Test - Steelseries Sentry Gaming Eye Tracker : Alles fest im Blick

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Während Bewegungssteuerung sich in der Branche mit der Wii und Kinect etabliert hat, handelt es sich bei Sentry um ein Nischenprodukt, nämlich den ersten für Endverbraucher entwickelten Eye-Tracker. Der entstand in Zusammenarbeit mit Tobii Tech, einer Firma, die bereits im Bereich der medizinischen Eye-Tracking-Technologie Erfahrungen gesammelt hat. Das mithilfe professionellen Know-hows entstandene Gerät scannt die Augen 50-mal in der Sekunde, wodurch Bewegungen äußerst präzise und verlässlich gemessen werden. Klingt interessant, doch lohnen sich die rund 170 Euro für das Gadget?

Sentry von SteelSeries ist in einer schmalen schwarzen Box verpackt. Darin liegen neben dem Eye-Tracker ein recht kurzes USB-3.0-Kabel, zwei magnetische Befestigungsstreifen und eine knappe Montageanleitung. Weitere Gebrauchshinweise werden ausschließlich online bereitgestellt, ebenso wie die zum Betrieb benötigte Software.

Einfache Montage

Die Montage ist erfreulich einfach. Dafür muss die Schutzfolie von einem der beiden Magnetstreifen entfernt werden. Anschließend wird das dezente Stück mittig am unteren Bildschirmrand befestigt, wo es zumindest auf schwarzem Material kaum auffällt. Auf der Oberseite befindet sich eine kleine Aussparung, die Sentry in Position hält. Je nach Gebrauch kann die Leiste also unkompliziert entfernt und wieder an der richtigen Stelle angebracht werden. Das beiliegende USB-Kabel sollte für die meisten Gelegenheiten reichen, an unserem Test-PC hätte es allerdings gut 5 bis 10 Zentimeter länger sein können.

Sobald das Gerät angeschlossen wird, leuchtet die Leiste an drei „Augen“ rot auf. Mit der zugehörigen Tobii-EyeX-Software lässt sich Sentry unkompliziert konfigurieren. Dabei muss nur ein leuchtender Punkt mit den Augen verfolgt werden. Es stehen Optionen zur Verfügung, in denen angegeben werden kann, ob nur ein Auge erfasst werden soll oder ob beispielsweise eine Brille getragen wird. Letzteres bereitet dem Tracker selbst mit dicken, schwarzen Gestellen keine Probleme. Außerdem können mehrere Nutzerprofile mit unterschiedlichen Konfigurationen gespeichert werden.

Während die Augen beobachtet werden, leuchten die drei Lämpchen kontinuierlich rot. Das fällt im peripheren Sichtfeld selbst bei heller Umgebungsbeleuchtung leicht störend auf. In einer kleinen schwarzen Box am unteren Bildschirmrand wird die Position beider Augen im Verhältnis zum Bildschirm dargestellt. Dadurch entsteht ein wenig der Eindruck, beobachtet zu werden. Aber hier fällt schon auf, dass Sentry sich mit der Berechnung des betrachteten Punktes schwertut, sobald der Kopf um etwa 45 Grad geneigt wird. Das sollte aber im Normalfall nicht passieren.

Eye-Tracking in Spielen

Auch wenn sich Sentry primär an professionelle Gamer richtet, um deren Beobachtungsverhalten beim Spielen zu verbessern, werden einige wenige – mit Betonung auf „wenige“ – Spiele von dem Gerät unterstützt, um Eye-Tracking als Steuerungsmöglichkeit einzubinden. Eines davon ist Assassin's Creed: Rogue. Darin richtet sich die In-Game-Kamera in Richtung eures Blickes. Die Kontrolle kann aber jederzeit wieder mit der Maus oder dem Analog-Stick übernommen werden. Die Blicksteuerung fühlt sich überraschend natürlich an. Sobald die Augen vom Bildschirm abgewandt werden, pausiert das Spiel, damit ihr nichts verpasst. Bei Betrachtung der Minikarte wird die Kamera übrigens praktischerweise nicht bewegt.

Eine andere Möglichkeit, Sentry zu nutzen, besteht darin, anderen Spielern in Streams zu zeigen, worauf der Blick des Nutzers ruht, und ihnen so optimale Spielweisen näherzubringen. Leider sind Dota 2 und StarCraft 2 derzeit die einzigen Titel, die dieses Feature unterstützen. Darüber hinaus gibt die Spielanalyse darüber Aufschluss, wie oft etwa die Minikarte, die Items des Gegners oder andere Regionen des Bildschirms betrachtet werden. Echte Profis dürften hieraus sicher einen nützlichen Informationsgewinn ziehen.

Fazit

Mathias Windhager - Portraitvon Mathias Windhager
Nützlich für die Nische

Für den Durchschnittsspieler, der technisches Interesse für Eye-Tracking aufbringen kann, lohnt sich die Anschaffung des 170 Euro teuren Geräts kaum. Bis dato unterstützt Sentry einfach zu wenige Spiele. Professionelle Gamer beziehungsweise eSportler und solche, die es werden wollen, dürften tatsächlich einen Nutzen aus dem Gebrauch des Gerätes ziehen. Wenn nicht ausschließlich StarCraft 2 und Dota 2 das Overlay unterstützen würden, wäre Sentry ein interessantes Eingabegerät für Let's Plays und How-tos. So bleibt es allerdings ein Nischenprodukt mit aktuell eingeschränkten Möglichkeiten.

Überblick

Pro

  • sehr zuverlässiges Eye-Tracking
  • umfassende Spielanalyse
  • unkomplizierte Verwendung und Installation

Contra

  • wenige unterstützte Spiele
  • teuer
  • nur mit USB 3.0 nutzbar

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