Test - Nvidia Geforce GTX 660 Ti : Kepler wird mittelklassig!

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Nach langen Gerüchteexzessen hüpft endlich Nvidias für Spieler spannende Mittelklasse in den Handel. Mittelklasse? Na ja, Ansichtssache. Mit derzeit mindestens 280 Euro kostet die bereits in hohen Stückzahlen verfügbare Geforce GTX 660 Ti zwar genauso viel wie vorab erwartet, mimt bei diesem Preis aber eher die Schnittstelle zwischen Mittel- und Oberklasse. Wir verraten euch, welche Performance ihr von dem Brummer erwarten könnt.

Schon Wochen vor dem Verkaufsstart tauchten die technischen Daten der GTX 660 Ti auf. Jetzt zeigt sich, dass sie überwiegend korrekt waren. Nvidia setzt bei der Pixelfabrik auf den bekannten GK104-Grafik-Chip, der mit seiner 28-nm-Struktur auch der Oberklasse (GTX 670, 680, 690) dient. Auf ihm lauern 3,54 Milliarden Transistoren, genau wie bei der GTX 670. Überhaupt sieht die GTX 660 Ti ihrer großen Schwester sehr ähnlich: Weil Nvidia die SMX-Blöcke für die GTX 660 Ti mit vergleichbarer Auswirkung abschaltet, verfügt die Kepler-Karte über dieselbe Anzahl an Ausführungseinheiten und ebenfalls über 1.344 Shader-Einheiten wie eine GTX 670.

Im Test: Gainward GTX 660 Ti mit den Referenz-Taktraten

Selbst bei den Taktraten herrscht große Einigkeit. Der Grafik-Chip fährt mit den gleichen 915 MHz Basis- und 980 MHz Boost-Takt durch die Spiele. Die besagten Textureinheiten (TMUs) bleiben unverändert bei 112. Letztendlich unterscheiden sich die beiden Pixelfabriken nur beim Speicher-Interface und den Raster-Operation-Processors (ROPs). Letztere wurden von 32 auf 24 heruntergesetzt. Das Speicher-Interface fällt mit 192 Bit (3 x 64 Bit) schmaler aus als die 256 Bit (4 x 64 Bit) einer GTX 670.

(zum Vergrößern auf die Tabelle klicken)

Doppelte Belastung

Gleich bleibt der 2.048 MB große GDDR5-Videospeicher mit effektiven 3.004 MHz Takt, obwohl bei der GTX 660 Ti ein Speicher-Controller wegfällt. Die gleiche Speichermenge erreicht Nvidia daher nur mit einem kleinen Trick: Normalerweise kümmert sich jeder 64 Bit breite Speicher-Controller um 512 MB Speicher. Folgerichtig sollte die GTX 660 Ti also auf nur 1,5 GB kommen. Um dennoch 2 GB zu erreichen, verwaltet einer der drei 64-Bit-Speicher-Controller mit 1.024 MB die doppelte Speichermenge, während sich die beiden anderen 64-Bit-Controller um die üblichen 512 MB kümmern.

Zumindest auf dem Papier ist das ein kleiner Nachteil, da einer der Speicher-Controller stärker belastet wird. Nutzen Spiele sehr viel Videospeicher, könnte es beim Nachladen zu kurzen Rucklern kommen. In unseren gleich folgenden Praxistests konnten wir diesen theoretischen Nachteil allerdings nicht bemerken, der, wenn überhaupt, ohnehin nur in sehr wenigen Situationen auftreten dürfte.

Jeder Hersteller setzt auf eigene Designs, bei den OC-Varianten (wie hier von Zotac, MSI und Asus) werden gerne Duallüfter genutzt

Jeder kühlt anders!

Nvidia liefert kein Referenz-Design aus, weshalb die Grafikkartenhersteller ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es werden verschiedene Kühllösungen eingesetzt, außerdem tauchten bisher drei Versionen mit 3.072 MB Videospeicher auf - der zusätzliche VRAM dürfte aber keine nennenswerten Vorteile bringen. Gemeinsam haben alle, dass sie zwei 6-pin-Stromleitungen zum Netzteil benötigen.

Gewöhnlich löffelt die GTX 660 Ti 134 Watt aus dem Netzteil, wobei vereinzelte Modelle nach bis zu 165 Watt dürsten können. Die normale maximale Leistungsaufnahme (TDP), für die die Kühllösungen ausgerichtet sein sollen, gibt Nvidia mit 150 Watt an. Zum Vergleich: Die gewöhnliche Leistungsaufnahme der GTX 670 liegt mit 141 Watt (statt 134 Watt) nur sieben Watt über der GTX 660 Ti.

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