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Special - Die Akte Kojima : Der Rosenkrieg

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    Einst waren Konami und Hideo Kojima unzertrennlich. Der in Tokio geborene Kojima wurde binnen weniger Jahre zum Gesicht des japanischen Konzerns und schuf mit der Metal-Gear-Serie wohl das Aushängeschild der Firma. Doch im Laufe der letzten Monate muss es zwischen Konami und Kojima des Öfteren Unstimmigkeiten gegeben haben, die letztendlich den mutmaßlichen Rauswurf des Metal-Gear-Schöpfers zur Folge hatten. Wir rekapitulieren die vergangenen Ereignisse.

    Alles begann damit, dass Konami sowohl Kojimas Namen als auch das Logo von Kojima Productions von der Metal-Gear-Solid-V-Webseite als auch von den dazugehörigen Artworks entfernte. Zudem entdeckten findige Spürnasen, dass das in Los Angeles ansässige Studio von Kojima Productions in Konami Los Angeles Studios umbenannt wurde. Schnell wurden Gerüchte laut, dass sich Konami von Kojima trennen würde. Noch am selben Tag (19. März 2015) bestätigte das Unternehmen, dass man weiterhin gemeinsam mit Kojima an weiteren Metal-Gear-Produkten arbeiten werde.

    Einen Tag darauf, am 20. März, tauchten Stellenausschreibungen für ein neues Metal Gear auf. Die Vermutung, dass Konami die populäre Serie künftig ohne Kojima weiterführen werde, sahen nun noch mehr Fans bestätigt. Wenig später gaben Konami und Kojima einvernehmlich bekannt, dass Kojima selbst an der Fertigstellung von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain arbeiten werde.

    Die Spekulationen und Gerüchte rissen nun nicht mehr ab und wurden durch die Absage des bis dato regelmäßig veröffentlichten Kojima Station Broadcast und eine weitere Bekräftigung Konamis, dass Kojima weiterhin an Metal Gear Solid V: The Phantom Pain arbeite, nur noch mehr genährt. Laut Konami sei die Entfernung von Kojimas Namen und dessen Firma nur Teil einer neuen Strategie, um das eigene Unternehmen mehr in den Vordergrund zu stellen. So recht wollte zu diesem Zeitpunkt aber niemand mehr daran glauben.

    Am 31. März führte Konami seine Strategie weiter fort und entfernte nun auch das Logo von Kojima Productions von der offiziellen Silent-Hills-Webseite - jenem Horror-Spiel, das unter der Leitung von Hideo Kojima und Guillermo del Toro entstehen sollte. Wenig später ergänzte Konami wiederum den Namen von Hideo Kojima bei zahlreichen Produkteinträgen zu Spielen der Metal-Gear-Serie. Stand es um Hideo Kojima und Konami also gar nicht so schlecht, wie viele vermuteten?

    Silent Hills - TGS 2014 Trailer
    Nach dem "playable Teaser" gibt es nun neues Bewegtbild zu Silent Hills direkt von der TGS 2014.

    Schrecken mit Ende

    Die gesamte Situation wurde immer undurchsichtiger und erfuhr einen neuen Höhepunkt, als Ende April bekannt wurde, dass P.T., der spielbare Teaser zu Silent Hills, aus dem PlayStation Store entfernt wurde. Für viele war dies ein erstes Zeichen dafür, dass das ambitionierte Projekt zweier bekannter Branchengrößen seinem Ende entgegen sah. Diese Befürchtung bewahrheitete sich wenig später, als Guillermo del Torro während des San Francisco International Film Festival klar und deutlich sagte, dass Silent Hills nicht mehr zustande kommen werde. Wenig später gab Konami offiziell bekannt, dass Silent Hills eingestellt worden sei.

    Am 14. Juli traf Konamis mittlerweile erprobte Strategie auch das Cover von Metal Gear Solid V: The Phantom Pain. Sprich, auch hier wurde der Name Hideo Kojima als auch das Logo von Kojima Productions wegrationalisiert. Erst vor wenigen Tagen entdeckte ein Spieler eine spezielle, in Metal Gear Solid V: Ground Zeroes versteckte Botschaft. Während der sogenannten Déjà-Vu-Mission besteht die Aufgabe des Spielers darin, alle Logos zu den Metal-Gear-Spielen mittels UV-Licht zu löschen, an denen Hideo Kojima selbst beteiligt war. Im Laufe dieser Aufgabe ertönt folgender Satz: „You might be able to erase the markings, but the memories never disappear ...“ Es scheint fast so, als hätte Kojima schon länger geahnt, was die Zukunft für ihn bereithält.

    (Metal Gear Solid V: The Phantom Pain)

    Es bleibt nach wie vor fraglich, wie es mit Hideo Kojima und Konami weitergeht. Vor allem aber stellt sich die Frage, warum das alles? Wieso sollte sich Konami von Kojima trennen wollen – wonach es derzeit ja zweifelsohne aussieht? Ein erst kürzlich veröffentlichtes Interview mit Rika Muranaka, die unter anderem als Komponistin und Sängerin für die Metal-Gear-Solid-Serie tätig war, könnte Aufschluss darüber geben. Laut Muranaka habe sich durch Kojimas Wirken die Entwicklung von The Phantom Pain immer wieder verschoben.

    Außerdem solle Kojima Muranaka mit mehreren Kompositionen beauftragt haben, für die sie auch bezahlt worden sei, die aber Kojimas Anspruch nicht erfüllt hätten und somit auch nie verwendet wurden. Muranaka zufolge soll es sich dabei um circa 30 bis 40 Songs gehandelt haben. Größtes Problem sei laut Muranaka aber gewesen, dass Kojima stets ein festes Gehalt ausbezahlt wurde, unabhängig von den Umsätzen, die die Metal-Gear-Reihe erwirtschaftete. Wie viel Wahrheit letzten Endes dahinter steckt, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Die Aussagen könnten jedoch ein Hinweis darauf sein, was wirklich zwischen beiden Parteien vorgefallen ist. Es wäre ein unrühmliches Ende einer bis dato erfolgreichen Partnerschaft.

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