Test - Grand Theft Auto: Chinatown Wars : So viel Großes in der kleinen Kiste

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Manchmal wird einem Rockstar richtiggehend unheimlich. Da kommen die Jungs doch glatt daher und stopfen den Moloch Liberty City mit allem, was die Stadt zu bieten hat, in Nintendos kleinen Handheld. Und nicht nur das. Statt lediglich eine abgespeckte Variante von GTA 4 auf die Beine zu stellen, bekommt Chinatown Wars eine komplett eigene Story und einen ganzen Batzen neuer Features spendiert. Aber zurück zur Frage: Grand Theft Auto und DS - Traumhochzeit oder schnelle Scheidung?

Die Geschichte des Spiels versetzt euch diesmal in die Rolle von Huang Lee, einem eher verwöhnten Spross einer Triadenfamilie. Nach dem gewaltsamen Ableben seines Vaters begibt sich Huang nach Liberty City, um sich dort mit seinem Onkel zu treffen und ihm nebenher noch ein Familienerbstück in Form eines Schwertes zu bringen. Stört nicht weiter, dass sein Papi das Teil bei einer Pokerrunde gewonnen hat, Tradition ist halt Tradition irgendwie.

Das ganze Unternehmen geht allerdings gründlich in die Hose. Huang wird bei seiner Ankunft abgefangen, ausgeraubt und im Fluss versenkt. Sehr zum Missfallen seines Onkels, der dem nassen Tropf erst mal gehörig die Leviten liest. Nicht zuletzt, weil der Verlust des Schwertes für ihn bedeutet, dass sein Einschleimen beim bisherigen Triadenboss, der kurz vorm Ruhestand steht, vorerst gescheitert ist. Huang darf das Ganze ausbaden und für seinen Onkel reichlich Arbeit erledigen, dazu noch das Schwert wiederfinden und den Tod des Vaters aufklären.

Liberty City in der Hosentasche

Die Umgebung des Geschehens kommt dem erfahrenen Zocker bekannt vor. Rockstar hat Liberty City in seiner ganzen Pracht auf die Cartridge gezimmert. Überaus detailliert, lebendig, mit vielen Passanten und reichlich Straßenverkehr. Statt der gewohnten Third-Person-Perspektive setzt Chinatown Wars auf eine leicht schräge Topdown-Ansicht mit rotierbarer Kamera. Optimal für den kleinen DS-Screen, auch wenn es im Hinblick auf die Kameraposition trotz Zentrierung per Knopfdruck immer wieder mal dazu kommt, dass das Geschehen verdeckt wird und sich das Nachjustieren als etwas mühsam entpuppt.

 

GTA: Chinatown Wars - Dealing and Delivering Gameplay
Frische Einblicke in GTA: Chinatown Wars für den Nintendo DS(i).

 

Spielerisch bietet Chinatown Wars all das, was man von einem GTA erwarten darf, hier und da sogar noch ein bisschen mehr. Zentnerweise abwechslungsreiche Missionen im typischen Gangsterstil, reichlich Schießereien und Verfolgungsjagden. Dabei agiert ihr nicht nur für euren Onkel oder die Triadenbosse, sondern mitunter auch für Passanten, die mal den einen oder anderen Job für euch haben. Hinzu kommen ein paar neue Elemente. So zum Beispiel Minispiele zum Knacken von Autos, die ihr kurzschließen oder deren Zahlencode ihr knacken müsst. Ihr dürft auch mal ein Scharfschützengewehr aus den Einzelteilen per Stylus zusammensetzen oder eine Wanze ans Auto der untreuen Ehefrau eines Stadtbewohners montieren.

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Neu dabei ist ebenfalls der Drogenhandel. Immer wieder trefft ihr in der Stadt auf Dealer, die frische Ware zu mehr oder minder günstigen Preisen verhökern und ankaufen. Daraus entsteht quasi ein ganzes Wirtschaftssystem, mit dem ihr effektiv euer Einkommen aufbessern könnt. Die Preise variieren nicht nur je nach Umgebung, sondern auch abhängig davon, ob am Umschlagplatz Kameras postiert sind oder nicht. Letztere könnt ihr übrigens abmontieren und einsammeln, was ein weiteres Minispiel bildet, die Drogenpreise reduziert, aber auch das Risiko minimiert, von den Cops abgegriffen zu werden.

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