Test - Helldorado : Taktik im Wilden Westen

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Seit einigen Jahren zählt das Untergenre der Echtzeittaktik-Spiele, begründet von 'Commandos,' zu einer der beliebtesten Beschäftigungen für PC-Strategen. Das Spielprinzip ist schnell erklärt: Man steuert einen kleinen Trupp von fünf Mann, jeder mit speziellen Fähigkeiten ausgestattet. Nur durch geschickte Kombination dieser Fähigkeiten gelangt man zum Ziel: Einen Gegner nach dem anderen auszuschalten und dabei Aufträge zu erfüllen.

Mit Basenbau, Panzer-Massenproduktion und klassischer Echtzeitstrategie-Hatz hat dies trotz der Namensverwandtschaft nichts zu tun. Vielmehr spielen sich derartige Titel wie eine Partie Schach: langsam, bedächtig, überlegt. 'Helldorado' müsste eigentlich 'Desperados 3' heißen – wurde aber umbenannt, weil 'Desperados 2' nach dem erfolgreichen ersten Teil etwas enttäuschte. Um es vorwegzunehmen: 'Helldorado' führt die Echtzeittaktik-Reihe zurück auf den Pfad der Tugend. Inhaltlich knüpft es nahtlos an die Vorgänger an: Wieder ist die gekonnt erzählte Story im Wilden Westen angesiedelt, wieder schickt man ein Team aus Kate O'Hara, Pablo Sanchez, Doc McCoy, Sam Williams und dem Indianer Hawkeye in den Kampf.

Jedem Mitglied des Teams kommen dabei bestimmte Aufgaben zu – der eine kann gut Messer werfen, andere hingegen können bewusstlose Gegner fesseln und sie dann huckepack aus dem Sichtfeld feindlicher Wachen tragen. Der klassische Colt wird auch gelegentlich eingesetzt – aber eher selten. Effektiver sind die leisen Waffen wie der Tomahawk unserer Rothaut im Team. Auch als Bogenschütze leistet Hawkeye wertvolle Dienste. Kate O'Hara hingegen kämpft vor allem mit den Waffen einer Frau: Wenn sie ihren Rock anhebt und ihr Bein hervorstreckt, ist sie in der Lage, lüsterne Wachen abzulenken und in ein Gespräch zu verwickeln. In der Zwischenzeit kann sich ein anderes Team-Mitglied hinter dem Rücken der Wache vorbeischleichen – oder der Wache einmal kräftig mit dem Tomahawk von hinten eins drüberziehen. Ähnliche Tricks haben auch die Jungs im Team drauf: Hawkeye spielt gerne den gefangen genommenen Indianer, während ein Kamerad den guten Cowboy mimt, der den Indianer mit gezogener Waffe zum Schein in Schach hält. Mehrere solcher Kombi-Aktionen vereinen die Fähigkeiten zweier Kämpfer – so lässt sich zum Beispiel die Distanzschussfähigkeit von Pfeil und Bogen mit der Sprengkraft einer Stange Dynamit verbinden.

Sehen, ohne gesehen zu werden

Trotz aller waffentechnischen Raffinessen ist der beste Kampf immer noch derjenige, der gar nicht erst stattfindet. Oberstes Ziel des Spielers ist es daher, der Entdeckung durch die gegnerischen Wachen zu entgehen. Dazu kann man sich das Blickfeld einer Wache anzeigen lassen, indem man die Alt-Taste gedrückt hält und auf die jeweilige Wache klickt. Alternativ darf man auf die gleiche Weise einen Punkt im Gelände markieren. Dann werden die Blickfelder aller Wachen angezeigt, die diesen Punkt erfassen.

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