Test - Harry Potter und der Stein der Weisen : Harry Potter und der Stein der Weisen

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Nach einer langen Ladezeit der CD-ROM landen wir im Hauptmenü, das uns gleich zum Start in das Abenteuer einlädt. Für die unter euch, die das Buch nicht gelesen haben, zeigen toll gezeichnete Bilder mit einem stimmungsvollen Erzähler, wie der elfjährige Harry von den langweiligen Dursleys den Weg in eine geheimnisvolle Zauberschule namens 'Hogwarts' gelangt. Leider lassen sich diese Sequenzen nicht abbrechen, was beim mehrmaligen Spielen erheblich stört. Eure erste Aufgabe ist das Aufsuchen des Unterrichts für die Verteidigung gegen dunkle Künste: Harry erlernt von dem stotternden Professor Quirell, wie er den Flipendo-Zauber anwendet. Dies geschieht auf eine sehr schläfrige Weise, denn ganz wie in 'Black&White' müsst ihr mit der Maus den Zauberspruch zeichnen. Schon hier merkt man, dass 'Harry Potter' auf die jüngeren Spieler abgestimmt ist: Das Muster wird euch vorgegeben, ihr müsst es lediglich viermal nachzeichnen, bis ihr den Zauber könnt. Je nach Begabung werden Punkte für 'Gryffindor', Harrys Haus in 'Hogwarts', verteilt. Von da an müsst ihr die Prozedur nie wieder durchführen: Bei allen Gegenständen, auf die ein Zauber wirkt, zieht Harry mit einem Mausklick seinen Zauberstab und verschiebt Steine, öffnet Türen oder legt fleischfressende Pflanzen lahm. Für Computerspieler eine viel zu einfache Art und Weise, die schnell langweilt; für 'Potter'-Fans, die noch nie mit dem PC zu tun gehabt haben, ein einfacher Einstieg.

Harry Potter und der Stein der Weisen
Die Geschichte wird mit schönen Bildern erzählt - leider viel zu selten.

Genau das gleiche Verfahren gilt für die anderen Unterrichtsfächer, die Harry nacheinander absolviert. Schnell kommt Eintönigkeit auf, da es die selbe Aufgabe ist, nur mit anderen Zaubern. Zwischendurch müsst ihr für den liebenswürdigen Hagrid, Hüter der Ländereien von ‚Hogwarts', Feuersamen sammeln, damit ein Drache aus einem Ei schlüpfen kann, der später wieder ausgesetzt wird. Die Geschichte des Buches wird nur teilweise nachgespielt, lediglich in Zwischensequenzen gibt's ein paar Informationen. Fans, die darauf gehofft haben, sich frei durch das Zauberschloss zu bewegen, werden enttäuscht: Das Spiel läuft absolut linear ab. Als Abwechslung bei den Zauberstunden dienen kleine In-Game-Spiele, so müsst ihr Harrys fiesen Widersacher Draco Malfoy im Knallbonbonwerfen besiegen und gegen den nervigen Hausgeist Peeves bestehen. Auch vor einem Troll muss geflüchtet werden, der die fleißige Hermine auf der Mädchentoilette bedroht. Hier muss über Spalten im Boden gesprungen werden, wobei der Computerspieler damit keine Probleme hat.

Aus Schatztruhen, Ritterrüstungen oder Figuren lassen sich per Zauber 'Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen' entnehmen, die ihr aufsammeln könnt und den flinken Brüdern von Harrys bestem Freund Ron, Fred und George, abliefert. Dafür erhaltet ihr eine Bildkarte von einem berühmten Zauber oder einer Zauberin, die allerdings keinen Einfluss auf das Spiel besitzt. Man kann annehmen, dass den Designern nicht sonderlich viel in dieser Beziehung eingefallen ist; Gegenstände sammeln, um andere zu bekommen - das gab's ja noch nie. Wofür die Bohnen gedacht sind, erfahrt ihr auch am Schluss: Fred und George lassen das Zimmer des gemeinen Professors Snape mit den süßen Leckereien überquellen: Ein Scherz, worüber nicht einmal 'Potter'-Fans lachen können, da er so schlecht dargestellt wird, das er schon fast wieder peinlich wirkt.

Harry Potter und der Stein der Weisen
Mit dem Berühren des Buches wird gespeichert.

Die Story dümpelt so vor sich hin; richtig in Fahrt kommt das Spiel erst, wenn der Zocker die langweiligen Zauberstunden abgeschlossen hat. Damit ihr den Drachen von Hagrid freilassen könnt, müsst ihr den Turm des Schlosses hinaufsteigen und dabei an dem knurrigen Hausmeister Filch und seiner Katze Mrs. Norris vorbeikommen. Da Harry aber einen Umhang an hat, der ihn unsichtbar macht, und Filch ihn nur erwischt, wenn er ganz nah an ihn herankommt, ist diese Aufgabe auch nur eine weitere Durchgangsstation. Der tierische Gefährte des Schülerhassers stellt sich sehr dumm an, so bleibt die Katze oft an Bücherregalen hängen und stellt somit keinen ernsthaften Gegner dar.

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Beim 'Quidditch' muss Harry den 'goldenen Schnatz' fangen.

Bei 'Hogwarts' größtem Sportereignis, 'Quidditch', hat Harry eine ganz besondere Aufgabe: Er muss den 'goldenen Schnatz' fangen. Während die Teams der beiden Mannschaften versuchen, sich gegenseitig Bälle in die Tore zu jagen, halten die beiden Sucher der Mannschaften Ausschau nach dem fliegenden, goldenen Ball. Denn wer ihn gewinnt, entscheidet das Spiel für sich. Das Fliegen erlernt der Spieler bereits im Flugunterricht bei Madame Hooch, außer 'Hoch, Runter' oder 'Gas geben, Bremsen', gibt es keine besonderen Überraschungen in Sachen Steuerung. Viel konnte ich der langatmigen Jagd nicht abgewinnen, zumal Harrys Gegner nie gewannen und es nur eine Frage der Zeit ist, bis ihr selber nah genug an dem 'Schnatz' seid, um ihn zu fangen. Die Zuschauertribünen werden durch Pappbilder dargestellt, die an eine ältere Ausgabe von EA Sports 'FIFA'-Serie erinnern.

 

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