Test - Layers of Fear 2 : Der Horror geht weiter

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2016 konnte der Horrorhit Layers of Fear die meisten Kritiker überzeugen. Der Horrortrip mit fantastischer Atmosphäre hatte quasi alles, was sich Freunde von Horrorspielen wünschen. Jetzt kommt sein Nachfolger auf den Markt und entführt euch auf ein verlassenes Kreuzfahrtschiff mitten auf dem Ozean. Kann die neue Geschichte mit dem psychedelischen Gruseltrip von damals mithalten?

Die Fortsetzung des 2016er-Geheimtipps Layers of Fear hält sich nicht mit einer Einleitung und unnötigen Erklärungen auf. Ihr werdet direkt ins Geschehen geworfen und beginnt euer gruseliges Abenteuer auf einem Kreuzfahrtschiff irgendwo auf dem Meer. Von anderen Passagieren oder gar der Crew fehlt jedoch jede Spur.

Über Notizen und Gegenstände, die fremde wie eigene Erinnerungen abrufen, erfahrt ihr nach und nach, wer ihr seid, warum ihr euch auf dem Schiff befindet und was es mit der Gesamtsituation auf sich hat. Mehr verraten wir zu dem Thema natürlich nicht, da genau solche Fragen und die Antworten darauf das große Mysterium von Layers of Fear 2 ausmachen.

Immer nur lesen

Die Erzählweise lässt leider zu wünschen übrig, denn das Spiel vermittelt seine Informationen ausschließlich in Form von schriftlichen Hinweisen und Erinnerungsblitzen. Ihr lauft durch die endlos wirkenden Gänge und Flure, sammelt Gegenstände ein und setzt euch so ganz langsam ein Bild von dem zusammen, was hier passiert beziehungsweise passiert ist.

Genau wie im Vorgänger werden die Erlebnisse von Minute zu Minute merkwürdiger, um nicht zu sagen erschreckender. Der Aufbau des Schiffs ändert sich ständig. Sobald ihr auch nur für einen Moment in eine andere Richtung schaut, verschwinden Türen, erscheinen Gänge, gruselige Puppen wechseln ihren Platz oder die Haltung und manchmal verändert sich sogar die gesamte Umgebung.

Richtig unheimlich ist das trotzdem nur, wenn ihr euch darauf einlasst. Wer sich nicht ganz und gar in die Situation hineinversetzt, den werden die wenigen Jumpscares und die verstörenden Geräusche im Hintergrund kaum in Panik versetzen. Die unheimliche Atmosphäre ist zwar fantastisch, der Grad des Schreckens jedoch minimal.

Das liegt vor allem daran, dass sich das Spiel fast ausschließlich auf wenig originelle Screamer als Mittel des Erschreckens verlässt. Zu Beginn des Abenteuers mag das noch ausreichen, um den Schreckhaften unter euch einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen, allerdings gewöhnt man sich äußerst schnell an diese Vorgehensweise.

Der Tod im Dunkeln

Der Gruselfaktor erhöht sich im späteren Verlauf leicht, wenn der formlose Mann, ein tödlicher Widersacher, der sich ebenfalls auf dem Schiff aufhält, in das Geschehen eingeführt wird. Begegnungen mit ihm sind schon allein deshalb nervenaufreibend, weil er euch als Einziger im Spiel töten kann. Logisch, dass sein Anblick Grauen auslöst.

Doch auch sein Schrecken lässt mit der Zeit nach, da das Spiel seine Auftritte in manchen Leveln überstrapaziert und er lediglich durch Trial & Error abgehängt werden kann. Oft habt ihr nur den Bruchteil eines Moments Zeit, um eine bestimmte Richtung einzuschlagen und Türen hinter euch zu schließen. Wenigstens sind die Ladezeiten recht kurz und ihr startet fast immer direkt vor der letzten Konfrontation mit dem Widersacher.

Langeweile ahoi!

Abseits des Einsammelns von Informationen und der regelmäßigen Aufeinandertreffen mit dem formlosen Mann habt ihr nicht viel zu tun. Ihr erkundet die schlauchartigen Levelabschnitte des Schiffs und sucht den einen Weg, der euch weiterführt. Ab und an gilt es, Rätsel zu lösen, deren Bandbreite gerade mal eine Handvoll Variationen kennt.

Sie bestehen fast immer aus einer entweder überaus einfachen Herausforderung, die eure Gehirnzellen kaum bis gar nicht in Anspruch nimmt, oder einer, bei der zu Beginn völlig unklar ist, was eigentlich zu tun ist.

Letztendlich ist es also vor allen Dingen die Geschichte, mit der Layers of Fear 2 begeistern kann. Sie wird zwar, wie bereits angeschnitten, umständlich erzählt, fällt dafür aber recht spannend und unterm Strich sogar clever konstruiert aus. Immer wieder wähnt man sich der Lösung ein Stück näher, da ändern auch schon ein paar wenige Informationen das gesamte Bild.

Technisch (fast) einwandfrei

Visuell ist Layers of Fear auf hohem Niveau mit sehr scharfen Texturen und einer beeindruckenden Licht-Schatten-Dynamik. Durch Abschnitte in Schwarz-Weiß und eingebaute Bildstörungen wie in alten Kinofilmen entsteht eine interessante und abwechslungsreiche Optik. Oft fühlt man sich in Klassiker wie Nosferatu (1922) oder auch Vampyr: Der Traum des Allan Grey (1932) versetzt, was für Fans klassischer Horrorfilme ein besonderer Pluspunkt ist.

Layers of Fear 2 - Time Waits For No One Trailer
Das Horror-Adventure Layers of Fear bekommt in diesem Jahr auf PC, PS4, Xbox One und Switch ein Sequel spendiert.

Nur dass Layers of Fear 2 deutlich dunkler sein dürfte, als es diese Filme je waren. Selbst nachdem ich die Helligkeit auf meinem Fernseher stark erhöht hatte, war in manchen Passagen immer noch schwer zu erkennen, was vor sich geht, wodurch die Orientierung und die Interaktion mit der Spielwelt mitunter stark litten.

  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 1
  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 2
  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 3
  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 4
  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 5
  • Layers of Fear 2 - Screenshots - Bild 6

Die Soundkulisse von Layers of Fear 2 ist dafür durchgehend gelungen. Mit Kopfhörern wird sie noch besser, doch selbst ohne entfaltet sie ihre unheimliche Wirkung vortrefflich. Die Synchronsprecher leisten hochwertige Arbeit, Musik und Soundeffekte werden geschickt genutzt, um eine gruselige Grundstimmung zu erzeugen.

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