Test - Fanatec ClubSport Wheel Bundle : Fast so teuer wie ein Auto

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Lenkräder zum gepflegten Zocken aktueller Rennspiele und Simulationen gibt es reichlich. Schon für unter 100 Euro bekommt man einfache Plastikkurbeln. Wer Pedale und Force Feedback will, muss schon mindestens 200 Euro für ältere Modelle auf den Tisch blättern und aktuelle Kurbeln wie das Thrustmaster T300 oder das G29 beziehungsweise G920 von Logitech zerren 400 Euro und mehr aus dem Portemonnaie. Aber es geht noch mehr: Beim Fanatec ClubSport wird, je nach Konfiguration, der Preis eines günstigen Gebrauchtwagens fällig. Dafür bekommt man allerdings einiges geboten. Wir haben uns solch ein Set-up aus dem Hause Fanatec genauer angesehen.

Solch ein Edel-Set-up ist natürlich nicht dazu da, nur ab und an mal aus dem Schrank gekramt zu werden, um eine Runde in Need for Speed zu drehen. Fanatecs ClubSport-Modelle richten sich an Rennspielenthusiasten und Simulationsliebhaber, die ihr Lenkrad vorzugsweise aufgebaut lassen oder gar fest an einen Rennsitz montieren. Jemand anders würde wohl auch kaum um die 2.000 Euro für solch ein Spielgerät ausgeben, denn je nach Konfiguration wird ein Betrag in dieser Höhe fällig. Bei unserem Testgerät handelt es sich um ein Bundle, das derzeit bei Fanatec für satte 1.699,95 Euro zu haben ist:

  • ClubSport Wheelbase v2 (Einzelpreis 749,95 Euro)

  • ClubSport Lenkrad GT Forza Motorsport Xbox One inklusive Universal Hub (Einzelpreis 479,90 Euro)

  • ClubSport Pedal V3 (Einzelpreis 359,95 Euro)

  • ClubSport Shifter SQ v1.5 (Einzelpreis 259,95 Euro)

Zusätzlich haben wir uns noch die Tischbefestigungen ClubSport Table Clamp v2 (59,95 Euro) und ClubSport Shifter Table Clamp (39,95 Euro) gegönnt, da wir natürlich unseren Schreibtisch nicht mit Bohrungen verschandeln wollen. Optional gibt es sogar noch eine Handbremse, die nochmals 129,95 Euro vom Konto schlürft. Darauf haben wir allerdings verzichtet, auch wenn sie speziell für Rallye-Spieler und Drifter durchaus interessant ist.

Das Monster mit dem Motor

Beginnen wir mit der ClubSport Wheelbase v2. Die ist unerlässlich, da darin die gesamte Elektronik nebst Servomotor steckt. Schon beim Auspacken wird klar, dass wir eine andere Liga erleben als die der üblichen Mittelklasselenkräder. Allein diese Basis bringt schon 4,2 kg auf die Waage in ihrem robusten Alugehäuse mit eloxierten Oberflächen und dem sehenswerten Sichtfenster ins Innenleben. Darin schlummert ein enorm kraftvoller, bürstenloser Servomotor mit Riemenantrieb, was den Vorteil hat, dass es beim Lenkverhalten keinen Totpunkt gibt. Überhaupt ist das Lenkverhalten generell sehr flüssig und gleichmäßig.

Der Motor liefert ein extrem kraftvolles Force Feedback bei ungemein präziser Lenkung dank des doppelten Hallsensors an Motor und Lenkachse. Die beiden Lüfter bleiben dabei erfreulich leise. Der Lenkradeinschlag beträgt maximal 900 Grad und kann über die Treiber am PC eingestellt werden oder aber stufenweise über Schalter am Lenkrad selbst. Die Wheelbase ist grundsätzlich an PC und PS4 nutzbar, Fanatec hat sich aber einen Trick einfallen lassen, dem Lizenzgerangel der Konsolenhersteller Paroli zu bieten und die ClubSport-Modelle auch Xbox-One-kompatibel zu machen.

Kompatibel zu beiden Konsolen

Selbiges geschieht durch den Universal Hub, der zusammen mit dem ClubSport Lenkrad GT Forza Motorsport zum Paket gehört, aber natürlich auch einzeln erworben werden kann. Die Elektronik für die Xbox One befindet sich nämlich in diesem Hub, wodurch das gesamte Set-up mit PC, PS4 und Xbox One kompatibel wird. Über eine Modustaste wählt ihr aus, woran ihr die Kurbel gerade angeschlossen habt. Eine clevere Lösung, denn durch das übliche Gerangel zwischen Sony und Microsoft gibt es aktuell keine Lenkräder, die auf beiden Konsolen lauffähig sind.

Das Lenkrad wird mit sechs Schrauben sicher auf den Hub montiert und das komplette Teil dann mittels eines Schnellverschlusses an der Basis befestigt. Sowohl Hub als auch Lenkrad sind ebenfalls hochwertig verarbeitet. Der Lenkkranz aus Aluminium besticht mit einem bildschönen Lederüberzug, der beim Zocken viel Grip liefert. Weiterhin gibt es vier Tastenblöcke mit jeweils drei Tasten, die allesamt gut erreichbar sind. An der Lenksäule befindet sich zudem ein weiterer Tastenblock mit 16 Tasten nebst LED-Anzeige für Tuning oder Telemetrie. Die hochwertigen Schaltwippen verfügen über sehr gute Druckpunkte und können gegen mitgelieferte kleinere Wippen ausgetauscht oder gar ganz demontiert werden.

Fuß- und Handarbeitsgeräte

Das ClubSport Pedal V3 ist die aktuelle Variante des Pedalsets, die einige Überarbeitungen erhalten hat. Die drei Pedale für Gas, Bremse und Kupplung sind mit viel Metall und wenig Plastik (eigentlich nur die Standfußgummis und Puffer) hervorragend verarbeitet, die Winkel der Platten und Arme sind verstellbar, ebenso der Widerstand der Pedale. Zum Zubehör gehören austauschbare Federn sowie zwei verschiedene Sätze Pedalplatten. Vor allem beeindruckt das Bremspedal mit seinem realistisch wirkenden Widerstand. 12-bit-Hallsensoren sorgen dafür, dass eure Tritte schnell und akkurat erfasst werden.

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