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Test - Vanquish : Action-Coitus-interruptus

  • PS3
  • X360
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Ein Feuerwerk für die Sinne sollte das jüngste Baby des Resident-Evil-Papas Shinji Mikami werden. Entstanden ist zumindest ein weiteres polarisierendes Werk der Platinum Studios wie das zu gleichen Teilen geliebte und gehasste Bayonetta. Vanquish als Action-Orgasmus zu bezeichnen, trifft den Kern der Sache nicht. Für die Befriedigung des Spielers reicht es nicht, einfach konstant Vollgas zu geben. Damit die energischen Phasen vollauf zur Geltung kommen, bedarf es Passagen, die die Ruhe vor dem Sturm spüren lassen. Ansonsten verschwimmt alles frühzeitig zum beliebigen Epileptikerschreck.

Dabei beginnt alles so vielversprechend: Im Vorspann erleben wir die stark inszenierte Zerstörung San Franciscos - natürlich durch böse Russen, was schon mal eine herrlich trashige Geschichte erwarten lässt. In dieser Hinsicht wird euch Vanquish nicht enttäuschen. Die Charaktere sind allesamt Klischees auf zwei Beinen mit einem Hang zur übertriebenen Selbstinszenierung. Tiefgang? Fehlanzeige! Aber wozu auch?

Der Schwerpunkt liegt ohnehin auf dem Schussknopf und möglichst vielen Explosionen. Nur scheinen die Platinum Studios das selbst nicht bemerkt zu haben, denn sie zelebrieren ihr unsinniges Story-Gespinst in viel zu vielen und fast ausnahmslos einen Deut zu ausführlichen Zwischensequenzen. Hinzu kommt, dass die optionale deutsche Synchronisation zum Stummschalten schlecht ist, was natürlich besonders während der Render-Sequenzen auffällt. Hauptcharakter Sam Gideon sieht aus wie ein Unterwäschemodel, klingt aber wie ein Biker mit Halsschmerzen nach 30 Jahren Dauerbesäufnis.

Das verstoßene Kind von Lost Planet

Auch spielerisch ist zu Beginn noch alles Eitel Sonnenschein: Das oldschoolige Dauergeballer mit dem konstanten Suchen nach der nächsten Deckung sowie die vielen verschiedenen Waffen mit Upgrade-Möglichkeiten überzeugen zunächst. Ebenso macht Gideons sehenswerter Spezialanzug, der sogenannte Augmented Reaction-Suit, Laune. Dieser besitzt nämlich eine nette Turbofunktion, mit der ihr bei Bedarf auf den Knien rutschend durch die Levels düsen dürft - auch treppaufwärts. Bis der Anzug überhitzt und ihr euch ein paar Sekunden lang wieder normal fortbewegen müsst.

Vanquish - Video Review
Was hat der Action-Titel Vanquish aus Fernost wirklich zu bieten? Wir sagen es euch in diesem Videotest.

Nehmt ihr beim Ausweichen Gegner aufs Korn oder sinkt eure Energie auf ein bedrohliches Niveau, versetzt euch der Shooter in einen Zeitlupenmodus zum genauen Anvisieren der bösen Buben. Doch sind die ersten Spielstufen geschafft, wird die Schießerei zunehmend fader. Auch, weil mit der Beherrschung der Spielmechanik und dank der generischen Roboterhorden immer mehr Gelegenheit bleibt, etwas genauer hinzusehen. Spätestens dann fällt auf: Vanquish fehlt vollkommen eine eigene Handschrift.

Euer väterlich strenger Waffenbruder Burns blickt die ganze Zeit so grimmig drein, weil er wahrscheinlich in einen anderen Deckungsshooter, der hierzulande indiziert ist, gar nicht erst reingelassen wurde. Von diesem ungenannten Titel kennt ihr auch das grundsätzliche spielerische Prinzip, das in Vanquish einfach auf den höchsten Gang geschaltet wurde.

Greifen die oftmals gigantischen Bosse ins Spielgeschehen ein, könnten vorbeilaufende Kollegen gar annehmen, man spiele gerade den neuesten Spross der Lost-Planet-Reihe. Spitzfindige Naturen mögen gar im Augmented Reaction-Suit des Helden einen verspielten Hybriden aus dem Crysis-Nanoanzug und Isaac Clarke aus Dead Space erkennen.

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