Special - HTC Vive : Virtual-Reality-Träume

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Zwei Stunden später hat es sich ausgejobbt. Nach etlichen Sauereien, die ich angestellt, diversen Kunden, denen ich Kram verkauft, und Dingen, die ich Basketball-mäßig in den Mülleimer befördert habe, ist es dann auch mal gut. So nett das Abtauchen auch ist, spielerisch ist das eben nur eine VR-Demo. Deswegen auf zu neuen Abenteuern mit Budgets Cuts.

Auch bei diesem Titel handelt es sich noch um eine Demo für ein unfertiges Spiel. Im Endeffekt bekommt ihr einen Schleichtitel aus der Ego-Perspektive. Das Problem der langen Wege innerhalb des Spiels und somit der unmöglichen Umsetzung in einem kleinen Raum wurde damit gelöst, dem Spieler eine Portal-ähnliche Pistole in die Hand zu drücken. Damit verschießt ihr einen Ball, zu dem ihr euch teleportieren könnt.

Fortbewegung stellt bei Budget Cuts also kein Problem dar. Anders sieht es aber bei den Robotern aus, die in den Büros patrouillieren. Werdet ihr von einer der Blechdosen erwischt, heißt es Game over. Doch zum Glück fand ich ein paar Messer. Ein gezielter Wurf und schon sackt der Gegner in sich zusammen.

Wohlgemerkt: Dafür drücke ich keinen Knopf, sondern mache tatsächliche eine Wurfbewegung. Wenn man merkt, dass in Deckung zu gehen bedeutet, dass man wirklich in die Knie geht oder sich hinter einer virtuellen Wand versteckt, indem man seinen Körper verbiegt, dann ist das schon extrem cool. Vor allem aber ist Budget Cuts eine der Demos, bei der man erahnen kann, dass man hieraus ein etwas größeres Spiel machen könnte.

Viele Spiele, wenig Inhalt

Budget Cuts ist eines der erfreulichsten VR-Erlebnisse, weil das Spielprinzip perfekt für Virtual Reality umgesetzt wurde. Für mich ist es eines der wenigen Erlebnisse, die ich als lohnenswert erachte. Das ist natürlich trotzdem diskutierbar, da es sich bei dem Titel gerade mal um eine Demo handelt. Das Demogefühl habe ich aber grundsätzlich bei den meisten Spielen, die ich mit Vive anzocke. Ich komme mir ein wenig vor wie auf einer Kirmes, wo man alle zwei Meter eine neue Bude mit irgendeiner Attraktion sieht, die einen für zwei Minuten unterhält. Oder eben auch nicht.

Und genau das ist bis jetzt noch das Problem. Vielen Spielen, oder besser gesagt Demos, steht noch dieser „Ich-bin-VR-und-zeige-dir-wie-alles-funktioniert“-Effekt ins Gesicht geschrieben. Es gibt nette Ansätze und Konzepte, aber die meisten Titel, die ich anzocken konnte, bieten maximal eine halbe Stunde Unterhaltung. In der Summe kommt natürlich einiges zusammen, aber für langfristige Zockerlebnisse gibt es noch recht wenig.

960 Euro kostet der Spaß, wenn man mit Vive loslegen will. Zusätzlich zu einem PC, der das Ganze auch ordentlich zum Laufen bekommt. Das ist alles andere als günstig und massenmarkttauglich. Aber so ist das eben bei neuen Technologien, die sich gerade im Gaming-Bereich anfangs oftmals eher an die Hardcore-Zocker richten. Das weiß in der Regel auch jeder, der sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt. Das Problem ist nur, dass viele der Titel – und ich bin mir bewusst, dass es durchaus Ausnahmen wie Elite Dangerous gibt – spielerisch sehr seicht sind und bis auf diverse „Aha“-Momente noch nicht viel anzubieten haben.

Klar, der Reiz des Neuen ist auf jeden Fall da. Der Moment, als ich das erste Mal in die Virtual Reality abtauchte, war supergut. Aber nach und nach stechen die Schwachpunkte umso mehr ins Auge – sowohl technische als auch spielerische. Mein Tipp ist deswegen: Wartet einfach noch ein bisschen. Es gibt keinen Grund, außer die eigene Ungeduld, jetzt schon auf den VR-Zug aufzuspringen. Denn letztendlich nutzt die beste Hardware nichts, wenn es nicht genügend Spiele gibt, um sie ausnutzen. Und gerade für Hardcore-Zocker sind die meisten Spiele einfach noch zu casual.

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