Test - Red Faction : Red Faction

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Ein lauter Knall und direkt vor euch bricht eine Wand zusammen. Wir befinden uns aber nicht auf einem Abrissgelände, sondern inmitten einer Multiplayerschlacht. 'Red Faction' lässt Zockerträume wahr werden. In dem zünftigen 3D-Shooter der Spieleschmiede Volition darf einfach alles zerstört werden, was euch vor die Flinte kommt. So schiesst ihr mit dem Raketenwerfer Löcher in meterdicke Wände oder bahnt euch euren Weg durch die granitharten Felswände einer Minenkolonie. Fehlt euch einmal der passende Schlüssel, wird einfach kurzerhand eine zweite Tür 'geschaffen'. Dies und vieles mehr bietet der innovative Shooter der 'Freespace'-Väter. THQ liefert den Brutalo-Shooter hierzulande auf zwei prall gefüllten CDs aus.

Red Faction
Ein Bild des Level-Editors 'RED'.

Ein ganz normaler Job
Es sollte ein ganz normaler Arbeitstag für den Minenarbeiter Parker werden. Doch natürlich kommt alles anders, als man glaubt. Ehe unser Held sich's versieht, findet er sich inmitten einer Revolution wieder, deren Anführer er ist. Doch nun zur Vorgeschichte: Parker ist ein ganz gewöhnlicher Arbeiter. Als er von einer Minengesellschaft hört, welche Stollen auf dem Mars betreibt, folgt er dem Aufruf dieser Firma Namens Ultor, da sie ihm eine gesicherte und vor allen Dingen aufregende Arbeitsstelle, sowie ein gutes Gehalt bietet. Doch schon wenige Tage nach seiner Ankunft merkt der Jungspund, dass dort nicht alles nach seinen Wünschen verläuft. Der einst so seriös wirkende Arbeitgeber entpuppt sich schnell als Sklaventreiber, welcher seine Arbeiter unterdrückt und unter unmenschlichen Bedingungen schuften lässt. Als dann auch noch eine merkwürdige Seuche unter den 'Kumpels' grassiert, bringt das das Fass zum überlaufen und Parker beschliesst kurzerhand, zur Revolution gegen die Ultor Corporation aufzurufen. Genau an dieser Stelle beginnt das Spiel. Ihr schlüpft dabei in die Rolle eben dieses Minenarbeiters. Schon nach wenigen Schritten werdet ihr Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen einem Minenarbeiter und einem Wächter. Diese lebhafte Diskussion endet in einem Handgemenge, in dem der Wächter den Kürzeren zieht und stirbt. Ihr greift euch seine Waffe und von da an geht es zur Sache. Schon schnell könnt ihr vom einfachen Elektroschocker auf die Pistole umsteigen, denn Waffen gibt es in 'Red Faction' mächtig viele. Satte 15 Schiessprügel dürft ihr während eures gesamten Kreuzzuges gegen die fiese Ultor Gesellschaft aufsammeln und natürlich auch benutzen. All diese Waffen verfügen zusätzlich noch über einen Sekundärschussmodus. Das Arsenal reicht von einer automatischen Shotgun über einen Flammenwerfer bis hin zum Scharfschützengewehr. Der GeoMod-Shooter bietet standesgemäß natürlich auch einige exotische Feuergeräte. Da wäre zum Beispiel die Railgun, welche durch Wände schiessen kann. Dann gibt es auch noch den Fusionsraketenwerfer, der aufgrund seines Gewichts auf der Schulter getragen werden muss und in langen Abständen nur einzelne Granaten feuern kann. Waffennarren werden mit 'Red Faction' durchaus ihre helle Freude haben.

Red Faction
So sieht das Menusystem aus.

Von Menschen und Maschinen
Zumindest zahlenmässig bewegen sich sowohl die Feinde, als auch die Waffen, welche das Spiel bietet, auf einer Ebene. Dies ist jedoch wahrlich kein Grund für Freudensprünge, denn nur 14 verschiedene Gegner stellen sich dem furchtlosen Minen-Rowdie Parker entgegen. Nicht nur, dass dies für heutige Verhältnisse mehr als dürftig ist, die Widersacher, denen ihr gegenübersteht, sind zudem noch sehr eintönig. So kommen euch fast nur menschliche Schergen vor die Flinte. Diese präsentieren sich ab und an in neuem Outfit, Abwechslung will dabei aber trotzdem nicht aufkommen. Im späteren Verlauf des Spiels gesellen sich dann noch ein paar mutierte Menschen und Aliens dazu. Kleine Zwischengegner, die keine ernste Bedrohung darstellen, lockern das Spielgeschehen etwas auf. Hin und wieder gibt es dann auch noch einiges an elektronischem Getier, dass in seine Einzelteile zerlegt werden will.

Genauso mager präsentiert sich auch unser Held. Konnte in Spielen wie 'Half-Life' oder 'Schleichfahrt' ein männlicher Held, der von Charisma nur so strotzte, Millionen von Fans begeistern, gibt es in 'Red Faction' bloss diesen nichtssagenden Kerl. Auch während des kompletten Spiels baut man keine rechte Beziehung zu diesem virtuellen Alter-Ego auf, in dessen Rolle man sich durch verstaubte Minen, Fabriken und unterirdische Tunnelsysteme kämpft. Die Monolith Studios bewiesen mit ihrem Vorzeige-Shooter 'No One Lives Forever', dass sogar weibliche Superspione das Zeug zum Superhelden haben. Zu selten wurde der Herr, der nie beim Vornamen genannt wird, mit ins Geschehen eingebaut.

Red Faction
Der Rocket-Launcher zerstört fast alles.

Genauso ausdruckslos wie die Persönlichkeit ist die Mimik der Recken. Hier hätten sich die Entwickler wirklich etwas mehr Mühe geben können, denn es hat sich im Vergleich zur PlayStation 2-Version, die schon seit Mitte Juli auf dem Deutschen Markt erhältlich ist, nichts geändert. Der Blick in den Spiegel ist geradezu scheußlich. Solch hässliche, spiegelnde Oberflächen gab es bisher noch in fast keinem Shooter.

Trotz all dieser Kritik kann man sagen, dass die Story, die erzählt wird, durchaus ihren Reiz hat. Es war wirklich spannend durch die Minen zu laufen und den Befehlen der Rebellenführerin Eos Folge zu leisten. Unterstützt wurde ich dabei von dem Sicherheitstechniker Hendrix, der mir per Funk mit Rat und Tat zur Seite stand. Das Konzept von 'Red Faction' ist wirklich gut, doch die Ausführung lässt leider zu wünschen übrig. Trotz alledem sollte man bedenken, dass es momentan, zumindest was die Story angeht, kein besseres Produkt gibt, da 'Half-Life' nun schon gut drei Jahre auf dem Buckel hat.

 

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