Special - Der Lootboxen-Skandal : Jahr eins nach dem Shitstorm

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Der ruinierte Ruf

Das Tragische an der ganzen Geschichte ist, dass Star Wars: Battlefront 2 abseits der vergurkten Progressionsregelung ein hervorragendes Spiel war (und noch immer ist), das auch nach der Abschaffung der ungeliebten Loot-Kisten von vielen Kunden verschmäht wurde – und zwar nur aufgrund seines Rufes. Dabei ist inhaltlich nichts daran auszusetzen.

Die Kampagne orientiert sich am Inhalt zweier Bücher und visualisiert Ereignisse, die viel zum Verständnis des Kanons beitragen. Die Weltraumschlachten steuern sich dank der Feinarbeit von Criterion ausgezeichnet und machen weit mehr Spaß als die des Ur-Battlefront 2 aus dem Jahr 2005. Zudem wurden inzwischen etliche tolle Spielinhalte kostenlos hinzugefügt, darunter zwei Maps aus Episode 8, eine aus dem Solo-Film (Kessel), eine klasse Darstellung der Schlacht von Geonosis, die Bespin-Map aus dem Vorgänger, Clone-Wars-Inhalte, eine extrem spaßige Ewok-Jagd auf dem nächtlichen Waldmond Endor, ein Squad-System, das Onlinekumpels stets gemeinsam auf ein Schlachtfeld schickt, und einiges mehr.

  • Star Wars: Battlefront II - Screenshots - Bild 1
  • Star Wars: Battlefront II - Screenshots - Bild 2
  • Star Wars: Battlefront II - Screenshots - Bild 3
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  • Star Wars: Battlefront II - Screenshots - Bild 6

Seit März 2018 ist das Progressionssystem streng linear, ein weiteres Storykapitel verknüpft alle losen Fäden und überbrückt die Handlung zu den Ereignissen von Episode 8, und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange. Die aktuelle Roadmap an Updates reicht bis in den Februar 2019 hinein und soll auch danach noch ausgebaut werden.

Nützt aber nichts. Inzwischen gibt es schließlich Battlefield V, das technisch noch schöner ist und anderweitig Stoff zum Meckern bietet, nämlich den angeblichen Einfluss sogenannter Social Justice Warrior. Grund: Eine Frau auf dem Cover. Oder der Vorstoß in die Echtzeit-Raytracing-Technologie, die sichtbar schönere Ergebnisse abliefert als übliche Screen Space Reflections. Nur kostet die passende Grafikkarte mehr, als der eine oder andere Spieler aufbringen möchte – so wie einst Quake 2 einen sündhaft teuren Prozessor verlangte oder Unreal Tournament nur Nvidia-Kunden S3TC-Texturen zugestand. Eigentlich business as usual, könnte man meinen, doch solcherlei Kleinigkeiten bringen das Internet heutzutage geschlossen auf die Palme. In solchen Momenten mag man der Statistik, die besagt, dass die meisten PC- und Konsolen-Gamer inzwischen über 30 sind, kaum glauben schenken. Gefühlt haben sie die Geduld eines Fünfjährigen, der auf einem Auge blind, oder aus unerfindlichen Gründen total inkonsequent ist.

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