Special - HTC Vive : Virtual-Reality-Träume

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Ich kann mich noch erinnern, als ich in einem Urlaub Mitte der 90er in irgendeiner Mall in den USA stand. Ich sah große Kästen, auf denen Leute mit übergroßen, klobigen Skibrillen und Controllern in den Händen standen. Als junger Videospieler wusste ich gleich: Das ist Virtual Reality und ich will das auch probieren! Jetzt kann das quasi jeder zu Hause haben – vorausgesetzt, die Kohle ist im Geldbeutel. Der große Kasten zum Draufstellen fällt weg, die Skibrille aber bleibt. Ich habe mich jetzt mehrere Tage mit dem HTC Vive beschäftigt.

Es gibt ja viele Leute, die sich schon im Vorfeld über die VR-Headsets aufregen: „Das sieht ja total doof aus! So hampel ich doch nicht rum!“ Ich habe damit absolut kein Problem. Schon gar nicht, wenn ich die Möglichkeit habe, in neue Welten abzutauchen. Genau das habe ich mir von HTCs Vive erwartet, weshalb ich mich natürlich wahnsinnig freute, als unsere Version eintraf.

Im Gegensatz zu Oculus Rift verspricht Vive nämlich eine etwas andere Erfahrung: Rift ist eher darauf ausgelegt im Sitzen und mit traditionellem Controller gezockt zu werden. Zumindest so lange, bis die neuen Touch-Controller kommen – wobei das Vive dann immer noch mehr Bewegungsfreiheit bieten wird.

Das liegt an den beiden Sensorwürfeln, die man im Raum anbringt und die die Bewegungen des Headsets und der Controller verfolgen und umsetzen. Damit lässt sich eine etwas größere Fläche als bei der Konkurrenz abdecken. Teilweise erfordern das die VR-Demos auch, die ich anspielen konnte, sonst starten sie erst gar nicht. Das heißt, man muss alles erst mal ordentlich kalibrieren und den Bereich ablaufen, der einem zur Verfügung steht. An sich kein Problem. Das Set-up ist aber dennoch nicht gerade das leichteste.

Zumindest brauchten wir statt der angegebenen 30 Minuten um die zwei Stunden, bis alles lief. Mal wurde ein Controller nicht erkannt, mal gab es Treiberprobleme. Aber dank Google und anderer User, die ähnliche Probleme hatten, konnte unser redaktionsinterner Technikguru alles in den Griff kriegen – und ich zum ersten Mal abtauchen.

Geht das auch mit Brille?

Das erste Mal das Headset aufzusetzen ist natürlich immer ganz interessant, gerade für mich als Brillenträger. Passt das Ganze gut auf meine Rübe? Bekomme ich das mit der Brille hin? Eines gleich vorweg: Ich habe Oculus Rift, PlayStation VR und Vive ausprobiert und man kann alle mit Brille tragen, auch wenn es hier und da eventuell ein bisschen drückt. Aber es klappt im Großen und Ganzen gut, außer beim Abnehmen. Bei fast jedem Gerät wird mir die Brille beinahe jedes Mal mit abgezogen. Das ist zwar nicht weiter schlimm, aber dennoch etwas lästig.

GamesweltLIVE - Sendung vom 14.04.2016 (Teil 1)
Sendung vom 14.04.2016 (Teil 1)

Damit die Brille nicht vorne an die Linsen stößt, ist es möglich, bei der Vive den Abstand der Linsen etwas zu vergrößern. Hört sich in der Theorie gut an, ist in der Praxis aber eher nervig. Dadurch, dass der Abstand größer wird, verschwimmen die Ränder des Bildausschnitts umso mehr und es tritt noch mehr das Gefühl auf, eine Taucherbrille zu tragen, deren Ränder man sieht. Leider gibt es keine Einstellung, um die Dioptrien über das Headset auszugleichen.

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