Preview - Red Dead Redemption : Grand Theft Horseback oder was?

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Red Dead Revolver konnte seinerzeit gute Wertungen abgrasen und eine Menge schießwütiger Fans finden. Und das, obwohl es im Grunde kein echter Rockstar-Titel war, sondern ursprünglich von Capcom kam und am Ende von Rockstar fertiggestellt und auf den Markt gebracht wurde. Nach rund fünf Jahren hat Rockstar nun die Marke wieder vom Galgen geschnippelt und widmet sich einem würdigen Nachfolger, benannt Red Dead Redemption. Rockstar wäre natürlich nicht Rockstar, wenn nicht genau das aus dem Spiel würde, was die Firma so groß gemacht hat: ein Third-Person-Actionspiel im Stil von GTA 4. Wir konnten bei Rockstar erste Eindrücke von den unendlichen Weiten des Wilden Westens sammeln.

Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Der Wilde Westen ist nicht mehr ganz so wild. Eisenbahnen durchziehen das Land, Telegrafenanschlüsse sind weit verbreitet, Recht und Ordnung setzen sich immer mehr durch. John Marsten, ein ehemaliger Outlaw, hat den Ausstieg aus seiner damaligen Bande geschafft und führt mit seiner Familie ein beschauliches Leben. Doch nicht lange, denn die Vergangenheit holt ihn ein. Das ominöse Bureau, quasi eine Art Vorläuferorganisation des FBI, setzt ihn unter Druck und zwingt ihn zur Mitarbeit. Widerwillig reißt sich John von seiner Familie los und geht ans Werk.

Shootout in der Geisterstadt

Szenenwechsel. John und einige Kumpanen stehen am Ortseingang einer verlassenen Stadt. Sand wird aufgewirbelt, das Gras wiegt sich im Wind. Zerschlissene Vorhänge wehen aus den Fenstern der Häuser. Ein Gefangenenaustausch soll stattfinden. John und seine Jungs haben ein Mitglied der Bande gefasst, die ihr Quartier in der Stadt aufgeschlagen hat, und wollen damit eine Freundin aus deren Gewalt befreien. Das geht allerdings schief, die Ganoven denken gar nicht dran, sich an die Abmachung zu halten, und eröffnen das Feuer.

John und seine Kumpane gehen in Deckung. Ein wildes Feuergefecht entbrennt, bei dem John mit Colts und Winchester alles geben muss, um die im Ort verschanzten Desperados zu erledigen. Langsam arbeiten sie sich voran, bis es den Ganoven zu heiß wird und Panik ausbricht. Allerdings nicht zugunsten der zu befreienden Dame, denn einer der Banditen knüpft sie kurzerhand auf. Die Zeit drängt, John bleiben nur wenige Sekunden, um sich durch den Beschuss der Gangster zu kämpfen und die Frau zu retten.

Red Dead Redemption - Debüt Trailer
Die GTA-Macher wagen sich mit Red Dead Redemption in den Wilden Westen. Dieser Trailer zeigt erste bewegte Szenen aus dem Spiel.

Grand Theft Horseback?

Red Dead Redemption ist im Grunde ein klassischer Third-Person-Actiontitel mit starken Anleihen an GTA 4. Hier wie dort wird eine komplett offene Spielwelt geboten, deren Größe die von Liberty City noch locker übertrifft. Drei zusammenhängende Regionen stehen zur Verfügung: das Grenzland zu Mexiko, Teile von Mexiko selbst und das Grasland im Norden. Schon beim ersten Blick fällt auf, wie viel Arbeit Rockstar in den Ausbau der hauseigenen Engine gesteckt hat, um die Weiten der Prärie detailgenau und authentisch darzustellen.

Das Kampfsystem ähnelt dem aus GTA 4 sehr stark. Wahlweise feuert ihr „aus der Hüfte" mit freiem Zielen oder ihr visiert einen Gegner mit gezogenem linkem Trigger an. Ebenfalls vorhanden ist ein Deckungssystem, sodass ihr eine Chance habt, euch vor den Kugeln der Gegner zu schützen. Auf Medipacks oder Ähnliches wird verzichtet. Wird John verletzt, färbt sich der Bildrand rot. John regeneriert sich, sobald er für einige Sekunden in Deckung geht - ein System, das sich offenbar immer mehr durchsetzt. Natürlich nutzt ihr authentische Waffen der damaligen Ära, wobei direkt an John zu erkennen ist, was er bei sich trägt. Allerdings ist seine Tragkraft begrenzt ist.

Wieder mit dabei ist das Dead-Eye-System, und zwar zweistufig. Damit wird kurzzeitig die Zeit verlangsamt, während ihr ein oder mehrere Ziele und Körpertrefferzonen markieren könnt, um dann beim Auslösen stilecht das so genannte Fächeln auszuüben und blitzschnell mehrere Gegner effektiv zu Boden zu strecken. Oder einfach nur, um euch die Zeit zu nehmen, schwer zu treffende Gegner anzuvisieren. Nach welchen Kriterien das Dead-Eye-System ausgelöst wird, wurde uns noch nicht verraten.

Auf dem Rücken der Pferde

Um die enorm umfangreiche Spielwelt zu durchqueren, stehen euch verschiedene Mittel zur Verfügung. Zu Fuß, auf einer Kutsche oder per Bahn. Und natürlich zu Pferde. Ihr könnt Pferde kaufen, klauen und selbst Wildpferde einfangen. Die Zossen haben sogar unterschiedliche Eigenschaften. Manche sind robust und ausdauernd, andere gelehrig oder schnell. Per Pfiff ruft ihr euer treues Reittier zu euch. Aber aufpassen ist angesagt, denn Pferdediebe schrecken auch nicht davor zurück, euch euer Ross zu entwenden.

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