Test - The Witcher 3 : Switch-Test: Wow, sieht das gut aus!

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The Witcher 3 ist ein riesiges Spiel. Im vom Krieg gezeichneten Velen, den Häuserschluchten von Novigrad und der Inselwelt von Skellige könnt ihr locker hundert Stunden und mehr verbringen. Auf gefühlt jedem Quadratmeter der Karte lockt eine per Fragezeichen verschleierte Lokalität mit Reichtümern, Gefahren und Quests. Unzählige vertonte Dialoge erzählen eine ebenso epische wie intime Geschichte, die weitaus näher an Game of Thrones als an Herr der Ringe ist.

Kein Wunder, dass die Switch-Version die Kapazität der Konsole bis auf das letzte Megabyte ausreizt. Eine SD-Karte ist Pflicht, wenn ihr in die Haut des legendären Geralt von Riva schlüpfen wollt. Es grenzt schon an ein Wunder, dass das Rollenspiel quasi 1:1 seinen Weg auf die Nintendo-Plattform gefunden hat. Mit einigen Abstrichen in technischer Hinsicht, aber spielerisch und atmosphärisch absolut ebenbürtig.

Auf dem TV-Bildschirm erreicht die Switch-Version von The Witcher 3 eine Auflösung von 720p, im Handheld-Modus müsst ihr mit 540p vorlieb nehmen. Da ich mir aber im Vorfeld voll und ganz darüber bewusst war, was mich erwartet, haben mich die grafischen Einbußen kaum gestört. Natürlich sind die Texturen unschärfer, die Details weniger zahlreich und die Panoramen nicht ganz so eindrucksvoll wie auf einem potenten PC. Aber das ist zu verschmerzen, denn schnell hat einen die immersive Welt wieder mit Haut und Haaren verschlungen. Wer die früheren Versionen nie gespielt hat, wird sich eh nicht sattsehen können. Lediglich das ständige Kantenflimmern ist und bleibt ein Ärgernis.

Dafür kommt auch die Switch-Version fast gänzlich ohne Ladezeiten aus. Einzig bei Schnellreisen wird euch eine kurze Zwangspause verordnet. Die Lichteffekte sehen nach wie vor sehr eindrucksvoll aus. Wenn man im Zwielicht durch die waldigen Landschaften reitet oder durch die Gassen Novigrads schlendert, vergisst man leicht, dass noch eine reale Welt außerhalb des Bildschirms existiert. Die vielschichtigen, gut geschriebenen und oft überraschenden Storylines tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei.

Wo andere RPGs mit immer gleichen „Sammle X und bring es zu Y“-Aufgaben die Spielzeit strecken, verbirgt sich bei The Witcher 3 hinter fast jeder noch so scheinbar banalen Quest eine interessante Geschichte. Die Welt und ihre Bewohner sind so glaubwürdig, dass ihre Schicksale nie egal oder lästige Pflicht auf dem Weg zum nächsten Level-up sind.

Auch das komplexe Fertigkeits- und Alchemiesystem mit seinen unzähligen Tränken, Giften und Mutagenen wurde auf der Switch zum Glück nicht abgespeckt. Nicht alles muss euch im Detail beschäftigen. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad sind sämtliche Gegner im Grunde auch ohne zusätzliche Präparation zu packen. Aber wer vollends in der Rolle des weißhaarigen Vagabunden aufgehen will – es heißt ja nicht umsonst „Rollenspiel“ – wird diese Möglichkeiten nicht missen wollen. Die Kämpfe gegen Bestien und Banditen laufen ruckelfrei ab, lediglich bei längeren Ritten im Galopp waren einige Einbrüche der Framerate zu verzeichnen. Die Menüs wurden an den kleineren Screen angepasst und überzeugen mit einwandfreier Lesbarkeit.

The Witcher 3: Wild Hunt - gamescom 2019 Switch Release Date Trailer
Ab dem 15. Oktober 2019 wird The Witcher 3: Wild Hunt offiziell für die Switch zu haben sein.

Auf der Switch hat The Witcher 3 die beiden großen Zusatzinhalte Hearts of Stone und Blood and Wine bereits mit im Gepäck. Beide Add-ons wären anderswo als eigenständiges Spiel durchgegangen und sind qualitativ auf einem sehr hohen Niveau. Hearts of Stone fasziniert mit denkwürdigen Missionen und den vielleicht besten Antagonisten der jüngeren Videospielgeschichte; Blood and Wine bietet mit Toussand einen neuen und überaus umfangreichen Schauplatz. Beide DLCs lassen sich auch unabhängig vom Hauptspiel starten. Sämtliche Inhalte sind zudem komplett ungeschnitten. Ja, auch die legendäre Einhorn-Szene.

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