Special - SSD gegen HDD : Flash, Boom, Bang

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Seit Jahrzehnten gehört die Festplatte zur Kern-Hardware. Im Elektrohirn hocken Millionen von Daten, ohne die euer Rechner nutzlos wäre. Trotzdem hat der Magnetspeicher längst das Rentenalter überschritten. Als einen der letzten mechanischen Klötze verurteilte man ihn eigentlich schon zum Tode, was mangels Alternativen allerdings noch nicht vollstreckt werden konnte. Doch die Spritze naht: Seit wenigen Monaten lauern kompakte Flash-Speicher für den Massenmarkt im Startblock. Wir haben daher Intels Solid State Disk in den Spiele-PC gezerrt und verraten euch, ob sich der teure Brocken für das zockende Volk lohnt.

SSD gegen HDD: David gegen Goliath

Wenn euch eine SSD in ihrem natürlichen Lebensraum begegnet, könnt ihr sie äußerlich schwer von normalen Festplatten unterscheiden. Der Hund liegt vielmehr unter dem Metallkleidchen begraben, denn genau hier gehen beide Speichervarianten getrennte Wege. Im Gegensatz zur herkömmlichen Festplatte züngelt die SSD eben nicht mit einer Nadel Datenpakete von rotierenden Scheiben. Sie schiebt die Bits ganz ohne bewegliche Teile von A nach B, sodass sie sich absolut resistent gegen Erschütterungen zeigt. Ihre schnelleren Zugriffszeiten und der mittlerweile schlanke Energiebedarf gehören genauso zu den Vorteilen wie das geringere Gewicht und das kompakte Format – SSDs nehmen maximal 2,5 Zoll ein.

Trotz des technischen Punktsiegs sitzt kaum eine SSD in Rechensklaven. Dafür gibt es mindestens zwei Totschlagargumente: Zum einen kostet sie einen saftigen Batzen Euronen, zum anderen hinkt sie den Kapazitäten einer Normalo-Festplatte hinterher. Die einzelnen Flash-Zellen lassen sich zudem nicht unendlich oft beschreiben. Bei den teureren SSDs in der SLC-Ausführung sind bis zu 100.000 Schreibvorgänge pro Zelle möglich, hingegen schafft die günstigere MLC (wie die X25-M) nur bis zu 10.000 Zyklen. Möglicherweise lösen sich vor allem die Preis- und Kapazitätsprobleme bald in Wohlgefallen auf, da verschiedene Hersteller genau an diesen Nachteilen werkeln.

Highend-Speicher im Glaubenskrieg

Die schnöde Festplatte mit 7.200 Rotationen pro Minute verbannen wir aus dem Vergleichstest – solche Vertreter rammt die SSD höchstwahrscheinlich unangespitzt in den Boden. Wenn überhaupt eignen sich schnelle Magnetspeicher wie Western Digitals Temposünder WD VelociRaptor (WD3000HLFS) als ernste Konkurrenz, die mit 10.000 Umdr./Min., 16 MB Cache und 300 GB Laderaum zum Rudelführer des HDD-Gewerbes gehört. Mit 200 Euro schafft es dieser 3,5-Zoll-Klopfer aber auch nicht unbedingt auf den Wühltisch.

80 Euro mehr müsst ihr für Intels SSD X25-M abbuchen. Der Aufpreis hört sich erst einmal unspektakulär an, allerdings steckt der Teufel im Detail. Statt 300 GB passen nur 80 GB in das 2,5-Zoll-Gehäuse. Wollt ihr den potenten Bruder mit 160 GB in euren Einkaufswagen schleudern, werden sogar mindestens 520 Euro fällig. In solchen Sphären verstehen sich drei Jahre Garantie und 1,2 Millionen Stunden Laufzeit fast wie von selbst.

Der Preis pro GB schreckt definitiv ab. Während für die VelociRaptor 66 Cent pro GB anfallen – das ist schon viel –, lösen 3,50 Euro für die 80-GB-SSD und 3,25 Euro für die 160-GB-SSD Herzflimmern aus. Deshalb muss die Leistung wie eine Bombe einschlagen, um die Kosten annähernd zu rechtfertigen.

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