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Preview - Super Meat Boy 3D : Angespielt: trotz 3D ist das immer noch Super Meat Boy im besten Sinne

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15 Jahre ist es her, dass wir als lebendiger Fleischklops durch äußerst tückische Levels gerannt und gehüpft sind, um unsere Freundin Bandage Girl aus den Fängen des bösen Dr. Fetus zu befreien. Edmund McMillen und Team Meat gelang mit Super Meat Boy ein riesiger Indie-Hit. Auf einen würdigen Nachfolger warten wir bis heute (der Auto-Runner Super Meat Boy Forever zählt nicht). 2026 ist Schluss mit dem Darben, Super Meat Boy 3D sei Dank. Ich konnte eine Demo anspielen und bin nun überzeugt davon, dass dieses Spiel Fans glücklich machen wird.

Es ist die gleiche “Geschichte” wie vor anderthalb Jahrzehnten: Dr. Fetus, ein Fötus in einem Glas, gehüllt in einen Anzug, entführt Bandage Girl, die Freundin von Meat Boy. Klare Sache, dass der Fleischwürfel mit Armen und Beinen nicht tatenlos bleibt, sondern die beiden verfolgt, um seine große Liebe zu retten. Mehr Story braucht ein Spiel wie Super Meat Boy 3D nicht. Denn ganz im Stil alter Arcade-Titel steht hier das Gameplay im Vordergrund.

Vertrautes Gameplay

Team Meat wirkt zwar an der Entwicklung von Super Meat Boy 3D mit, primär ist jedoch das Essener Studio Sluggerfly für den neuen Ableger verantwortlich. Ja, ihr habt richtig gelesen: Super Meat Boy 3D entsteht in Deutschland. Passenderweise haben die Ruhrpottler viel Erfahrung mit dem Genre, zeichnen sie doch für Hell Pie sowie Ben and Ed verantwortlich, beides ebenfalls 3D-Plattformer.

Die Demo zu Super Meat Boy 3D beweist bereits, dass Sluggerfly exakt weiß, worauf es bei einem solchen Spiel im Allgemeinen und Super Meat Boy im Speziellen ankommt: eine extrem präzise, eingängige Steuerung. Der eine oder andere mag im Vorfeld vielleicht die Befürchtung gehabt haben, dass das Spiel aufgrund der 3D-Grafik in dieser Disziplin schwächeln würde. Immerhin ist es sicherlich alles andere als einfach gewesen, das pixelgenaue Lauf- und Sprungverhalten von Meat Boy in ein dreidimensionales Abenteuer zu übertragen. Doch siehe da: Sluggerfly hat es geschafft.

Meat Boy steuert sich so präzise wie eh und je. Innerhalb der paar Tutorial-Levels, die die Demo enthält, bekomme ich beigebracht, wie ich sprinte, springe, dashe und Wall-Runs vollführe. All das geht auf Anhieb super von der Hand. Mit einem Controller spielt sich Super Meat Boy 3D fantastisch. Das Problem mancher 3D-Spiele mit Hüpfeinlagen, dass nur schwer abschätzbar ist, wo euer Charakter nach einem Sprung auf dem Boden aufkommt, umgeht Sluggerfly mit einer kreisförmigen Anzeige auf dem Untergrund. Gleichzeitig geht es sehr schnell in Fleisch und Blut über, an welchem Punkt ihr von einer Fläche abspringen müsst, um eine andere zu erreichen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Super Meat Boy 3D ein Spaziergang ist. Ganz im Gegenteil: Wie das Original erweist sich auch diese Fortsetzung als knallharte Geschicklichkeitsprüfung. Schon allein durch das Hinzufügen der räumlichen Tiefe steigt bereits der Anspruch. Sluggerfly hat sich das aber nicht zum Anlass genommen, die Levels weniger fies zu gestalten als im Vorgänger. Tiefe Abgründe, jede Menge rotierende Sägeblätter, Umgebungen voll von scharfkantigem Metallschrott und lebendige, sich bewegende Säurewürfel machen euch das Überleben schwer.

