Test - Prince of Persia Trilogy : Prinzenrolle in der Familienpackung

  • PS3
Von Kommentieren

Es war im Jahr 2003 ein cleverer Schachzug seitens Ubisoft, den persischen Prinzen ins 3-D-Gewand zu stecken. Man holte sich den Serienurvater Jordan Mechner ins Boot und arbeitete eng mit ihm zusammen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, die auf "Sands of Time" getaufte Trilogie fand mehrere Millionen Käufer. Leider konnte die Qualität mit dem Cel-Shading-Neubeginn Prince of Persia und Prince of Persia: Die vergessene Zeit nicht erreicht werden. Beide Titel blieben hinter den Erwartungen zurück. Gut also, dass Ubisoft nun die "Sands of Time"-Trilogie in ein HD-Remake für die PS3 verpackt hat.

Prince of Persia: The Sands of Time

Was für ein Schussel der Prinz doch ist. Nach dem er einen mysteriösen Dolch und eine übergroße Sanduhr findet, setzt er versehentlich den Sand der Zeit frei. Diese Chance lässt der fiese Wesir Jaffar nicht ungenutzt und verwandelt die gesamte Bevölkerung in bösartige Kreaturen. Der Prinz muss die Ordnung wiederherstellen. Die märchenhafte Erzählweise, für die Bücher wie Arabische Nächte, in dem es um die die Erzählungen aus 1001 Nacht geht, als Grundlage diente, überzeugte schon damals. Doch nicht nur erzählerisch setzte Ubisoft hohe Standards, auch konnte Prince of Persia: The Sands of Time durch sein innovatives Spielprinzip verzaubern. Mit Leichtigkeit vollführt der Prinz Waldläufe, klettert an Säulen empor und hechtet akrobatisch hin und her, um seine Gegner außer Gefecht zu setzen. Kein Wunder, dass ein Teil dieser Akrobatik auch heutzutage noch in Spielen wie Assassin's Creed wiederzufinden ist. Die Klettereinlagen gehen Hand in Hand mit Kampfsequenzen. Die Scharmützel gegen Skelette und Dämonen finden in Echtzeit statt, wobei das Kampfsystem sehr zugänglich gestaltet ist.

Gleichzeitig machte Ubisoft die Rückspulfunktion in Videospielen endgültig salonfähig. Ein falsch getimter Sprung oder ein harter Treffer eines Skelettmonsters konnten mithilfe des Sandes der Zeit ungeschehen gemacht werden. Zwar ist der erste Teil der Trilogie der mit Abstand beste, allerdings kann der Sand der Zeit ein Problem nicht ungeschehen machen: Die zickige Kamera. Trotz dieses Mangels sahnte Prince of Persia: The Sands of Time bei uns 87% ab.

Prince of Persia: Warrior Within

Teil 2 erschien nur ein Jahr später und verschrieb sich vor allem auf eines: Gewalt. Der artige Cel-Shading-Stil aus dem Erstling wurde ad acta gelegt und durch eine düstere Grundstimmung ersetzt. Der zweite Ableger wirkt daher deutlich erwachsener. Abgetrennte Gliedmaßen und literweise spritzendes Blut stehen hier an der Tagesordnung. Die Geschichte setzt sieben Jahre nach dem ersten Teil an. Der persische Prinz reist zurück in seine Heimat Babylon. Es gibt jedoch keine Zeit zum verschnaufen, denn ein Monster namens Dahaka hat Babylon zerstört und trachtet unserem Blaublüter nach dem Leben.

Ein Wiederspielwert wird durch die verschiedenen Enden gegeben, die allerdings ein klein wenig Verwirrung stiften. Handwerkliche Mängel wurden leider ebenso in den zweiten Teil übertragen. Neben der Kamera, die stellenweise immer noch für Probleme sorgt, zeichnet sich Warrior Within durch seinen knackigen Schwierigkeitsgrad aus. Der Titel war uns seinerzeit 85% wert.

Prince of Persia 2: Warrior Within - All is Lost Trailer
Zu 'Prince of Persia 2: Warrior Within' hat Ubisoft nun einen weiteren Trailer veröffentlicht, der den Titel "A Precursor to Fate" All is Lost trägt. Das etwa 4

Prince of Persia: The Two Thrones

Vollendet wurde die Trilogie mit Prince of Persia: The Two Thrones, das 2005 in den Handel gelangte. Durch eine erneute Zeitmanipulation ist Wesir Jaffar wieder auferstanden. Spielerisch setzt The Two Thrones nicht mehr nur auf flotte Gefechte, stattdessen kann der Prinz seine Feinde nun auch lautlos außer Gefecht setzen. Man wandte sich leicht vom brutal-übertriebenen Stil aus Teil 2 ab und setzte auf eine optische Mischung der beiden Vorgänger. Zusätzliche Abwechslung liefert die Verwandlungsmöglichkeit in den Dunklen Prinz. Der Abschluss der Trilogie bekam bei uns 89%.

Keine Spur vom Zahn der Zeit

Während die drei Prince-of-Persia-Spiele inhaltlich 1:1 übernommen wurden, freut man sich über einige grafische Verbesserungen. Alle drei Teile erstrahlen nun in 720p-Auflösung und wurden im Bereich der Kantenglättung optimiert. Außerdem gibt es eine Breitbild-Funktion, die im Gegensatz zur The Sly Collection wirklich in allen drei Spielen verfügbar ist.

An 3-D-Fetischisten hat Ubisoft ebenfalls gedacht. Alle drei Ableger sind in stereoskopischem 3-D spielbar - Voraussetzung hierfür ist allerdings ein entsprechendes TV-Gerät. Ach ja, und da wären natürlich noch die mittlerweile obligatorischen Trophäen, die es zu ergattern gilt.

Fazit

Patrick Schröder - Portraitvon Patrick Schröder
Wenn ich die Prince of Persia Trilogy in meine PS3 schiebe, lässt sie mich die letzten beiden Serienableger, die meine Erwartungen nicht erfüllten, vergessen. Die Abenteuer des Persers sind auch gemessen an heutigen Maßstäben nach wie vor echte Perlen der Videospielgeschichte, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Alle drei Spiele zusammen ergeben locker eine Spielzeit von 30 Stunden. Einen echten Kaufgrund für Besitzer der drei PoP-Ableger auf anderen Plattformen gibt es abgesehen vom 3-D-Feature nicht, dafür bietet die Trilogie schlichtweg zu wenig neue Inhalte. Echte Fans werden sich zwecks Sammlerinteresses die Collection ohnehin ins Haus holen.

Wertung

  • PS3
    75
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel