Special - Die Siedler 6: Reich des Ostens - Interview : Nachgefragt: Hintergründe zum Add-on

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Es darf wieder gesiedelt werden! Dass eine Erweiterung zu 'Die Siedler 6: Aufstieg eines Königreichs' zu erwarten war, dürfte so ziemlich jedem von vornherein klar gewesen sein. Immerhin ist auch der sechste Teil der Serie immer noch einer der erfolgreichsten Titel aus deutschen Landen. Dennoch hatten wir bei unserem Besuch bei Blue Byte einige Fragen, die uns von Dennis Rohlfing auch prompt beantwortet wurden.

GW: Hallo, kannst du dich bitte zunächst unseren Lesern vorstellen?

D.R.: Klar, mache ich gerne. Mein Name ist Dennis Rohlfing und ich bin Associate Producer bei Blue Byte.

GW: Derzeit werkelt ihr ja eifrig an dem Add-on 'Die Siedler 6: Aufstieg eines Königreichs – Reich des Ostens'. Wie und wann ist die Entscheidung gefallen, ein Add-on zu entwickeln? Hattet ihr noch so viele Ideen, die nicht ins Hauptspiel gepasst haben?

D.R.: Zunächst möchte ich gerne klarstellen, dass 'Reich des Ostens' kein klassisches Add-on ist. Es ist ein Mission-Pack, da ein Add-on in Bezug auf den Umfang anders ausfällt. Um die erste Frage von dir aufzugreifen: Das erfolgreichste deutsche Spiel des letzten Jahres verdient Nachschub. Und das führt mich zum zweiten Teil der Frage – wir hatten durchaus einige Ideen im Kopf, die es leider nicht in das Hauptspiel geschafft haben. Dazu gehört beispielsweise der Handelsposten, der ein Haupt-Feature des Mission-Packs ist.

GW: Wie war eigentlich das Feedback der Fangemeinde zu 'Die Siedler 6: Aufstieg eines Königreichs'? In der Fachpresse gingen die Ansichten ja teilweise auseinander und auch bei uns in der Redaktion sind wir geteilter Meinung.

D.R.: Das spiegelt auch exakt das Feedback aus den Reihen der Community wider. Dort gab es eben ganz unterschiedliche Resonanz: über die gesamte Palette von Liebe bis Ablehnung. Vor allem haben wir aber auch neue Fans hinzugewonnen, die vorher mit der Serie nie in Berührung gekommen sind. Dann gibt es die Gruppe von Spielern, die den fünften 'Siedler'-Teil komplett außen vor gelassen haben und durch den jüngsten Teil wieder zurückgekehrt sind. Wir haben uns aber alle Kritiken angesehen und auch zu Herzen genommen. Uns wurde beispielsweise zu wenig Tiefgang vorgeworfen. Andere hingegen empfanden gerade diesen Aspekt als sehr positiv. Mit dem Zusatzpack bieten wir allerdings jetzt mehr Herausforderung.

GW: Habt ihr damit ein Problem, dass die Leute unterschiedlicher Meinung sind?

D.R.: (Lacht) Nein, das ist kein Problem, sondern ganz natürlich. 'Die Siedler' an sich und auch die Community spiegeln ein breites Spektrum wider. Lass mich das erklären: Zu Beginn der Serie hatten wir die reinen Aufbauspiele, bei denen Warenkreislauf und Planung im Vordergrund standen. Mit 'Siedler 3' und 'Siedler 4' gewann das Militär mehr an Bedeutung, hier stieß dann die direkte Steuerung der Charaktere sowie der Wegfall des Wegebaus Fans der ersten Stunde sauer auf. Dann kam der fünfte Teil, bei dem der Aufbaupart an Bedeutung verloren, die Story aber an Bedeutung gewonnen hatte und Einstiegsbarrieren enorm abgebaut wurden. Hierdurch kamen neue Leute aus dem Lager der Echtzeitstrategie in die Community. Mit 'Aufstieg eines Königreichs' kehrten wir wieder zu den Wurzeln der Serie zurück und bauten die guten Elemente des Vorgängers aus … also leichter Einstieg und Helden, die die Story transportieren. Auch der Look hat sich wieder verändert, zwar noch eine Mittelalterwelt, die aber ziemlich idealisiert mit vielen Anlehnungen an den Look älterer 'Siedler'-Teile. Die Konsequenz: Die 'Siedler'-Community besteht mittlerweile aus einer Vielzahl unterschiedlich geprägter Spieler mit teilweise grundlegend verschiedenen Vorlieben und Anforderungen an ein neues Spiel. Das macht die Feedback-Auswertung nicht gerade einfach. Analysen gestalten sich dann sehr anspruchsvoll. >>

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