Special - HTC Vive : Virtual-Reality-Träume

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Die Unschärfe am Rand tritt aber auch leicht auf, wenn die Linsen direkt vor den Glubschern sind. Vor allem wenn dort irgendwelche HUD-Elemente sind und man hinschaut, fällt das leicht auf. Für das beste Bild sollte man immer direkt nach vorne schauen und den Kopf etwas mehr bewegen, um das, was man scharf sehen will, in den Fokus zu holen. Hört sich schlimmer an, als es ist, aber man merkt es eben leicht.

Da ich das Glück hatte, ein paar Tage vorher PlayStation VR ausprobieren zu dürfen, konnte ich einen kleinen Vergleich zu Vive ziehen. PlayStation VR hat mich positiv überrascht. Obwohl sie weitaus günstiger ist, hatte ich das Gefühl, dass die einzelnen Pixel bei Vive deutlicher zu erkennen sind (der „Fliegengittereffekt“). Das liegt wohl an einer etwas anderen Display-Technologie der PlayStation VR, soweit ich das verstanden habe.

Abtauchen in den normalen Alltagsjob?!

Alles kalibriert, Headset aufgesetzt, Controller in der Hand – es kann losgehen. Wie sind denn nun die ersten Virtual-Reality-Erfahrungen? Die wähle ich erst mal über Steam VR aus. Vor mir ist ein Menü, das im Raum schwebt. Meine beiden Controller sehe ich in virtueller Form. Bewegungen werden eins zu eins umgesetzt. Lag merke ich nicht. Ein Controller funktioniert wie ein Laserpointer, mit dem ich auf die jeweiligen Spiele zeige. Um loszulegen, drücke ich den Trigger. Erster Stopp? Job Simulator!

Job Simulator ist genau das, was man vermutet. Ihr schlüpft in diverse Berufe und müsst arbeiten. Vier stehen zur Auswahl: Bürokraft, Automechaniker, Kiosk/Supermarktkassierer und Koch. Da ich schon immer mal in die Fußstapfen von Apu treten wollte, entschied ich mich für die Stelle als Kwik-E-Mart-Kassierer.

Plötzlich stehe ich drin in dem kleinen Supermarkt. Um mich herum erkenne ich Verkaufstresen, Regale, einen Hot-Dog-Brater, einen Kühlschrank und etliche andere Dinge. Dieser Moment, wenn man in so eine virtuell dargestellte Welt abtaucht, ist genial. Meine Controller sind virtuelle Hände, die vor mir schweben und genau das machen, was ich mache. Hört sich nicht sonderlich aufregend an, ist aber klasse umgesetzt.

So stehe ich zunächst da und bin einfach nur fasziniert davon, in einer virtuellen Welt zu sein. Ich schnappe mir die Ketchup-Flasche vor mir und mache erst mal eine ordentlich Sauerei. Vielleicht kann ich sogar aus ihr trinken? Ich hebe sie hoch und kippe sie. Virtueller Ketchup läuft in meinen virtuellen Mund. Das Bemerkenswerte daran ist, dass ich tatsächlich meinen Mund aufgemacht habe, in voller Erwartungen, gleich Ketchup zu essen. Das ist schon eine Art der Immersion, die ich so noch nie hatte.

Knapp zehn Minuten später passiert mir etwas Ähnliches noch einmal. Als ich dringend auf die Toilette musste (im echten Leben, nicht virtuell), wollte ich meine beiden Controller quasi auf den virtuellen Tisch vor mir legen. Bis ich kurz vor dem Loslassen realisierte, dass da in echt ja gar kein Tisch ist und die Dinger einfach auf den Boden gefallen wären. Ich konnte nicht anders, als kurz zu lachen, als mir das auffiel.

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