Test - Vambrace: Cold Soul : Schaurig-schönes Abenteuer

  • PC
  • PS4
  • One
  • NSw
Von Kommentieren

Die Entwickler von Devespresso Games wollen euch nach Spielen wie The Coma: Recut und The Coma 2 erneut mit einem düster inszenierten Abenteuer fesseln. Allerdings beschreiten sie diesmal einen anderen Weg, den ihr entweder lieben oder hassen werdet. Dazwischen gibt’s nichts.

Das verhältnismäßig kleine Team von Devespresso Games ist auf Spiele mit einer düsteren und ahnungsvollen Atmosphäre spezialisiert. Mit The Coma: Recut und The Coma 2 stellten sie das eindrucksvoll unter Beweis. Das just veröffentlichte Vambrace: Cold Soul setzt diesen Weg konsequent fort und ist doch in entscheidender Hinsicht anders.

Das ewige Eis

Ihr schlüpft in die Rolle von Evelia Lyric, der es als einziger Person möglich ist, die Stadt Icenaire zu betreten. Diese ist durch eine verfluchte Frostbarriere von der Außenwelt abgeschnitten. Dank ihrer besonderen Fähigkeit gilt Lyric als letzte Hoffnung im Kampf gegen den Schattenkönig, der Quelle des Fluchs.

Einen Preis für innovative Geschichten gewinnt Vambrace: Cold Soul mit dieser Einleitung zwar nicht, doch reicht sie aus, um ein ebenso bedrückendes wie faszinierendes Szenario für das Spielgeschehen auszubreiten. Schade nur, dass die Entwickler dieses Potenzial nicht voll ausschöpfen. Das liegt gar nicht mal daran, dass viele Dialoge nur in Standbildern präsentiert werden, sondern an den blassen Charakteren und den unterschiedlichen Handlungsfäden, die nicht so recht zusammenfinden.

Vambrace: Cold Soul - Announcement Trailer
Mit Vambrace: Cold Soul wurde nun ein neues Strategie-Adventure offiziell angekündigt.

Das Spielgeschehen von Vambrace: Cold Soul ist schon deutlich interessanter. Es fällt nicht leicht, den Titel einem bestimmten Genre zuzuordnen, da er zahlreiche Elemente miteinander vereint. So gibt es Teile, die an ein Adventure erinnern, während Kämpfe und die Erkundung der Welt eher klassischen Rollenspielen wie Final Fantasy & Co. entlehnt scheinen. Etliche Aspekte wiederum entstammen ganz eindeutig den aktuell populären Roguelike-Spielen. Kurzum: Ihr habt es mit einem Genremix par excellence zu tun.

Ihr zieht mit Evelia Lyric durch verschiedene Schauplätze, die jeweils nochmals in kleinere Abschnitte unterteilt sind. Prinzipiell ist es dabei stets eure Aufgabe, den Weg zum Ende zu finden, um dort dann einen Bosskampf auszutragen. Allerdings müsst ihr euch bereits vorher mit feindseligen Kreaturen wie Skeletten herumschlagen.

Das führt uns zum wohl wichtigsten Element des Spiels: den Kämpfen. Die laufen rundenbasiert ab, sodass alle Mitglieder der Gruppe nacheinander am Zug sind. Moment mal, welche Gruppe? Dazu kommen wir gleich, bleiben wir zunächst bei der grundlegenden Kampfmechanik. Jeder Charakter verfügt über eine Standardattacke sowie einen Spezialangriff, für den er jedoch eine gewisse Menge an Energie benötigt. Die baut ihr wiederum mithilfe eurer einfachen Attacken auf.

Sehr viel mehr hat das Kampfsystem nicht zu bieten, abgesehen davon, dass die Klassen in Nah- und Fernkämpfer unterteilt sind und entsprechend positioniert werden. Somit ist der Spielraum für taktische Finessen arg begrenzt, was unweigerlich ziemlich schnell ein Gefühl der Eintönigkeit aufkommen lässt. Das ist ziemlich schade, denn das Spiel hätte durchaus Potenzial für mehr Tiefgang gehabt – vor allem bei den Bosskämpfen, die nur minimal mehr Abwechslung bieten.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel