Test - Ghost Recon Breakpoint : Finaler Test: Spielspaß gefunden, Lust verloren

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Greift zu, wenn...

… ihr Koop-Spiele mögt und nicht ohne Loot könnt.

Spart es euch, wenn...

… ihr ein Ghost Recon im alten Stil erwartet.

Fazit

Sascha Göddenhoff - Portraitvon Sascha Göddenhoff
Taktik trifft Loot – diese Mischung geht nicht auf

Es gibt einiges, was mir an Ghost Recon: Breakpoint gefällt. Vor allem im Team bieten mir die offene Welt und die flexible Missionsstruktur schöne spielerische Möglichkeiten. Dank zahlreicher Optionen entscheide ich selbst, wie anspruchsvoll der Kampf gegen Wolves und Walker sein soll. Am besten funktioniert das für mich in einer gesunden Mischung aus Stealth und Action, daher wäge ich immer ab, wann es rund gehen soll und wann ich mich besser schleichend fortbewege. Ich habe nach dem Spielspaß in Breakpoint gesucht und ihn gefunden.

Allerdings ist das eine permanente Arbeit, denn die positiven Elemente und guten Ansätze ersticken fast unter der Loot-Last, die Ubisoft dem Titel aufgezwungen hat. Die neuen Elemente wie Biwak, Verletzungen und Elitegegner sollten in der Theorie alles authentischer und fordernder machen, versinken letztendlich aber fast in der Bedeutungslosigkeit. Wenn ich Ballern und Loot von Ubisoft will, spiele ich das genau darauf zugeschnittene The Division 2.

Auch die Story konnte mich zu keinem Zeitpunkt mitreißen. Wie sollte sie auch, wenn ich in den Zwischensequenzen ständig schrecklich ausdruckslose Gesichter und schwache Animationen erlebe. Generell ist die technische Umsetzung des Spiels auf der Playstation 4 ziemlich durchwachsen. Nachladende Texturen und Objekte, extreme Pop-ups und festhängende Gegner nerven auch nach dem ersten großen Patch. Das ist schade, weil Auroa eigentlich viele Schauwerte besitzt, seien es dichte Dschungel, malerische Seen oder verschneite Berggipfel. Wenn das jedoch unmittelbar vor meiner Spielfigur aus dem Nichts auftaucht, geht die Stimmung ganz schnell wieder flöten.

Ein schlechtes Spiel ist Ghost Recon: Breakpoint trotz aller Kritik nicht, es leidet jedoch unter zentralen Fehlentscheidungen. Das finale Produkt verbindet wenig mit den vielversprechenden Ideen, die bei der Ankündigung im Mai präsentiert wurden. Dass der ursprüngliche Weg der bessere gewesen wäre, hat nach dem sehr negativen Feedback auch Ubisoft erkannt. Künftige Updates sollen das Spiel komplett umkrempeln und vor allem den Survival-Faktor hervorheben. Ob das tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Bis dahin stellt Ghost Recon: Breakpoint den gescheiterten Versuch dar, zwei Spielkonzepte zusammenzupressen, die einfach nicht harmonieren.

Überblick

Pro

  • viel spielerische Freiheit
  • offene und organische Welt
  • unzählige Missionen und Aufgaben
  • massig Personalisierungsmöglichkeiten
  • detaillierte Optionen für HUD, Steuerung usw.

Contra

  • unpassendes Loot-Konzept
  • Survival-Elemente ohne Auswirkung
  • oberflächliche Story
  • technisch durchwachsen (PS4 Pro)

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