Special - PlayStation 4 goes 4K : Schöne neue Slim- und Pro-Welt?

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Das birgt natürlich noch ein weiteres Risiko, nachdem bereits mehrere Spielehersteller angekündigt haben, ihre Titel Pro-tauglich zu machen: Prinzipiell muss nun jedes Spiel über die Möglichkeit verfügen, auf beiden Konsolen flüssig zu laufen. Das kann ganz böse in die Hose gehen. Nicht wenige Spiele sind bereits über den Punkt Performance-Optimierung gestolpert und nicht jedes Studio hat die Zeit und das Budget, das sauber umzusetzen. Es kann also passieren, dass man bei kommenden Titeln mitunter bis auf eine stabilere Framerate auf der PS4 Pro keinen Mehrwert bekommt oder Titel auf der alten PS4 nicht rundlaufen.

4K oder doch nur „4K“

Die stärkere Leistung, das clevere Upscaling und Postprocessing und das alles zu einem immer noch humanen Preis von 400 Euro sind eine Ansage. Dennoch bleibt ein Nachgeschmack, denn Sonys Marketing-Getöse rund um 4K wirkt nüchtern betrachtet ziemlich aufgesetzt und entspricht zumindest nur im Ansatz den Tatsachen. Denn eins muss klar sein: die PS4 Pro ist rein technisch fähig, 4K an den Bildschirm zu schicken, ob sie aber echte 4K-Auflösungen stemmen kann, ist eine ganz andere Sache.

Interessant ist die PS4 Pro eher für High-End-User und Enthusiasten, die stark mit PSVR liebäugeln und einen ersten Einblick in die 4K-Welt erleben wollen. Immerhin sind das deutlich vielversprechendere Technologien als vor einiger Zeit der grandiose Flop von 3-D. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass TV-Geräte mit 4K-Auflösung und HDR-Unterstützung zwar stetig preiswerter werden, aber immer noch mit einem hohen dreistelligen oder gar vierstelligen Betrag für die größeren Bildschirmdiagonalen zu veranschlagen sind.

Das Weglassen eines UHD-Blu-ray-Laufwerks bleibt für mich jedoch unverständlich und dürfte im Endeffekt eher ein Hindernis werden. Wenn schon 4K, dann bitte das gesamte Paket. Einem High-End-Enthusiasten dürfte der Mehrpreis für das Komplettpaket ohnehin egal sein. Immerhin ein Aspekt, aufgrund dessen sich Microsoft mit der Xbox One S die Hände reiben kann. Sollte der UHD-Blu-ray-Markt anziehen, hat Microsoft damit die Nase vorn.

Abzuwarten bleibt, wie lange es dieses Mal dauert, bis die nächste stärkere Variante kommt. Gerade im Bereich Prozessoren und Grafik-Chips ist einiges in Bewegung und neue Generationen sind im Anmarsch, die dann vielleicht in der Lage sind, 4K nativ und mit 60 fps auf den Bildschirm zu bringen.

Persönliches Resümee

Ich für meinen Teil werde wohl noch ein Weilchen in der Full-HD-Dimension verbleiben. Die technische Entwicklung schreitet gerade wieder stark voran mit neuen CPUs und GPUs in Sichtweite. 4K wird sicherlich auch für mich mal ein Thema, aber ich warte noch ein wenig auf den Preisverfall und das hoffentlich bald wachsende Angebot an Inhalten, egal, ob Spiele oder Filme. Selbst dann stellt sich mir immer noch die Frage, ob ich tatsächlich wieder zu einer neuen Konsole greife oder mein Geld doch lieber in eine starke Grafikkarte für meinen PC stecke, die mir immerhin echtes 4K liefert.

Sonys PS4 Pro ist im Grunde nur ein Zwischenstopp auf dem steilen Hügel von Full HD zu 4K – oder böse ausgedrückt: nichts Halbes und nichts Ganzes, was 4K angeht. Die Xbox Scorpio wird der nächste Zwischenstopp und ich bin sicher, dass sowohl Sony als auch Microsoft bereits die nächsten Berghütten planen. Es sind immerhin wichtige Zwischenstopps, denn ohne diese würde das Interesse der Spiel- und Videofans nicht geweckt und die Technologien würden versanden oder schlicht zu teuer bleiben. Fraglich ist nur, ob und wie viele Spieler mitziehen – oder ob sie bei der schnelleren Konsolenrotation genervt das Handtuch werfen.

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