Preview - Die Siedler: Aufbruch der Kulturen : Multiplayer-Zocken in Berlin

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Das große Siedeln fand in der Zitadelle Spandau in Berlin statt. Dabei handelt es sich, so wurden wir belehrt, um eine der bedeutendsten Renaissance-Festungen Europas, die noch in der ursprünglichen Bauweise erhalten ist. Zeitweise diente sie auch als Gefängnis unter anderem für berühmte Persönlichkeiten, auch wenn die Informationen darüber widersprüchlich sind. Die Zitadelle wirkt aber nicht nur mit ihrer Architektur. Am Beispiel der Schänke war sehr deutlich zu sehen, dass das Flair der Renaissance auch insgesamt erhalten werden sollte.

Als wir nachmittags zum Begrüßungssnack geladen wurden, konnte man die Auswirkungen dessen nur erahnen. Jeder bekam erst einmal einen Sabberlatz umgehängt. Ursprünglich war das nur ein Running Gag unter den Teilnehmern, aber später wurde die Bezeichnung sogar offiziell von den Kellnern verwendet. Das Essen wurde in gusseisernen Schüsseln auf dem Tisch platziert, sodass sich jeder nach Belieben selbst versorgen konnte. Da uns zu diesem Zeitpunkt aber auch Besteck zur Verfügung stand, waren die Lätzchen scheinbar überflüssig. Leider mussten wir auch in diesem Punkt noch viel lernen. Als später nämlich zum Abendessen geläutet wurde, lagen lediglich Messer auf dem Tisch. Und damit sollten wir Kartoffelpüree, Schweinshaxen und Frikadellen essen? Ohne jegliche anderen Hilfsmittel? Aber es funktionierte. Alle haben es überlebt und konnten zurück zu den Rechnern.

Lobbyismus

Und da standen sie, circa 50 Rechner in einem kerzenbeleuchteten Kellergewölbe. Und überall lächelten uns knuffige Siedleravatare entgegen, die nur darauf warteten individualisiert zu werden. Sobald die Charaktererstellung dann abgeschlossen ist, wird man in eine Art Lobby-Welt transportiert. Dort könnt ihr euch mit anderen Spielern treffen und zu strategischen Wettläufen verabreden, Accessoires kaufen (Krone, Schwert und Ähnliches) oder euch eine der wildesten Bestien der Welt zum Haustier machen. Also zum Beispiel Schafe, Kaninchen oder Ziegen. Ein weiterer Aspekt der Lobby sind auch die schön gestalteten Minispiele. Die Spieler haben nämlich auch die Möglichkeit, in Würfelspielen, Poker oder Schach gegeneinander anzutreten. Der Gewinner erhält dann etwas Gold, um sich neue Kleinigkeiten zu kaufen oder an virtuell kostenpflichtigen Spielen teilzunehmen.

Bei der grafischen Umsetzung wurde über die Maßen verniedlicht. Große Kulleraugen, lächelnde Tiere und viel Kindchenschema waren mal wieder Maßstab fürs Charakterdesign.

In diesem 'Siedler II'-Nachfolger stehen euch drei Spielmodi zur Verfügung. In einer Einzelspielerkampagne könnt ihr euch durch elf verschiedene Missionen arbeiten und eine interessante Story erleben. Alternativ könnt ihr euch auch im freien Einzelspiel an den Karten versuchen. Vermutlich werden dafür ebenfalls die Multiplayer-Karten zur Verfügung stehen. Zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Mehrspielervariante, sei es übers lokale Netzwerk oder mithilfe des Internets. Die testweise spielbaren Karten hatten Platz für zwei bis sechs Mitstreiter. Die Aufteilung der Raumeinstellungen für die Sessions ließ aber darauf schließen, dass es Karten für bis zu acht Spieler geben könnte.

Ob mit Freunden ...

Wir verbrachten die meiste Zeit natürlich damit, in Multiplayer-Matches gegeneinander anzutreten. Ihr müsst euch zwischen den Völkern der Bajuwaren, Ägypter und Schotten entscheiden. Alle haben ihre Eigenheiten (zum Beispiel benötigt die bajuwarische Schweinezucht mit integrierter Fleischerei unbedingt Bier), aber eure Wahl nimmt keinen Einfluss auf den Schwierigkeitsgrad. Das wird hauptsächlich über die Startressourcen erledigt, die für alle Spieler gleich sind.

In typischer 'Siedler'-Aufbaumanier kümmert ihr euch erst mal um die Schaffung von Produktionsstätten sowie einer geeigneten Infrastruktur. Es gibt abermals keine gewöhnlichen Einwohner, die belustigt werden wollen, sondern lediglich Arbeiter und Soldaten. Das zeigt sich auch im Spielziel: Es gewinnt, wer entweder alle Mitstreiter vernichtet oder das meiste Gold hat (je nach Einstellung). Zu bemängeln ist auch, wie viel Zeit mit Warten zugebracht werden muss. Selbst wer mit dreifacher Geschwindigkeit spielt, kann für längere Zeit vom Rechner verschwinden, ohne dass sich dies negativ ausgewirkt hätte.>>

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