Preview - F1 Race Stars : Schumi vs. Mario

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Kart-Racer kann es eigentlich nie genug geben. Seit Super Mario Kart auf dem Super Nintendo demonstrierte, wie viel Spielspaß in diesem Genre steckt, wird das große Vorbild von zahlreichen Nachahmern imitiert. Doch nur die wenigsten kamen an Marios Bleifuß heran. F1 Race Stars orientiert sich zwar ebenfalls am Nintendo-Raser, vermittelt aber schon in der Vorschauversion ein ganz eigenes Spielgefühl.

Hauptsächlich liegt das an einer nur vermeintlich kleinen Design-Entscheidung: In F1 Race Stars könnt ihr nicht á la Mario Kart um die Kurven driften. Stattdessen müsst ihr vom Gas runter und am richtigen Punkt wieder ordentlich auf die Tube drücken. Das ist natürlich realistischer, doch ob das bei einem Fun-Racer sein muss, darüber kann diskutiert werden. Während unserer Proberunden vermissten wir eine Driftoption spätestens auf der Monaco-Strecke, die wie das große Vorbild mit schwierigen Kurven aufwartet.

Das Strecken-Design von F1 Race Stars macht aber schon jetzt einen guten Eindruck. Nach Monaco drehten wir auch in Deutschland, den USA, Brasilien und Italien unsere Runden. Im fertigen Spiel wird es insgesamt elf Strecken geben. Die Schauplätze präsentierten sich optisch farbenfroh und vielfältig. Spielerisch will man ebenfalls für viel Abwechslung sorgen, auch wenn große Aha-Momente in der Vorschauversion noch ausblieben. Hier hält sich der Codemasters-Titel also aller Voraussicht nach an bekannte Standards und wagt keine zu wilden Experimente. Auf allen Strecken erkannten wir sowohl die realen Formel-1-Vorbilder wieder als auch typische Landesmerkmale – beides absichtlich comicartig übertrieben, was natürlich gut zum Genre passt. Sogar Boxengassen gibt es, in die man taktisch überlegt einbiegen sollte, da eure Karts während der Rennen Schaden nehmen können.

Schumi!

An der Realität orientiert man sich ebenso bei der Fahrerriege: Von Schumacher über Alonso bis zu Hamilton, Vettel und sogar einigen wenigen weiblichen Fahrern ist die gesammelte F1-Prominenz im Spiel vertreten. Jedes Team besitzt spezielle Boni, die vor dem Start zum Teil variiert werden können. Darunter sind beispielsweise Boost-Vorteile und ähnliche typische Kart-Racer-Elemente. Natürlich finden sich Varianten der altbekannten Kart-Power-ups auch auf den Strecken wieder. Wie gewohnt müssen diese eingesammelt und taktisch klug eingesetzt werden.

F1 Race Stars - gamescom 2012 Video-Interview mit Chris Gray
Auf der gamescom konnten wir ein kurzes Interview zum Fun Racer mit Formel-1-Lizenz führen.

Viele Power-ups treten in Form von Blasen auf, die je nach Farbe beispielsweise zielsuchend auf den nächsten Fahrer abgeschossen werden können. Oder sie prallen von den Streckenbanden ab. Oder ihr feuert sie nach hinten ins Gesicht eurer Verfolger. Das kennt man alles natürlich bereits vor allem in Schildkrötenpanzerform und während der Proberunden funktionierte es ähnlich gut wie beim großen Vorbild. Daneben gibt es kleine Wolkenbrüche, den Blick versperrende Konfettiregen, Warps und einige weitere Späße. Besonders originell ist das Safety-Car, das dafür sorgt, dass das Feld wieder enger zusammenrückt. Dieses Power-up ärgert natürlich insbesondere den Führenden, wirkt aber bislang weit weniger gemein als der berüchtigte blaue Panzer in Mario Kart.

Poltergeisterfahrer

Den Mann an der Spitze könnt ihr sogar noch mehr ärgern, wenn ihr kein Standardrennen fahrt, sondern die Modifizierungsmöglichkeiten nutzt. So bietet euch F1 Race Stars zum Beispiel die Möglichkeit, bei einem Vorrücken auf Platz eins die Steuerung umzudrehen. Oder ihr stellt „unendliche“ Boost-Power-ups ein, was bedeutet, dass ein ausgelöster Boost erst dann endet, wenn ihr zu stark aneckt oder von der Strecke abkommt. Ebenso könnt ihr jede Strecke komplett umdrehen, sodass der ursprüngliche Startpunkt zum neuen Ziel wird.

Für weitere Abwechslung sollen neben drei Fahrklassen und den obligatorischen Karriere- und Mehrspielermodi auch spezielle Rennmodi sorgen. In „Elimination“ werden nach und nach Fahrer aus dem Rennen geworfen, wenn sie sich an letzter Position befinden. Diese können dann zwar noch als Geister für Unruhe auf der Strecke sorgen, gewonnen hat aber derjenige, der am Ende noch übrig bleibt. „Trophy Chase“ hingegen gewinnt ihr durch das Einsammeln von Pokalen. Mittels Power-ups sorgt ihr dafür, dass eure Konkurrenten ihre eingesammelten Pokale zum Teil wieder verlieren, was besonders im Vier-Spieler-Modus vor dem geteilten Bildschirm bereits für einige Gaudi sorgte. Insgesamt wird es acht solche Rennmodi geben.

Fazit

Michael Zeis - Portraitvon Michael Zeis
Ein Mario-Kart-Killer wird F1 Race Stars sicher nicht werden. Aber lässt man dieses fast unerreichbare Ziel mal beiseite, erwartet uns ein solider Fun-Racer, der vor allem bei Formel-1-Fans auf viel Gegenliebe stoßen könnte. Originalfahrer, an den echten F1-Schauplätzen orientierte Strecken, kontrolliertes Bremsen statt um die Kurven driften – man merkt, dass Codemasters nicht einfach nur Nintendos Klempner hinterherrasen will. Stattdessen werden eigene Akzente gesetzt. Wo es aber notwendig ist, begegnet man auch in F1 Race Stars genretypischen Elementen wie Variationen der beliebten Kart-Racer-Power-ups und Ähnlichem. Besonders wichtig ist natürlich der Mehrspielermodus – sowohl online als auch im geteilten Bildschirm. Hier vermissten wir den fehlenden Drift besonders stark. Ob Codemasters auch ohne dieses sonst so wichtige Genre-Element an die Spitze rasen kann, wird der demnächst anstehende, ausführliche Test zeigen.

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