Test - Spec Ops: The Line : Der schmale Grat

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Der Titel Spec Ops stand vor zwei Konsolengenerationen für billig produzierte Militär-Shooter, die niemanden so recht begeistern konnten. Diese Zeiten sind vorbei: Das in Berlin sitzende Entwicklerstudio Yager hat sich im Auftrag von 2K der Marke angenommen und sie völlig neu interpretiert. Es bleibt zwar militärisch, dafür werdet ihr auf eine Mission geschickt, die alles andere als alltäglich ist. Und wenn dann nach gut sechs bis acht Stunden der Abspann über den Bildschirm flimmert, werdet ihr euch schlecht fühlen. Zum Glück.

John Konrad war einst ein gefeierter Kriegsheld. Der neue General George Patton, das war er. Seine weiße Weste war gespickt mit Abzeichen und Medaillen. Diese Weste bekam aber erste Flecken aus Blut, als eine Operation in Afghanistan fürchterlich schief ging. Diesen Fehlschlag hat er nie wirklich verkraftet. Er war in Dubai an vorderster Front, als es darum ging, die Bevölkerung wegen eines verheerenden Sandsturms zu evakuieren. Zusamenen mit seiner Einheit, der "Damned 33rd" wollter er Menschen retten. Doch dann kam der Sturm und der Kontakt brach ab.

Alles andere als Routine

Monatelang herrschte Funkstille, bis plötzlich eine Nachricht von Konrad einging. Die ganze Mission war ein Fehlschlag. Die Verluste seien hoch. Captain Martin Walkers Auftrag ist daher einfach: Mit seinen beiden Delta-Operators Lieutenant Adams und Sergeant Lugo soll er nach Dubai vorstoßen, Überlebende finden und sie evakuieren. Doch kaum in den verwüsteten Ruinen der ehemaligen Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate angekommen, müssen die drei feststellen, dass in dieser Ruine von einer Stadt schon lange nur noch Chaos herrscht. Aus der einstigen Rettungsmission wird schnell ein Kampf ums blanke Überleben.

Angetrieben vom Wahnsinn

Was ist eigentlich los? Eine essenzielle Frage, die ihr euch mehrmals stellen werdet. In Dubai gibt es kein Gut und Böse mehr, kein Richtig und Falsch. In extremen Situationen greifen Menschen zu extremen Mitteln. Diese Lehre lernt ihr schnell. Die Bevölkerung leidet. Captain Walker möchte lindern. Aber wie weit müsst ihr gehen? Dürft ihr euch überhaupt einmischen? Eine richtige Wahl habt ihr allerdings nicht, schließlich könnt ihr eine Mission nicht einfach abbrechen. Yager schickt euch jedenfalls durch eine dicht gestrickte Handlung, die zügig in Fahrt kommt und euch erst loslässt, wenn der Abspann über den Bildschirm läuft.

Spec Ops: The Line - Video Review (Exklusiv)
Exklusiv seht ihr bei uns den Videotest zum Action-Titel Spec Ops: The Line aus deutschen Landen. Was die Jungs von Yager hier so auf die Beine gestellt haben,

Dabei durchleben die Protagonisten im Laufe des Einsatz eine Wandlung. Während am Anfang besonders Lugo immer einen trockenen Spruch auf den Lippen hat, werden die Mienen der drei zunehmend ernster. Sie werden gezeichnet vom Krieg. Nicht nur dem physischen Krieg auf den verwüsteten Straßen der Stadt, sondern auch dem psychischen Krieg. Während die Charaktere, mit denen man die meiste Zeit verbringt, in anderen Shootern wie Gears of War ein eingeschworenes Team sind, stehen die Akteure in Spec Ops: The Line vor einer Zerreißprobe, an der sie zu zerbrechen drohen.

Explizit

Kein Wunder, schließlich bekommt ihr in Dubai einiges zu sehen. Allerdings ist nicht von den zum Teil zerstörten Sehenswürdigkeiten die Rede, sondern von der Gewalt, die euch an jeder Ecke entgegenschlägt. Leichen baumeln aufgehängt von Laternen, liegen verwesend und zu Bergen gestapelt in Containern oder sitzen gefesselt und verbrannt auf Stühlen. Überbleibsel von Exekutionen und anderen Handlungen, um den letzten Rest Ordnung in dieser Stadt zu bewahren. So heißt es jedenfalls in einer der vielen Geheiminformationen, die ihr finden könnt. Ihr erfahrt nicht nur mehr über verschiedene Persönlichkeiten, sondern auch darüber, was in Dubai passierte, als der zerstörerische Sandsturm zuschlug.

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