Special - Destiny 2: Festung der Schatten : Eindrücke einer Rückkehr

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Zudem haben die Rüstungen nun sinnvolle Werte bekommen. Mobilität, Belastbarkeit, Erholung, Disziplin, Intellekt und Stärke können auf Werte von 1 bis 100 gebracht werden, wobei jeweils 10 Punkte eine prozentuale Verbesserung des zugehörigen Attributs mit sich bringen. Das eröffnet ganz neue Optionen fürs Endgame, denn im Grunde wird dadurch die Möglichkeit geboten, sich spezielle Builds für bestimmte Einsätze zu basteln. Während des Levelns lohnt das allerdings noch wenig, da man ohnehin alle paar Minuten Teile der Ausrüstung austauscht. Dass die optische Anpassung nun ebenfalls mit wenigen Klicks erledigt wird, ist die Sahne auf der Torte.

Warm gespielt und mit halbwegs vernünftiger Ausrüstung ging es nun an die Kampagne. Auf dem leicht umgebauten Mond treffen wir auf Eris Morn, eine alte Bekannte, die von Albträumen verfolgt wird. Hinter allem steckt die wieder erstarkte Schar, die sich in der Scharlach-Festung auf dem Mond eingenistet hat. Das eigentlich Böse geht aber von einer seltsamen Pyramide aus. Die Story der Kampagne beinhaltet eine Menge Bezüge zum ersten Teil von Destiny, unter anderem treffen wir auf reichlich Biester aus der Crota-Familie. Endziel ist es, die Teile einer besonderen Rüstung zu beschaffen, die Schutz gegen die Albtraumwesen bietet, um schlussendlich in die Schar-Pyramide einzudringen und das Übel an der Wurzel auszurotten.

Alles in allem eine spaßige Angelegenheit, es wird einiges erzählt, viel geballert und es gibt jede Menge Quests und Loot. Das Gunplay bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau und man merkt, dass Bungie auch noch einiges am Waffenbalancing getan hat. Was früher keine Selbstverständlichkeit war: Mittlerweile kann man mit jeder Waffengattung vernünftige Ergebnisse erzielen und so erwische ich mich dabei, nicht nur mit Scout, Automatik und Schwert herumzulaufen, sondern auch mal Pistole, Shotgun und Granatwerfer zu zücken. Hinzu kommt, dass sich die verbesserte Ausrüstung spürbar bemerkbar macht. Das Shooter-Gunplay ist alles in allem ein echtes Vergnügen.

Der neue Drei-Mann-Strike Scharlach-Festung musste natürlich ebenfalls dran glauben. Relativ kurz und knackig mit einem recht biestigen Endkampf gegen eine der Töchter Crotas. Am Wochenende gab's dann noch richtig was auf die Zwölf. Es wurde noch ein Event gestartet, dass nach einer heftigen Auftaktquest auf dem Mond den Zugang zur Vex-Offensive freigab. Quasi ein Strike oder Mini-Raid für bis zu sechs Spieler, bei dem quasi ohne Pause die Waffen sprechen gegen Scharen von Vex und ihre Bosse. Spielerisch zwar nicht wahnsinnig anspruchsvoll, aber ein cooles Action-Feuerwerk, das zudem dank Quests und Beutezügen mein Waffenarsenal um einige richtig gute Wummen bereicherte.

Offen ist derzeit noch die Frage, wie es weiter geht. Noch habe ich einige Brocken der neuen Inhalte vor mir, zudem stehen noch etliche Quests aus Forsaken und diversen Updates aus. Hinzu kommen einige Exotic-Questreihen und natürlich der neue Raid. Das Lichtlevel steht derzeit bei 909, das neue Maximum liegt bei 960. Zudem können durch Aktivitäten Saison-Ränge erreicht werden, die wertvolle Belohnungen bringen. Hinzu kommen noch Änderungen im Schmelztiegel und das durch die Pause verpasste Gambit hab ich mir noch gar nicht angeschaut. Langeweile ist im Moment nicht in Sicht, dazu ist noch viel zu viel zu tun.

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Bungie stellt mit "Garten der Erlösung" den ersten Raid des Add-ons Destiny 2: Shadowkeep hier per Video vor.

Das wird auch Neueinsteiger freuen, die dank „Neues Licht“ kostenlos in Destiny einsteigen können. „Neues Licht“ beinhaltet das Hauptspiel und die erste Saison, also ein ganz ordentliches Paket. Wer damit warm wird, kann die verschiedenen Erweiterungen kostenpflichtig erwerben oder er greift zur Komplett-Edition von „Festung der Schatten“ und hat alle Inhalte zur Verfügung. Wer noch mehr Geld loswerden möchte, kann im Everversum weiterhin gegen Silber (für Bares) jede Menge meist kosmetische Objekte erwerben.

Man darf gespannt sein, wie sich Destiny 2 in den nächsten Monaten weiter entwickeln wird. Auch wenn Bungie bestreitet, dass es Drangsalierungen durch Activision gab, merkt man doch, dass die Entwickler offenbar fleißig dabei sind, ihre Ideen umzusetzen und es Titeln wie Warframe gleich zu tun, die schon seit Jahren gut ohne Publisher klarkommen. Die ersten Änderungen wirken auf jeden Fall sinnvoll, allem voran das neue Armor-2.0-System. Ich denke, Bungie ist auf einem guten Weg, da ist eine Idee erkennbar, wie das Spiel langfristig überleben kann. Hoffentlich auch mit mehr Nähe zur Community, andere Titel haben es nahezu perfekt vorgemacht.

Baustellen gibt es allerdings auch noch. Das Questjournal ist schlicht ein unübersichtlicher Alptraum und könnte eine Optimierung dringend vertragen. Auch an den Servern muss noch fleißig geschraubt werden. Festung der Schatten hat offenbar eine Menge Spieler wieder zurückgeholt und zu bestimmten Zeiten wird die Angelegenheit doch recht instabil. Gerade abends ab 22 Uhr oder am Wochenende am späten Nachmittag fliegt man doch ein ums andere Mal vom Server. Ärgerlich, wenn man gerade kurz vor Ende einer Mission ist. Aber ich neige im Moment noch dazu, dies den Entwicklern wohlwollend zu verzeihen.

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