Test - Ghost Recon Breakpoint : Testtagebuch, Teil 1: Gameplay, Missionen & Technik

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Innere Werte

Nach einer Weile haben wir uns mit den Menüs, der Verwaltung der vielen Aufgaben und der eigentlichen Steuerung des Charakters vertraut gemacht. Nun können wir uns richtig auf das Spiel einlassen, und ganz schnell werden die Stärken des Shooters offensichtlich. Unser Mix aus erhöhtem Schwierigkeitsgrad und reduzierten Bildschirmanzeigen sorgt im Solomodus für eine besondere Stimmung. Weil wir bereits nach zwei bis drei Treffern schwer verwundet oder gleich hinüber sind, nehmen Planung und Schleichen zentralen Charakter ein.

Weil das Spiel keine Grenzen setzt, nehmen wir uns mit zu niedrigem Level eine schwer bewachte Anlage vor. Hier gehen wir den konsequenten Stealth-Weg: Mit der Drohne kundschaften wir alles aus, markieren Gegner, merken uns ihre Laufrouten und gehen erst rein, als auch ein Plan für die Flucht fest steht. Das Ziel sind einige Dateien, die Zusatzinfos für eine der Nebenmissionen liefern.

Doch das gerät fast zur Nebensache, als wir im Rücken gepanzerter MG-Schützen um Ecken schleichen und im Schutze einiger Holzkisten herumkriechen, um nicht von Scharfschützen gesehen zu werden. Nach mehreren Anläufen, bei denen wir zu hastig waren oder auf die dumme Idee kamen, die Waffen sprechen zu lassen, gelingt es, die Daten zu bekommen und ungesehen zu verschwinden – ein tolles Gefühl!

Ghost Recon Breakpoint - What Makes a Ghost Live-Action Trailer
Im neuen Live Action Trailer zu Ghost Recon Breakpoint werden die Ghosts von den Wolves gejagt. Können sie ihnen entkommen?

Danach widmen wir uns einem Storykapitel. Die Geschichte um Cole Walker und seine Pläne entwickelt sich langsam und motiviert bisher zum Weitermachen, auch weil sie uns kreuz und quer über die Insel führt. Daneben gibt es die erwähnt riesige Anzahl von Nebenaufgaben, die teils ebenfalls eigene Geschichten erzählen. Wir verzichten dabei auf den Guided-Modus, der genau anzeigt, wo es als nächstes hingeht, und suchen anhand grober Angaben lieber selbst nach dem Ziel. Der eigentliche Ablauf ist dann oft gleich: Reingehen, Infos beschaffen, jemanden ausschalten oder irgendetwas zerstören. Die eigentliche Abwechslung bringen wir rein, indem wir im Team loslegen.

Mehr Ghosts, mehr Spaß

Solo ist Breakpoint, zumindest auf höheren Schwierigkeitsgraden, eine ruhige Angelegenheit. Vereinzelte Truppenverbände kann man durchaus aus dem Weg räumen, doch gegen mehrere Feinde zieht man im offenen Kampf schnell den Kürzeren. Für eine gesunde Mischung aus Action und Stealth empfiehlt sich der Koop-Modus. Bereits zu zweit entfalten sich viele Möglichkeiten, sowohl offensiv als auch defensiv vorzugehen.

Gemeinsam einen dicken Brocken zu erledigen oder ungesehen einen Stützpunkt zu infiltrieren macht richtig Spaß. Mit zunehmender Spieldauer stehen weitere Möglichkeiten wie der Schneidbrenner offen, mit dem Drahtzäune kein Hindernis mehr darstellen und wir uns eigene Eingänge schaffen. Alternativ springen wir aus dem Helikopter und landen direkt am Zielpunkt, hängen C4 an ein Fahrzeug und schaffen eine rollende Bombe, schalten alle Gegner im Nahkampf aus oder sabotieren die gegnerische Stromversorgung, um einen Außenposten lahmzulegen und im Schutze der Dunkelheit zuzuschlagen.

Weil vier Ghosts im Prinzip auf vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen zocken können, nimmt das Spiel eine Anpassung vor. Aktuell funktioniert die jedoch nicht immer reibungslos: Es kam mehrmals vor, dass wir entdeckt wurden und in Deckung sprangen, während unser Koop-Partner noch unbehelligt durch die Pampa laufen konnte. Insgesamt liefen unsere Sitzungen aber technisch sauber und ohne merkliche Lags im Hinblick auf Bewegungen oder Trefferabfrage. Jederzeitiges Ein- und Aussteigen gelangen im Koop ebenfalls völlig problemlos.

Die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Klassen müssen wir noch richtig auf die Probe stellen, doch bisher machen Sanitäter und Sturmsoldat einen funktionalen Eindruck: Der Sani heilt und trägt Kameraden schneller aus der Gefahrenzone, während der Sturmsoldat seinem Namen entsprechend ordentlich hinlangt und mehr einstecken kann. Panther und Scharfschütze nehmen wir uns als nächstes vor.

Schönes Inselflair

Grafisch überzeugt uns Ghost Recon Breakpoint. Wir spielen auf der PS4 Pro am 4K-Fernseher samt HDR. Zwei Modi stehen zur Wahl: Grafiktreue sorgt für bessere Kontraste, während Auflösung seinem seinem Namen gerecht wird. Abgesehen von Pop-ups, nachladenden Texturen und einigen Clippingfehlern sieht Auroa in beiden Einstellungen sehr gut aus. Dichte Dschungel, Sümpfe oder schneebedeckte Berghänge wirken organisch und vermitteln das gute Gefühl, in einer offenen Welt unterwegs zu sein. Dagegen fallen die Zwischensequenzen deutlich ab, weil Gesichter kaum animiert und darum fast ausdruckslos sind.

Der Sound gefällt mit guter räumlicher Abmischung: Es ist immer hörbar, aus welcher Richtung Fahrzeuge nahen oder Gegner auf uns feuern. Geht es rund, fühlen wir uns akustisch von dynamischen Waffensounds, Gegnergeschrei, Explosionen und Co. eingehüllt.

Zum Ende unseres Ersteindrucks seien noch die Mikrotransaktionen erwähnt. Man kann diverse Gegenstände gegen Echtgeld kaufen, darunter auch spielerisch relevante Dinge wie Erfahrungspunkte-Booster und Waffen. Das Angebot hält sich allerdings sehr im Hintergrund und wurde uns niemals aufgedrückt. Es ist da, kann aber getrost ignoriert werden.

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