Eine Berührung mit einem der todbringenden Hindernisse oder ein tiefer Fall und ihr dürft den Level wieder ganz von vorne beginnen. Checkpoints? Gibt es nicht! Und so findet ihr euch schnell in der altbekannten Spirale wieder: Ihr scheitert oft an derselben Stelle, gebt aber nicht auf, versucht es immer und immer wieder, bis ihr auf einmal jene Passage überwindet, euch extrem freut … und euch dann am nächsten Hindernis aufreibt.

Aus großer Schwierigkeit folgt große Befriedigung

Eben weil die Steuerung aber so präzise ist, fühlt man sich stets motiviert, es erneut zu versuchen. Ihr müsst ja nur den Bogen rauskriegen, wie ihr springen, an einer Wand entlanglaufen oder euch fallen lassen müsst, um nicht als Gulasch zu enden. Die Levels von Super Meat Boy 3D, die ich gespielt habe, fühlen sich an keiner Stelle unfair an. Ich habe stets die volle Kontrolle über den freundlichen Fleischklops und jedes Scheitern motiviert mich dazu, es besser hinzukriegen.

Und wenn ihr euch mal erfolgreich durch einen Level manövriert, fühlt sich das enorm gut an. Dann entwickelt Super Meat Boy 3D den gleichen herausragenden Flow wie Teil 1. Nach Abschluss eines Levels belohnt euch das Spiel wie gewohnt mit einer Wiederholung, in der ihr euch nochmal all eure Versuche zeitgleich anschaut. Je nachdem, wie schwer ihr euch getan hat, seht ihr also mehr oder weniger Kopien von Meat Boy, von denen bis auf eine alle anderen nacheinander den Weg alles Irdischen gehen. Das ist nach wie vor eine sehr witzige und somit schöne Belohnung für den Erfolg.

Dabei will ich nicht unterschlagen, wie gut Super Meat Boy 3D aussieht. Klar, das Spiel ist keine Grafikbombe, aber hat einen unfassbar stimmigen Look. Es präsentiert sich sehr viel farbenfroher als der Vorgänger. Hier bewegt ihr euch nicht nur durch recht düstere Fabrikanlagen, sondern auch über saftig grüne Wiesen. Meat Boy und alle anderen Figuren sind flüssig animiert und sehr charmant gestaltet.

Auch auf optischer Ebene ist es Sluggerfly also vollkommen gelungen, Super Meat Boy in die dritte Dimension zu holen. Dazu kommt ein fetziger, treibender Soundtrack, der perfekt zur hohen Spielgeschwindigkeit passt. Er unterstützt dabei, in einen regelrechten Rausch zu versetzen, jeden Level in möglichst kurzer Zeit abschließen zu wollen, egal wie viele Anläufe ihr dafür benötigt.

Fazit

Jens Bremicker - Portraitvon Jens Bremicker
Gelungene 3D-Adaption des bewährten High-Speed-Plattformers für frustresistente Naturen

Klar, ich habe nur eine Demo von Super Meat Boy 3D gespielt und daher nur einen Bruchteil von den vielen Levels gesehen, die die fertige Version bieten wird. Ich kann aber voller Freude verkünden, dass die Basis, also Steuerung, Spielgefühl und Präsentation, ein Volltreffer ist. Auch in 3D ist Super Meat Boy ein sehr anspruchsvolles, aber auch enorm befriedigendes, spaßiges Jump and Run mit einer großen Prise Charme.

>> Top 10: Ein paar der schwersten Spiele, die es gibt <<

Die Rückkehr des Fleischjungen im nächsten Jahr könnte ein Must-have-Titel für alle Genrefans sein, sofern am Ende die Levels genügend Abwechslung bieten. Dann wird das Spiel über seine gesamte Laufzeit ein großer Spaß für all diejenigen werden, die nicht schon nach wenigen Fehlschlägen das Fleischermesser in die Spüle werfen.

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