Test - Geheimakte 3 : Geheimnisverrat

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Nina und Max sind zum dritten Mal unterwegs, um die Welt zu retten. Damit dies reibungslos vonstattengehen kann, haben die Entwickler von Animation Arts im Vorfeld zu Geheimakte 3 angekündigt, eine filmreife Geschichte abzuliefern, in welche die Rätsel besser integriert sein sollen als noch in den vorherigen Teilen. Ob sie dieses Versprechen halten konnten, haben wir für euch überprüft.

Der Brand der Bibliothek von Alexandria, das mit Atlantis gleichgesetzte, untergegangene Santorin, Schwarze Löcher im Teilchenbeschleuniger CERN, Doomsday-Maschinen und das Geheimnis der Zahl pi. Was wie ein alberner Rundumschlag aus Verschwörungstheorie und Esoterikmumpitz klingt, ist ja das Markenzeichen der Geheimakte-Serie. Und so schöpft Geheimakte 3 dort aus dem Vollen, wo sich auch Dan Brown und "Indiana Jones" bedienen.

An so Kleinigkeiten wie Logiklöchern und absurden Handlungssträngen darf man sich bei Geheimakte 3 nicht stören. Schließlich gehört gerade im Mystery-Genre das wilde Spiel mit Fakten und Fiktion zum Handwerk. Auch in der dritten Geheimakte wird dementsprechend wieder mythologisiert und sich verschworen, bis der Arzt kommt, wenn der Bogen der Glaubwürdigkeit auch manchmal ein wenig überspannt wird. An der Geschichte an sich gibt es ansonsten nichts auszusetzen, außer dass sie sich einen Tick zu ernst nimmt. Wo "Indiana Jones" eine augenzwinkernde Hommage ist, kommt Geheimakte 3 eher wie ein Erich von Däniken daher.

Damit die Geschichte eine Runde Sache wird, haben sich die Entwickler mit Stefan Holtz und zwei weiteren Drehbuchautoren von NeosFilm professionelle Schützenhilfe an Bord geholt. Prinzipiell eine gute Idee, aber in Anbetracht der Tatsache, dass hier Profis am Werk waren, gibt es gerade im Bereich Storytelling einiges zu meckern. So ist es den Autoren nicht gelungen, die Charaktere wirklich lebendig werden zu lassen. Das ist vor allem deswegen bedauerlich, weil der Ansatz der Handlung doch einiges Potenzial hat.

Geheimakte 3 - gamescom 2012 Trailer
Auf der Suche nach ihrem entführten Verlobten Max stößt Nina auf ein gefährliches Geheimnis.

Die Geschichte der Hauptcharaktere beginnt damit, dass die bevorstehende Hochzeit von Nina und Max, die nach all ihren gemeinsamen Abenteuern fast schon überfällig ist, durch die Entführung von Max verhindert wird. Auf der Suche nach ihrem Verlobten, dabei geplagt von apokalyptischen Albträumen, erfährt Nina immer mehr über eine jahrtausendealte Verschwörung und über sich selbst. Die Reise führt sie nicht nur über den halben Planeten, sondern auch in Träume über eine Vergangenheit, die alle mit der geheimnisvollen Zahl pi zu tun haben.

Flache Charaktere

Die Handlung hat nicht nur das Zeug zu einem gelungenen Mystery-Thriller, der Geheimakte 3 zweifellos geworden ist. Es wäre auch eine hervorragende Möglichkeit gewesen, die Tiefen der Persönlichkeit Ninas emotional auszuloten. Und genau hier patzen die Autoren auf ganzer Linie. Von Persönlichkeit, Emotionalität oder gar Tiefe ist im ganzen Spiel nichts zu spüren. Die Protagonistin geht dermaßen nüchtern zu Werke, dass nie das Gefühl aufkommt, sie müsste mit dem Verlust ihres Geliebten und mit völlig verstörenden Albträumen fertig werden.

Ähnliches gilt auch für die Dialoge. Hölzerne Gespräche wechseln sich mit platten Phrasen und halb lustigen Kommentaren ab. Hier wird spürbar, dass die Drehbuchautoren vor allem an Fernsehserien gearbeitet haben. Nach all dem Gemecker muss aber trotzdem hervorgehoben werden, dass die Autoren in puncto Dramaturgie wirklich gute Arbeit geleistet haben. Die Geschichte wird flüssig erzählt und hat durchaus ihre Höhepunkte und interessanten Wendungen.

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