Preview - Total War: Three Kingdoms : Game of Thrones: China

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten im alten China: Im Kampf um den Kaiserthron kommt es nicht nur auf taktisches Geschick auf dem Schlachtfeld, sondern auch auf Fingerspitzengefühl in der Diplomatie an. Beim Entwickler in London probierten wir Total War: Three Kingdoms erstmals ausführlich aus und erfreuten uns an der gewohnt starken Spielbarkeit und neuen Funktionen.

Jeder, der in den vergangenen 19 Jahren schon mal einen Total-War-Ableger in den Fingern hatte, weiß um die Detailverliebtheit, mit der Entwickler Creative Assembly zu Werke geht. Für Three Kingdoms bilden zwei Bücher die Grundlage: Die Geschichte der Drei Reiche (Englisch: Romance of the Three Kingdoms) von Luo Guanzhong, ein populärer historischer Roman über das China im zweiten Jahrhundert nach Christus, sowie Chroniken der Drei Reiche (Englisch: Records of the Three Kingdoms) von Shen Shou. Letzteres gilt als offizielle Aufzeichnung der historischen Ereignisse der damaligen Zeit.

Bei den Quellen kollidiert also vereinfacht formuliert Drama mit verbürgter Geschichte. Dem trägt Creative Assembly auch bei der Auswahl der Spielmodi Rechnung: Während ihr im Romance-Modus auf elf geradezu übermenschliche Generäle zurückgreift, verzichtet die Record-Variante auf derlei Übertreibungen und setzt auf mehr Realismus. Eure Aufgabe bleibt aber in beiden Spielarten gleich: Vereint das nach dem Fall der Han-Dynastie zerbrochene China und werdet der neue Kaiser.

Ganz so weit haben wir es beim Anspielen in London natürlich nicht geschafft, uns jedoch 30 Züge auf dem politischen Parkett Chinas ausgetobt. Als nobler Anführer Liu Bei befreiten wir das Land von dem Tyrannen Dong Thou und machten uns neue Freunde, aber auch viele Feinde.

Duelle, Belagerungen und Hunger

Wer nicht gerade ein großer Fan der Dynasty-Warriors-Serie ist, für den sind viele der Namen und Persönlichkeiten in Total War: Three Kingdoms natürlich böhmische Dörfer. Creative Assembly wählte das ungewöhnliches Szenario vor allem deshalb, weil es viel Raum für kreative Freiheiten bietet. In seinem Kern bleibt aber auch Three Kingdoms ein klassisches Total War. Euch erwarten also prunkvolle Echtzeitschlachten sowie Städte- und Provinzmanagement.

In der Proberunde besitzen wir zunächst keine Ländereien. Allerdings kann sich Liu Bei aufgrund seiner Verwandtschaft zur kaiserlichen Familie schnell auf alte Verbindungen berufen und auf der Karte rot markierte Gebiete der Han-Familie einverleiben. Doch bis es so weit ist, schlagen wir uns in der Provinz Dong zunächst mit Truppen der Gelben-Turban-Rebellion herum.

Im ersten Gefechten nehmen wir es mit einer kleinen Armee auf und schicken zunächst Kriegsmeister Zhang Fei in ein Duell. Generäle können andere Heerführer herausfordern und treten dann separiert von der Schlacht gegeneinander an. Der Vorteil: Geht euer Gefolgsmann siegreich aus der Schlacht hervor, kostet das eure Kontrahenten massiv Moral und ein Teil der gegnerischen Truppen zieht sich zurück. Im Romance-Modus nehmen es die Generäle problemlos mit einem ganzen Bataillon Soldaten auf, entsprechend sind gleich drei dieser mächtigen Krieger eine echte Waffe.

Im Verlauf entfaltet auch Total War: Three Kingdoms die typische Strategiespirale: Wir erobern erste Ortschaften, ziehen Steuergelder ein, rekrutieren Armeen und so wächst langsam das eigene Reich. Unsere Armee muss sich zwischendurch nicht nur ausruhen, sondern zieht auch im eigenen Gebiet Lebensmittel ab. Sobald ihr die Grenzen des eigenen Reichs verlasst, verbrauchen die Truppen Proviant. Das bedeutet: Ewig lange Märsche werden zur logistischen Herausforderung und auch das Belagern erfordert mehr Planung. Hungrige Soldaten kämpfen nämlich nicht besonders gerne.

Unsere Belagerung verläuft glücklicherweise erfolgreich und nachdem wir die Tore mit einem eigens gebauten Rammbock zerstört haben, halten wir die Stadt lange genug, um sie einzunehmen. Die Echtzeitschlachten wiederum spielen sich recht profan. Der Aufbau von Formationen geht nun etwas leichter von den Fingern. Zugleich funktionieren bekannte Taktiken wie Zangenangriffe mit berittenen Truppen weiterhin. Bogenschützen auf erhöhten Positionen richten mehr Schaden an, allerdings können wir Wälder nun auch in Brand setzen und so manchen Hinterhalt verhindern.

Wir müssen reden!

Eins sollte euch jedoch klar sein: Im Gegensatz zu früheren Teilen durchzieht Total War: Three Kingdoms ein dichtes Beziehungsgeflecht. Jede Figur besitzt ihre eigene Persönlichkeit und reagiert auf eure Aktionen. So mögen zwar Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei Brüder sein, mit den falschen Entscheidungen jedoch könnt ihr eure engsten Verbündeten in die Arme des Feindes treiben. Das Spiel nimmt zudem etliche Rollenspielanleihen: Die Generäle steigen im Rang auf und so schalten wir neue Fähigkeiten für sie frei. Darüber hinaus erobert ihr im Verlauf Bonusgegenstände, mit denen ihr eure Figuren ausstaffiert und damit verbessert.

Creative Assembly überarbeitete das Diplomatiesystem grundlegend. Die anderen Parteien melden sich bei euch immer wieder lautstark zu Wort. Die regelmäßige Kontaktpflege gehört daher zum guten Ton. Mithilfe des komplexen Auswahlmenüs schließt ihr etwa Friedensverträge oder trefft Handelsabkommen. Die übrigen Heerführer besitzen ihre eigene Agenda, sodass ihr immer wieder auch eure eigenen Belange im Hinterkopf behalten müsst. In der Proberunde etwa gewährten wir einem Verbündeten freies Geleit durch unsere Länder. Dummerweise nutzte er diese Erlaubnis aus und eroberte für uns überlebensnotwendige Bauernhöfe. Das Ergebnis: Wir mussten ihm den Krieg erklären.

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Die Figuren altern mit der Zeit sogar: Einer unserer Feldherren etwa wird zum General befördert, als er ins passende Alter kommt. Und als ein in die Jahre gekommener Verbündeter das Zeitliche segnet, erhalten wir seine Provinz als Erbe zugesprochen. Sehr schön: Wir können auch Spione entsenden, um Informationen zu sammeln oder unliebsame Mitstreiter aus dem Weg zu räumen.

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