Preview - SoulCalibur VI : The Witcher im Prügelparadies

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Anschließend ein paar Tritte platzieren und das Gegenüber noch ein bisschen mehr aus der Balance katapultieren. Währenddessen um sein Opfer herumtreten, es von hinten packen, über den eigenen Körper schleudern und dabei aufschlitzen. SoulCalibur 6 bietet sehr viele Möglichkeiten des Angriffs sowie der Verteidigung, braucht dafür aber in der Regel nur die Kombination aus Stickrichtung und einer Angriffs/Schulter-Taste. Ihr könnt euch also stärker auf den eigentlichen Kampf konzentrieren und müsst nicht ständig im Hirn kramen, um euch an die korrekte Kombo zu erinnern.

Ein Hauch The Witcher 4

Bandai Namco und CD Projekt RED scheinen gute Freunde zu sein. Man hat sich nämlich an einen Tisch gesetzt und nicht nur Geralt als Kämpfer in das umfangreiche Portfolio integriert, sondern ihm auch eine richtige Geschichte spendiert. Choreografiert vom SoulCalibur-Team, geschrieben und inszeniert von den Jungs und Mädels, die das Meisterwerk The Witcher 3 geschaffen haben. Das bildet einen ganz schönen Kontrast zur völlig abgedrehten Soul-Calibur-Welt. Die Geschichte wird in wunderschönen Zeichnungen auf Pergamentpapier erzählt, untermalt von Geralts sonorer Stimme.

Der ist natürlich chronisch schlecht gelaunt und sehr viel weniger erfreut, jetzt wieder in den Ring zu müssen, als seine Kontrahenten. „Du legst dich mit einem Hexer an? Musst wohl einen Todeswunsch haben“, schleudert er seinem Gegenüber entgegen. Wie passend, dass einer der großen Kämpfe in Kaer Morhen stattfindet, jener Eliteschmiede, in der Hexer gedrillt und mit ihren übermenschlichen Fähigkeiten bekannt gemacht werden.

Schön auch, wie SoulCalibur 6 der Persona des Witchers treu bleibt. Nicht umsonst trägt das erste Kapitel die Überschrift „Keine Ruhe für den Hexer.“ Geralt ist ein gutes Jahrhundert alt, da denkt man schon langsam mal an Rente. Aber nicht der Witcher. Er soll eine Lady finden, die sich den dunklen Künsten verschrieben hat und droht, ein Dimensionstor zu öffnen, das jene Dämonen in die Welt lässt, gegen die wir in SoulCalibur kämpfen.

Lobenswert, dass Bandai Namco Geralt nicht einfach so als Promi in den Ring wirft, sondern eine Geschichte strickt, die das ganze Universum zusammenhält und quasi erklärt, wie merkwürdige Figuren wie ein Zombiepirat sich in die Welt des Hexers verirren konnten. Im Konflikt mit jener Zauberin verschlägt es euch zurück in die Marschlande etwa oder auch in die Zitadelle. Die Vertonung sowie die Schauspielkunst sind exzellent und auf demselben Niveau wie in The Witcher 3. Selbst wer eigentlich mit der Reihe bislang wenig am Hut hatte, sollte einen Blick riskieren.

Arenen von einer anderen Welt

Auch das ist sicherlich ein Kontrast zu Tekken: Tekken ist sehr japanisch, es erzählt eine krude Geschichte, wie sie der asiatische Markt liebt. SoulCalibur hat sehr viel mehr Klasse und ist deutlich bodenständiger in seiner Fantasy-Erzählung, die sich unter anderem auch um König Arthurs Schwert Excalibur dreht. Die Geschichte des sechsten Teils ist eine Mischung, die allerdings erstaunlich gelungen das Charisma der The-Witcher-Serie mit SoulCalibur-Ikonen wie Heishiro Mitsurugi verquickt.

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Mit Astaroth und Seong Mi-Na wurden zur Evo 2018 zwei weitere Kämpfer für das kommende SoulCalibur VI bestätigt.

Kilik etwa wird vom anderen Schwert, dem namensgebenden Soul Edge, verwunschen, wodurch sich seine neue Rüstung erklärt. Oder Pirat Cervantes, Ivys Vater und ehemaliger Schwinger des Soul Edge. Man bekommt Charaktere nicht einfach aufs Tablett serviert, sie haben ihren Platz in der Geschichte. Diese Vermischung der Welten zeigt sich auch im Kampfstil: Natürlich kann Geralt sein Flammenschwert entfesseln, doch ihn zu spielen, fühlt sich richtig an. Er wird nicht plötzlich zum wild umherfuchtelnden SoulCalibur-Charakter, sondern behält seine klassischen Kampfpositionen. Er führt sehr lange Schwerter, gerne auch zwei. Für seinen Stil ist es wichtig, sicher zu stehen. Er ist nicht der Typ für unnötige Akrobatik, kann man ja verstehen bei über 100 Jahren auf dem Hexerrücken.

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