Test - Super Mario Party : Guter Wurf!

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Nicht immer nur gegeneinander

Alle Bretter lassen sich auch in einem gesonderten Koop-Modus spielen, der an den Hauptmodus aus Mario Party: Star Rush angelehnt ist. Dort folgt ihr nicht vorbestimmten, mal abzweigenden Pfaden, sondern bewegt euch über ein Gitternetz auf den Stern zu. Hier wird allerdings mit einem anderen Spieler im Team gewürfelt, eure Zahlen addiert und dann frei über das Feld gelaufen. Münzen und Items werden gemeinschaftlich genutzt. Ansonsten bleibt das meiste wie gehabt, mit der Ausnahme, dass ihr genau auf dem Sternenfeld landen müsst, statt es nur zu passieren.

Trotz mehr Bewegungsfreiheit läuft der Koop-Modus wesentlich gestraffter ab als der Partymodus, da mehr auf dem Bildschirm passiert. Auch funktionieren einige Elemente der Bretter anders. Besonders hervorzuheben ist dieser Modus aufgrund seiner eigentlich ähnlichen Spielweise nicht, aber er funktioniert sicher besser, als würde man kooperatives Gameplay in den Standardmodus oder – schlimmer noch – in ein Fahrzeug zwängen wollen.

Der wesentlich spannendere Koop-Ansatz ist der Raftingmodus, in dem ihr zu viert in einem (nicht ganz) knallroten Gummiboot sitzt. Jeder nimmt ein Paddel, ergo einen Joy-Con, in die Hand und man rudert gemeinschaftlich verzweigte Stromschnellen hinab. Nur abgesprochenes Rudern führt in die gewünschte Richtung, was umso deutlicher wird, wenn ihr mit der KI in einem Boot sitzt, die nahezu willkürlich das Paddel durchs Wasser zieht und euch immer wieder gegen Felsen rammen lässt, als wollte sie eine Low-Budget-Version von Titanic nachstellen.

Unterwegs nehmt ihr Kurs auf rote Ballons, die ein Koop-Minispiel auslösen. Je besser zusammengearbeitet wird, desto größer der Zeitbonus für die weitere Fahrt. Da ihr unterwegs einige Ballons trefft, fällt sehr deutlich auf, dass die Zahl dieser kooperativen Spiele sehr gering ist und sich oft ein baldiges Wiedersehen einstellt. Abgesehen davon ist dieser Modus aber eine wirklich witzige Idee, die wir in einer Version, die ihr Potenzial besser ausschöpft, gerne wiedersehen würden.

Zu guter Letzt findet sich auf dem Party Plaza, der als begehbares Hauptmenü fungiert, das Spielzimmer. Hier werden kleine Spielereien angeboten, in denen eure Konsolen ohne Dock auf interessante Weise miteinander verbindet. Durch einen Wisch von einem Switch-Bildschirm zum anderen wird den Konsolen zunächst klargemacht, in welcher Relation sie zueinander stehen. Anschließend finden zum Beispiel kurzweilige Panzerschlachten in verwinkelten Arenen statt. Mehr als ein kurzer Zeitvertreib zwischendurch sind die Games aufgrund geringer Spieltiefe aber nicht.

Quadratisch, praktisch, aber auch gut?

Super Mario Party macht so vieles wieder richtig und erzeugt das Gefühl von früher, doch ein Aspekt macht dem glorreichen Comeback einen Strich durch die Rechnung. Damit meinen wir nicht die fehlende Möglichkeit, die herkömmlichen Modi online zu spielen, sondern die Anzahl und Größe der eigentlichen Stars von Mario Party: der Spielbretter! Sie waren früher zusammen mit den neuen Minispielen überhaupt erst der Grund, ein weiteres Mario Party in die Spielesammlung aufzunehmen.

Super Mario Party bietet gerade einmal vier Bretter. Zum Vergleich: Mario Party 6 hatte zwei mehr, so wie viele andere Teile. Das alleine wäre noch kein Beinbruch, wenn die Brettgestaltung nicht einige Defizite aufweisen würde. Die Bretter sind im Vergleich zu früher sehr klein und nahezu quadratisch. Versteht uns nicht falsch, sie spielen sich trotzdem spaßig, da jedes sehr detailliert gestaltet ist und individuelle Mechaniken hat. Aber nach wenigen Zügen habt ihr das meiste davon schon gesehen.

Super Mario Party - gamescom 2018 RedCube Gameplay Demo
Auch das kommende Super Mario Party für die Switch wurde in einer RedCube-Sendung zur gamescom ausführlich thematisiert.

Frühere Teile integrierten das Brett in ihre Umgebung, führten die Figuren über Baumwipfel oder durch eine Fabrik. Aus einer Umgebung wurde ein Brettspiel gemacht. Super Mario Party hingegen setzt buchstäblich ein Brett in ein jeweils anderes Szenario. Das ist zusammen mit der geringen Anzahl der Bretter sehr schade. Möglicherweise wird Nintendo das Spiel wie Mario Tennis Aces längerfristig mit neuen Inhalten, also Charakteren und (umfangreicheren) Spielbrettern, ausstatten.

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