Test - Nostradamus: Die letzte Prophezeiung : Die Tochter des Wahrsagers

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Wer kennt ihn nicht, den Mediziner und Astrologen Michel de Notredame alias Nostradamus, berühmt und berüchtigt für seine Prophezeiungen. Nun darf sich der Welt bekanntester Wahrsager, oder konkreter dessen Tochter, in einem PC-Spiel austoben. Welche Wertung sagt ihr voraus?

Weissagungen und Emanzipation

Wer kennt ihn nicht, den Mediziner und Astrologen Michel de Notredame alias Nostradamus, berühmt und berüchtigt für seine Prophezeiungen, deren Interpretationen die Menschen bis heute beschäftigen. Doch schon zu seinen Lebzeiten im 16. Jahrhundert waren seine Fähigkeiten gefragt. So beginnt denn das Spiel auch mit einem überraschenden Besuch der französischen Königin Katharina de Medici, die ihn bittet, sie von einem unheimlichen Fluch zu befreien. Nostradamus ist allerdings nicht mehr der Jüngste, also schickt er seine Tochter Madeleine, das Rätsel zu lösen.

Da Frauen zu dieser Zeit aber noch kein besonderes Vertrauen in diesem Gewerbe genossen, müsst ihr euch als ihr Bruder César ausgeben. Also muss erst einmal eine glaubwürdige Verkleidung her. Neben Kleidung, falschen Haaren und Bart benötigt ihr allerdings auch noch Make-up, um ihr die richtige Hautfarbe zu verpassen. Im Haus findet ihr eine Anleitung zur Herstellung der benötigten Farbe und nach einigem Suchen auch alle Zutaten. Diese müssen dann vorbereitet und in einem Ofen erhitzt werden.

Medizin und Astrologie

Dieses erste Kombinationsrätsel ist noch recht einfach zu lösen, im Verlauf des Spiels benötigt ihr für bestimmte Mittelchen dann aber schon bis zu neun Ingredienzien. Bei der Zubereitung solltet ihr keine Fehler machen, denn sonst erhaltet ihr nur eine dubiose Mixtur, die ihr gleich wieder entsorgen könnt. Zum Glück ist das Inventar groß genug, um alle Gegenstände aufzunehmen, die ihr findet. Manuell oder automatisch werden diese dann freien Slots zugewiesen. Hier könnt ihr Gegenstände auch untersuchen oder mit einigen Werkzeugen bearbeiten.

Im Inventar findet ihr auch ein Logbuch aller Dialoge, eure aktuellen Aufgaben, eine Liste der Todesopfer und die Rezepte für Tränke und Salben. Zusätzlich löst ihr hier ebenfalls die astrologischen Rätsel. Und die haben es echt in sich. Denn zum einen geben euch die Entwickler kaum Hilfestellungen zur Handhabung und Mechanik der Rätsel an die Hand und zum anderen erfordern diese teilweise auch noch ein gewisses Grundwissen der Materie. Das könnt ihr euch zwar erarbeiten, aber leider erschwert es die Lösungen unnötigerweise. Das ist umso bedauerlicher, als die Rätsel die größte Motivation für das Fortkommen im Spiel darstellen, denn die an sich interessante und spannende Geschichte tritt im Laufe des Spiels immer mehr in den Hintergrund.

Mediterrane Schönheit

Vom etwas überladen wirkenden Inventar mal abgesehen, ist die Spielmechanik die eines typischen Point&Click-Adventures. Ihr bewegt euch in Ego-Perspektive per Mausklick durch die gerenderten Bilder, die ihr in 360º-Ansicht betrachten könnt. Bewegt ihr den Mauszeiger über ein Objekt, mit dem ihr interagieren könnt, verändert sich der Cursor. Eine freie Bewegung wie etwa in 'Penumbra' ist nicht möglich, was aber auch ganz gut ist, da ihr so Objekte leichter lokalisieren könnt. Denn optisch heben sich diese nicht vom Hintergrund ab.

Grafisch gehört 'Nostradamus: Die letzte Prophezeiung' sicherlich zu den schönsten Adventures, die in letzter Zeit erschienen sind. Freunde mediterraner Landschaften, Architektur und Interieurs kommen hier voll auf ihre Kosten. Die lichtdurchfluteten Zimmer, die realistischen Schattenwürfe und die vielen liebevollen Details schaffen eine durch und durch glaubwürdige und wunderschöne Atmosphäre. Nur die Charaktere inklusive deren Animationen stören das stimmige Bild etwas. Auch der Soundtrack passt gut in die mittelalterliche Szenerie, ist auf Dauer aber etwas eintönig. Die Sprachausgabe, wenn denn überhaupt einmal gesprochen wird, ist durchaus gelungen.

Fazit

Stephan Fassmer - Portraitvon Stephan Fassmer
Mit 'Nostradamus: Die letzte Prophezeiung' kommt von den Machern von 'The Secrets of da Vinci' ein Titel, der interessant ist, aber auch so seine Macken hat. Die Story ist originell, wird aber nicht wirklich ausgereizt. Die Rätsel sind zwar spannend und logisch, doch die Mechanik und der Umfang sind für Einsteiger eindeutig zu hoch angesetzt. Neben den umwerfend schönen gerenderten Bildern fallen die Darstellung und Animation der Charaktere deutlich ab. Somit bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck. Freunde komplexer Rätsel und Geschichts- sowie Astrologie-Interessierte können an dem Spiel aber durchaus ihre Freude haben. Auch 'Myst'-Fans sollten mal reinschauen.

Überblick

Pro

  • fordernde, 'Myst'-ähnliche Rätsel
  • stimmige Grafik und passender Sound
  • interessantes Setting

Contra

  • Story wird nicht ausgereizt
  • Rätsel für Anfänger zu schwierig

Wertung

  • PC
    73
    %

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