Preview - Uncharted 4: A Thief's End : Unerwartete Freiheit

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Wozu eine Vorschau über den vierten Teil einer Serie, wenn man sowieso schon weiß, wie das Spiel wird? Falsch gedacht: Naughty Dog gelang es, uns mit einem gerade einmal 20 Minuten kurzen Abschnitt tatsächlich zu überraschen. Ganze viermal begannen wir absichtlich von vorne, um alles noch einmal durchzuspielen – und in jedem Durchgang  entdeckten wir Neues. Uncharted 4: A Thief's End wird so wie erwartet und doch gleichzeitig anders als gedacht. Das klingt widersprüchlich, aber wir erklären es euch in den folgenden Absätzen.

Von der ersten Sekunde an erkennt man die typische Uncharted-Art wieder. Das beginnt schon bei der Rahmenhandlung. Naughty Dog stöberte mal wieder in den Geschichtsbüchern und grub einen gewissen Henry Avery aus. Der böse Junge war ein Pirat, der eine ganze Piratenflotte um sich sammelte. Sie hatten es – wie sollte es in einem Uncharted auch anders sein – auf einen großen Schatz abgesehen.

Mit diesem Ziel überfielen sie auf hoher See eine andere Flotte und teilten den neuen Reichtum danach unter sich auf. Laut Naughty Dog soll der erbeutete Schatz heute einem geschätzten Wert von 400 Millionen US-Dollar entsprechen. Kein Wunder, dass die beraubte Partei kurzerhand eine gigantische Menschenjagd auf Henry Avery startete. Doch Avery tauchte unter und ward niemals mehr gesehen …

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Von historischen Fakten zur Fiktion

An dieser Stelle knüpfen die Autoren nun für Uncharted 4: A Thief's End an. Das Problem ist nur: Nathan Drake hat sich zur Ruhe gesetzt. Er hat sich vom gefährlichen Abenteurerleben verabschiedet – bis plötzlich sein lange verschollener Bruder an seine Tür klopft. Angeblich hat er eine heiße Spur zu Averys Schatz. Das alleine würde wohl inzwischen nicht mehr reichen, um Nathan wieder in ein Leben voller gefährlicher Kletterpartien und Schusswechsel zu ziehen. Dass jedoch das Leben seines Bruders vom Finden dieses Schatzes abhängt, ist definitiv Motivation genug.

Es gibt nämlich noch eine feindliche Gruppe, angeführt von einem jungen Herrn mit reichlich Geldmitteln und einer Dame mit einer Armee unter ihrem Kommando. Diesen beiden sind wir in unserer Anspielsitzung nicht begegnet, aber den militärisch ausgerüsteten Handlangern durchaus. Zunächst galt es jedoch, überhaupt erst zu ihnen zu gelangen.

Uncharted 4: A Thief's End - 20 Minuten Gameplay von Michi
Unser Michi konnte das neue Uncharted 4: A Thief's End im Singleplayer zocken und er hat knapp 20 Minuten Gameplay mitgebracht.

Sind drei einer zu viel?

„10 – Die zwölf Türme“ heißt der Abschnitt, der uns in einen Jeep mitten in Madagaskar versetzte. Nathan am Steuer, sein Bruder sowie Sully ebenfalls an Bord und alle drei reichlich gesprächig. Die extrem gut geschriebenen und häufig amüsanten Dialoge zwischen Nathan und Sully aus den drei Vorgängern kennen wir ja bereits. Das ist auch in Teil 4 nicht anders. Nur mischt sich jetzt auch Nathans Bruder mit ein, und das ist ein Punkt, der uns noch etwas störte.

Vielleicht lag es daran, dass wir zu ihm noch keine solche Bindung aufgebaut hatten wie zu Sully, aber der große Bruder wirkte auf uns durchgehend wie das fünfte Rad am Wagen. Sully und Nathan amüsierten wie gewohnt mit ihren Wortgefechten, aber dazwischen drängten sich immer wieder kurze Sätze der dritten Stimme im Jeep und nahmen den Dialogen leider etwas den Biss. Mal abwarten, wie das im vollständigen Spiel wird. Schließlich bietet das Geschwisterpaar eigentlich eine Menge Potenzial für eine emotional mitreißende Geschichte. Naughty Dog wird den Untertitel A Thief's End sicher nicht unüberlegt gewählt haben.

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Wundervoll dreckig

Grafisch hat uns Uncharted 4 schon jetzt umgehauen. Scharfe Texturen, wunderschöne Panoramen, detailverliebte Charaktermimik – das sieht alles enorm gut aus. Hinzu kommen diverse Physikspielchen, wie beispielsweise der Schlamm, durch den wir in Madagaskar mehrere Male gebrettert sind. Das war gar nicht mal so einfach, denn ein Teil des Spiels besteht daraus, überhaupt erst den richtigen Weg zu finden.

Manchmal gilt es, zu schlammige Passagen zu umfahren, um weiterzukommen, oder einen Befestigungspunkt für die Seilwinde des Jeeps zu finden, um trotz des Schlamms auch schwierigere Steigungen zu bewältigen. Oder man mutzt die Seilwinde, um beispielsweise Brückenpfeiler einzureißen und auf diese Weise weiterzukommen. Die Entwickler geben sich offensichtlich Mühe, den Jeep möglichst perfekt in alle Spielmechaniken einzubinden. Wenn ihr wollt, könnt ihr damit sogar aufs Schlachtfeld rasen und Gegner umfahren, anstatt sie umzuballern.

Alternativ nutzt ihr die ausgebaute Stealth-Mechanik inklusive Verstecken in hohem Gras wie etwa aus Assassin's Creed IV: Black Flag bekannt. Ebenso an Ubisofts Meuchelserie erinnert hat uns der sogenannte Threat Indicator. Eine diamantenförmige Anzeige über den Köpfen eurer Feinde zeigt euch an, ob sie Verdacht schöpfen oder euch vielleicht sogar schon entdeckt haben. Damit ihr ihnen nicht blind in die Arme rennt, könnt ihr Gegner wie in Far Cry markieren. Wenn ihr weder aufs Schleichen noch auf die brachiale Jeep-Taktik steht, könnt ihr Uncharted 4 aber natürlich weiterhin wie einen klassischen Deckungsshooter spielen.

Fazit

Michael Zeis - Portraitvon Michael Zeis
Das Warten scheint sich zu lohnen

Zugegeben, mein erster Gedanke, bevor ich den Controller in die Hand nahm, ging eher in die Richtung: „Wird halt wieder ein Uncharted sein, was sonst?“ Gefreut habe ich mich trotzdem darauf, schließlich liebe ich alle bisherigen Teile der Naughty-Dog-Serie. Was ich nicht habe kommen sehen, ist der unübersehbare Drang der Entwickler, aus dem Uncharted-Korsett auszubrechen. Die unerwartete Freiheit, die neuen Rätselarten, der verstärkte Stealth-Faktor und viele Details zeigen das deutlich.

Selbst im vierten Durchgang entdeckte ich noch Neues, wie beispielsweise einen versteckten Schatz abseits des Hauptweges oder neue Details bezüglich der Spielmechanik. Uncharted 4: A Thief's End wirkt – zumindest in dem gespielten Madagaskar-Abschnitt – enorm hochglanzpoliert. Es spielt sich sehr rund und sieht bis ins kleinste Detail toll aus. Wenn dieser Eindruck auf das gesamte Spiel übertragbar ist und sich Nathans Bruder gut in die Riege der alten Figuren einfügt, erwartet uns ein heißer Anwärter auf den Spiel-des-Jahres-Thron.

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