Preview - ELEX : Plasmawumme gegen Magie

  • PC
  • PS4
  • One
Von Kommentieren

Der Pressetag fängt doch schon mal gut an, denn es geht darum, vom neuen Rollenspiel von Piranha Bytes erste Eindrücke zu sammeln. Wir hetzen im Business-Bereich zum Publisher-Stand von Nordic Games und dürfen in einem Räumchen mit Björn Pankratz sitzen, seines Zeichen Chef-Designer bei Piranha Bytes. Das sind die Jungs und Mädels, die seit mehr als anderthalb Dekaden richtig gute Rollenspiele aus deutschen Landen produzieren.

Besonders wegen Gothic wird Piranha Bytes heute noch von der Community gefeiert. Es mag also etwas überraschend sein, dass ELEX nun ein ganz anderes Szenario auffährt, zumal die Entwickler doch die Lizenz von Gothic wieder ihr Eigen nennen. Wir fragen dann Björn das Naheliegende: Warum entwickelt Piranha Bytes nicht mal eine Fußballsimulation? “Wir machen das, was wir am besten können, und das sind nun mal Rollenspiele”, antwortet Björn.

I can fly

Das magische Mineral ELEX nimmt in der postapokalyptischen Welt, die Pankratz und seine Piranhas zum Leben erweckt haben, die Rolle des Zankapfels ein. Mit seiner Hilfe ist technologischer Vorsprung möglich: Plasmawaffen, Jetpacks, Power-Rüstungen. Direkt konsumiert macht es seinen Benutzer allerdings zu einem gefühlskalten Monster, gegen das sogar der Vulkanier Spock wie eine ausgelassene Frohnatur wirkt.

Umso gespaltener ist daher das Verhältnis der verschiedenen Parteien zu ELEX. Die Berserker setzen auf reine Muskelkraft, während die Tech-Adepten sich das Zeug mit Gusto zunutze machen. Der Spieler kann sich in guter alter Risen- und Gothic-Tradition einer Fraktion seiner Wahl anschließen. Ein namenloser Held ist der Protagonist diesmal allerdings nicht: Stattdessen schlüpft ihr in die Rolle eines aus Amt und Würden gefeuerten War Commanders, der sich in der feindlichen, zerstörten Welt des Planeten Magellan ohne seine Ausrüstung und Fähigkeiten durchschlagen muss.

Platz für den typischen Humor der Piranha-Bytes-Spiele soll es auf jeden Fall geben, auch wenn die Welt insgesamt noch düsterer und erwachsener daherkommen soll: Björn Pankratz versichert uns, dass es auch in der dystopischen Welt genügend Platz für schlechte Laune und markige "Halt's-Maul"-Dialoge geben wird.

Ein Kernpunkt von ELEX wird die Erkundung der von Piranha Bytes handgebauten Welt sein, die jetzt nicht mehr auf verschiedene Inseln aufgeteilt ist und auch nicht durch Ladebildschirme unterbrochen wird: Nahtlos strolchen wir in ELEX durch verschiedene Klimazonen, Eiswüsten und Vulkangebiete. Mit dem Jetpack, den euer Spielcharakter recht früh im Spiel bekommen soll, ergeben sich tolle Möglichkeiten. Euer Händchen halten wollen die Entwickler aber trotzdem nicht: Wer von einer hohen Klippe springt, ist selbst dafür verantwortlich, seinen Jetpack vor dem Aufschlag auf dem Boden zu aktivieren.

Fazit

Marcus Rätzke - Portraitvon Marcus Rätzke
Frischer, mutiger Ansatz

Obwohl ELEX in einer Science-Fantasy-Welt spielt, könnte man Piranha Bytes vorwerfen, schon wieder das gleiche Spiel wie Risen abzuliefern. Statt Magie gibt es eben Plasmawummen und die mittelalterliche Landschaft enthält ein paar umgeknickte Strommasten. Trotzdem ist ELEX ein frischer, mutiger Ansatz, der den Vergleich mit dem von amerikanischer Popkultur durchtränkten Postapokalypse-Konkurrenten Fallout 4 auf keinen Fall zu scheuen braucht.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel