Test - Ninety-Nine Nights : Ninety-Nine Nights

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Als großer Hoffnungsträger für die Xbox 360 in Japan ins Rennen geschickt, ist das Schlachtenepos ’Ninteny-Nine Nights’ nun auch in unseren Gefilden erhältlich. Wir haben uns in die opulenten Gefechte gestürzt und erklären euch im folgenden Review, weshalb der viel versprechende Titel den hohen Erwartungen nicht gerecht wird.

9 Uhr 59 auf dem Schlachtfeld

An einem sonnigen Tag um 9 Uhr 59 vor über einem Jahr setzten sich die Verantwortlichen für die Japan-Division im X360-Team zusammen und hielten eine Kriegssitzung. Wie kann man den wählerischen Japanern die Xbox 360 schmackhaft machen, damit das Videospiel-affine Völkchen häufiger zur neuen MS-Konsole greift, als dies beim verschmähten Vorgänger der Fall war? Schnell war ein Schlachtplan gezimmert, der einen Erfolg sichern sollte: Man verpflichtete Tetsuya Mizuguchi, der mit ’Meteos’ und ’Lumines’ zu den neuen Stars unter den japanischen Spielentwicklern zählt, und ließ ihn ein Spiel entwerfen, das vom Genre her in Japan fast schon automatisch für klingelnde Kassen sorgt: Ein Action-Spiel im ’Dynasty Warriors’-Stil, in dem man auf epischen Schlachtfeldern hunderte feindlicher Soldaten im Sekundentakt niedermetzelt. So oder ähnlich dürfte die Entstehungsgeschichte von ’Ninety-Nine Nights’ klingen. Leider können wir trotz der guten Vorzeichen kein Happy End versprechen.

Doch zunächst zur Story des Spiels: Einst stürzte ein Dämon die Erde in Dunkelheit, nach 99 Tagen gelang es einer Truppe von Helden allerdings, den Fiesling mittels eines Orbs zu bannen und für Frieden zu sorgen. Doch diese Zeit der Ruhe hielt nicht lange, denn eines Tages musste ein Goblin-Wächter des Orbs feststellen, dass sein Kollege ermordet und die helle Hälfte des heiligen Gegenstandes von einem menschlichen Wächter geklaut wurde. Rasch sammelten sich die Goblins um die dunkle Orb-Hälfte und schworen den Menschen ewige Rache. Seitdem tobt ein Krieg zwischen den zwei Rassen, der auf beiden Seiten schon viele Opfer forderte. Zusammen mit den Elfen konnten die Menschen aber ihre Feinde besiegen und für eine glorreiche Zeit ihrer Rasse sorgen. Seitdem sind einige Jahre vergangen und die Goblins haben sich mit den Orks zusammengetan, um die Menschheit doch noch zu überflügeln.

Unzählige Kämpfer

Diese im Grunde recht interessante Story wird euch aus der Perspektive von sieben Charakteren vermittelt. Dabei bekommt ihr zwischen den Missionen sehr hübsche Rendersequenzen zu Gesicht, die allerdings nicht wirklich verdecken können, dass die Umsetzung der Story eher belanglos ausgefallen ist. Immerhin spielen die Entwickler in der Handlung aber mit der Idee, dass nicht jede Figur auf der "guten" Seite auch wirklich ein edler Mensch ist. Als Beispiel sei der erste Charakter namens Inphyy genannt. Die junge Tempelritterin wird nach einem Sieg über ihren Bruder zur Anführerin einer Armee-Division und metzelt, angestachelt von der Ermordung ihrer Mutter durch Goblins, wie eine Berserkerin. Unzählige feindliche Krieger sterben durch ihre Klinge – bis ihr Bruder entsetzt feststellen muss, dass die "Heldin" nicht mal vor der unbewaffneten Zivilbevölkerung der Goblins Halt macht. So erlebt ihr das Geschehen nach und nach aus verschiedenen Perspektiven, wobei teils dieselben, teils neue Missionen oder alternative Wege bestritten werden dürfen. Sogar auf der Seite der Goblins dürft ihr mal kämpfen.

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