geschehnisse rund um die Tet-Offensive. Zwar sind Shooter in Kriegsszenarien nichts Neues, aber schon beim ersten Teil war etwas mehr Taktik gefragt als bei den üblichen Baller-Orgien. Natürlich waren wir gespannt, ob uns ähnlich viel Spannung erwartet wie im Vorgänger.

Der Start von 'Vietcong 2' gibt sich dann auch gleich viel versprechend nach dem Intro, das wenig Fragen offen lässt, welches Szenario euch im Spiel erwartet. Diesmal übernehmt ihr die Rolle von Captain Daniel Boone und findet euch zunächst in einem Puff der vietnamesischen Stadt Hue wieder. Die Beorderung ins örtliche Hauptquartier beendet jedoch eure Vergnügungen. Auf dem Weg nach draußen habt ihr Gelegenheit, ein wenig mit den anwesenden GIs und Girls zu plaudern. Sollte uns hier etwa ein Kriegs-Shooter mit einer echten Story erwarten? Scheint fast so, denn nach dem Besuch im HQ geht es mit einem Journalisten im Schlepptau zum Tet-Fest im Jahre 1968, das nach einigen Gesprächen jedoch jäh von einem Angriff der Vietcong unterbrochen wird.

US-Army und Vietcong als Arbeitgeber

Doch der Schein trügt leider, was in den ersten Minuten nach einem story-orientierten Shooter mit NPC-Interaktion aussieht, entwickelt sich nach kurzer Zeit zu dem typischen Ablauf anderer Spiele des Genres. Sprich ihr absolviert Level für Level eure Aufgaben und erledigt dabei verschiedene, zumeist lineare Missionen, die durch ansehnliche Zwischensequenzen verbunden werden. Und um es gleich vorab zu verraten: Wer auf knackige Dschungel-Kämpfe wie im Vorgänger wartet, wird ebenfalls enttäuscht. Die Geschehnisse drehen sich im Wesentlichen nämlich rund um Hue, so dass ihr es diesmal eher mit dem Stadtdschungel zu tun bekommt – Straßen- und Häuserkämpfe stehen im Vordergrund.

Nach einem Teil der US-Kampagne, die etwa acht bis zehn Stunden in Anspruch nimmt, dürft ihr euch auch als Vietcong verlustieren. Deren so genannte Kampagne ist allerdings sehr kurz und fällt eher unter den Begriff Bonus-Mission, wenn auch eine vergleichsweise sehr gute. Dafür bietet – vorab gesagt – diese Vietcong-Kampagne quasi alles, was man in der US-Kampagne vermisst, von besserer Storyline bis hin zu offnerem Gelände und knackigen Dschungel-Kämpfen. Die Aufgaben entsprechen dem üblichen Niveau – erobere dies, verteidige jenes, rette die Kameraden oder schalte Sniper/Geschütz XY aus. Markierungen auf dem Kompass zeigen euch jeweils, wo ihr hinmüsst.

Rund um die KI

Während eurer Missionen erwarten euch natürlich etliche Gegner, die euch ans Leder wollen. Deren KI gibt ein recht gemischtes Bild ab. Häufig zu finden sind gescriptete und zuweilen unfaire Momente, an denen Gegner an bestimmten Stellen auftauchen. Allgemein verhalten sich die Gegner recht ordentlich und versuchen, euch aus der Deckung zu beharken, oftmals laufen die Vietcong aber auch ziemlich dusselig in der Gegend herum. Gefechtslärm sorgt mitunter auch dafür, dass sogleich die Verstärkung anrückt, speziell bei Kämpfen in Häusern. Dennoch sind die Kämpfe alles andere als einfach, insbesondere weil ihr schon nach wenigen Treffern ins Gras beißt und die Gegner sehr gezielt losballern, wenn ihr nur die Nasenspitze um die Ecke streckt. Wer hier meint, mit frontalem Ansturm etwas erreichen zu können, darf sich schnell die vietnamesischen Gänseblümchen von unten anschauen. Quicksaves sind begrenzt je nach Schwierigkeitsgrad, immerhin gibt es dafür relativ häufige Autosaves.

Zu bemängeln ist unter anderem die KI der eigenen Mannen, die trotz Aufgabenzuweisung per Command-Menü nicht selten ohne jede Deckung durch die Gegend stolpern, mitten auf den Feind zu rennen oder euch in Durchgängen vor den Füßen herumstehen. Auch der Ruf nach dem Sanitäter verklingt ab und an ungehört, nämlich dann wenn Wegfindung des lieben Herren scheitert. Das Command-System selbst bietet nur wenig Funktionen, wie "Gehe dorthin" mit Cursor-Zuweisung, "Schieße auf" und "Folge". Ein taktischer Anspruch mit euren virtuellen Kameraden wird aber durchaus geboten, Feuerschutz und Deckung sind meist fast schon ein Muss, wenn auch 'Brothers in Arms' dieses Konzept weitaus konsequenter und zugegebenermaßen auch interessanter verfolgt.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel