Special - Top 5 peinliche Live-Action-Sequenzen : In bittersüßer Erinnerung

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    Platz 3: Command & Conquer

    rgendwann in den 90ern kracht ein Meteorit auf die Erde, der die giftige, aber sehr wertvolle Substanz Tiberium im Gepäck hat. Die Bruderschaft von Nod, die von dem verrückten Kane angeführt wird, nutzt das Material, um mit seiner Hilfe die Weltherrschaft zu erlangen. Als die UN Wind davon bekommt, ist das die Initialzündung für den Dritten Weltkrieg. Wer zwischen den Zeilen liest, bemerkt, dass die Command-&-Conquer-Serie ihre Filmsequenzen und Charaktere nie übermäßig ernst genommen hat. Sich der Absurdität bewusst zu sein, macht es allerdings nicht weniger absurd. Besonders die Dialoge mit Seth und Kane sehen wir noch klar vor uns.

    Die Unterhaltungen mit den Nod-Oberhäuptern fühlen sich heute an wie ein Video-Chat in Skype mit dem Cosplay-affinen Cousin. Sie haben auch in etwa die gleiche Qualität. So trashig Lob und Rüge der beiden Schauspieler auch inszeniert sind, im Vergleich zu dem maßlos überzeichneten Wissenschaftler, der in einem Ausschnitt der fiktiven Talk-Runde “Science Talk” spricht, wirken Seth und Kane beinahe schon professionell. Damals wie heute kann uns die bewusste Übertreibung ein wohlwollendes Schmunzeln entlocken.

    Platz 2: Sewer Shark

    Sewer Shark ist ein Rail-Shooter, der in den Abwassersystemen unter Solar City, dem Inselparadies, von dem jeder träumt, spielt. Ursprünglich sollte der Titel auf Hasbros VHS-Konsole NEMO erscheinen, wurde dann aber verworfen und später auf CD-ROM veröffentlicht. Wer sie einlegt, bekommt die volle Dröhnung der frühen 90er zu spüren: von der Schriftart bis zur Kopfschütteln auslösenden Arbeit der Schauspieler. Alles daran schreit danach, dass Feinsinn eine Todsünde ist.

    Als wäre zu schreien nicht schon genug Beweis für die Wahrheit, die der Vorgesetzte Ghost da wohl spricht, wird jeder seiner Sätze von einem Gitarren-Riff untermauert. Zum Glück lockert der fliegende Kugelroboter Catfish mit seiner Zerstreutheit die sonst eher konfrontative Unterhaltung auf. Wenigstens ist Sewer Shark in sich konsistent, denn das Gameplay ist nicht minder seicht.

    Platz 1: Gabriel Knight 2: The Beast Within

    Eigentlich wirken die Filmsequenzen des Point-&-Click-Adventures Gabriel Knight 2 auf den ersten Blick vielversprechend. Wir bekommen echte Requisiten zu sehen und werden von passender Musikuntermalung in das Szenario eingeführt. Dann klopft es an der Tür. Ab dem Zeitpunkt, als Gabriels Gattin den Mund öffnet, um zu reden, rast die Erwartungshaltung rasant in den Keller. Kombiniert man die Emotionalität einer weiblichen Version von Microsoft Sam mit besserem Redefluss, bekommt ihr eine Vorstellung von ihrem schauspielerischen Talent.

    Vor der Tür steht die verstörte Gemeinde und erzählt von den Schrecken des Werwolfs von München. Der Fremdschämfaktor des Originaltons ist unerwartet hoch, sobald ein alter Mann und seine Begleiter jedes Klischee bezüglich “deutscher Dorftrottel” bestätigen und zwischen Deutsch und gebrochenem Englisch wechselnd die fürchterliche Situation schildern. Dazwischen ist eingespieltes Frauenwimmern zu hören, das die kaum spürbare Tragik zu unterstreichen versucht: “Sis is my cousin, se Huber Sepp” oder “Langsam, langsam, she died quickly!” Kleiner Hinweis: Die deutsche Version ist keinen Deut besser.

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