Test - Star Wars Pinball : Extraball du gewonnen hast

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    Na, seid ihr schon heiß auf die finale Episode der Skywalker-Saga? Oder hat euch Episode 8 endgültig die Laune verdorben? Wie dem auch sei, mit der großen Flippersammlung Star Wars Pinball aus dem Hause Zen habt ihr die Macht. Zugegeben, zwar nur über eine Metallkugel, aber um sie unter Kontrolle zu halten, müsst ihr mindestens die Reflexe eines Jedi haben, egal ob zuhause oder unterwegs. Auf Nintendos Switch erhaltet ihr erstmals das Komplettpaket mit allen 19 Tischen.

    Star Wars Pinball ist kein neues Spiel. Es erschien erstmals 2013, wenn auch mit erheblich kleinerem Umfang. Inzwischen ist die Flippersammlung für beinahe jede erdenkliche Plattform zu haben. Somit ist die Switch-Fassung ein Nachzügler, aber keiner der mal eben noch verramscht wird, denn sie enthält alle DLC-Tische, die seit dem Original-Release erschienen sind. Und das zum Preis von rund 30 Euro? Da kann keiner meckern!

    Sollte euch der Name Zen Studios nichts sagen, dann habt ihr 16 Jahre Flipperbegeisterung verschlafen. Zumindest softwareseitig. Das Studio aus Ungarn hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten einen Namen gemacht, wenn es um Videospiel-Flipper geht, wobei Zen bis vor Kurzem lieber auf eigene Designs setzte als auf virtuelle Nachbauten von Echtwelt-Automaten. Darum werdet ihr in Star Wars Pinball auch nicht den Spielhallen-Flipper aus dem Hause Stern finden, sondern ausschließlich eigene Designs.

    Das ist kein Grund zum Unken. Ganz im Gegenteil. Physik und Grafik der virtuellen Zen-Flipper wirken realistisch, nutzen aber das Medium Videospiel viel besser aus als vergleichbare Produkte wie beispielsweise die Nachbauten von der Firma Farsight (etwa The Pinball Arcade). Neben finanziellen Aspekten dürfte das der Grund sein, warum Zen inzwischen die offizielle Lizenz für Williams-Flippertische innehat.

    Ein Tisch für jede Episode

    Im speziellen Fall von Star Wars Pinball steht – wie erwähnt – keine Echtwelt-Vorlage Pate, aber die mannigfaltigen Designs könnten größtenteils durchaus in die Realität übertragen werden, sofern man von einigen Minispielen absieht, die als Bonus integriert wurden. Beim Erreichen gewisser Rampen und Pits schalten die Tische nämlich zu kleinen Intermezzi um, die Szenen aus den Krieg-der-Sterne-Filmen nachstellen. Siehe beispielsweise der virtuelle „Das Imperium schlägt zurück“-Tisch, bei dem man kurzzeitig in die Haut von Luke Skywalker schlüpft, um mit dem Lichtschwert in der Hand Trainingsrunden gegen eine Übungskugel zu absolvieren oder gar in der Gefrierkammer von Hoth gegen Darth Vader zu kämpfen. Und zwar in schmucker 3D-Grafik.

    Wer die Echtwelt-Flipper von Balley, Stern und Williams aus den 90ern und 2000ern kennt, dürfte mit dem Spielprinzip vertraut sein, da solche Minigames üblicherweise auf der LCD-Matrix eingebunden wurden. Gesteuert wird der Lichtschwertkampf also nur mit den Knöpfen, die im Normalbetrieb auch die Flipperarme bewegen.

    Zen ließ der Fantasie in dieser Hinsicht freien Lauf, schießt aber auch beim Grundlayout der Tische immer wieder ein Stück über das hinaus, was in der Realität möglich wäre. Wo sonst als in einem Videospiel könnte Kylo Ren in seinem TIE-Silencer über die Oberfläche fliegen und dabei die Kugeln eines Multiballs verteilen?

    Bei insgesamt 19 Tischen bleiben gestalterisch keine Wünsche offen. Die Themen reichen von den zentralen Filmepisoden über Spin-offs wie Solo bis hin zu Kult-Zeichentrickserien wie „The Droids“ (in Deutschland hieß die Serie „Freunde im All“). Noch dazu wird beinahe jeder übliche Schwierigkeitsgrad und jede Geschwindigkeit bedient. Aber nur beinahe. Wer einen extraharten Tisch sucht, der es mit Klassikern wie „Black Knight 2000“ aufnehmen kann, wird nicht fündig. Da solche Tische aber nur unter harten Flipperenthusiasten Kultstatus genießen, dürfte das die allerwenigsten Käufer stören.

    Alle enthaltenen Designs spielen sich sehr flüssig und wurden fair aufgestellt. So ist der Tisch zu Episode 4 dem Film getreu schnell und spritzig, während Rogue One ein wenig komplexer und gemächlicher ausfällt. Alle Tische haben ihre eigenen Finessen, beispielsweise Skill-Shots, die man sich vor dem Start der Kugel aussuchen kann, oder kleine Sub-Tische, die erst dann erscheinen, wenn man eine Reihe anderer Rampen erreicht hat.

    Die Chancen unbeschadet einen Multiball zu überleben stehen 3720:1

    Star Wars Pinball ist somit ein tolles Rundumpaket samt Highscore-Listen, Dot-Matrix-Anzeigen und allem, was dazugehört. Wer unbedingt etwas zum Meckern sucht, wird sich allenfalls ein wenig an den Stimmen stören, die zwar berühmte Zitate aus den Filmen wiedergeben, aber manchmal nicht übermäßig authentisch wirken. In dieser Hinsicht fällt am ehesten Darth Vaders Stimme auf, aber damit kann man leben. Ist schließlich nicht das erste Videospiel, in dem man nicht James Earl Jones zu hören bekommt.

    Star Wars Pinball - Switch Announcement Trailer
    Bald kommt ein Pinball-Spiel im Star Wars-Universum. Hier der Trailer dazu.

    Die Umsetzung auf Nintendos Switch hat abseits der fehlenden Kantenglättung keine Federn gelassen. Das Spiel läuft stets flüssig in 60 FPS und offeriert sämtliche Optionen, die man aus den vergangenen Jahren kennt. Wer will, kann also die Größe der Dot-Matrix-Anzeige verändern, sie an eine andere Stelle versetzen oder sogar die Farben der LCD-Anzeige anpassen. Hud-Einblendungen wie etwa Score-Anzeigen auf dem Tisch lassen sich deaktivieren und selbst der Bildschirmausschnitt kann vergrößert werden, was praktisch ist, wenn der Fernseher einen Teil der Spielfläche verschluckt, wie es bei 4K-Fernsehern manchmal vorkommt, wenn sie 1080p oder 720p darstellen.

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