Test - Denki Blocks! : Denki Blocks!

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Eigentlich ist 'Denki Blocks!' eines dieser unscheinbaren Puzzle-Spielchen, die selten den Massenmarkt ansprechen und grosse Erfolge verbuchen können - eigentlich. Doch tatsächlich schuf Rage mit diesem Game Boy Advance-Spiel ein echtes knobel-Highlight, das einem stundenlang an den Handheld fesselt, ohne dass man es bemerkt.

Denki Blocks!
Dieses alte Kerlchen begleitet euch durch die Puzzle-Welten.

Nintendos Game Boy und seine verschiedenen Neuauflagen feiern nun schon seit über einem Jahrzehnt riesige Erfolge. Besonders ein Spiel war zum Start des Geräts unheimlich wichtig für diesen Erfolg - die Rede ist vom Puzzle-Klassiker 'Tetris'. Wahrscheinlich so ziemlich jeder Zocker kennt das simple, aber süchtigmachende Spielprinzip, dass selbst Leute in seinen Bann zieht, die sonst mit Videospielen nichts am Hut haben. Immer wieder versuchten verschiedene Spielentwickler ein Puzzle-Game zu erschaffen, das gleichermassen süchtig macht, wie der Klassiker. Bisher machten diese Spiele zwar mehr oder weniger Spass, erreichten aber nicht die Klasse von 'Tetris'. Nun versucht es Rage in 'Denki Blocks!' mit einer komplett neuen Spielidee in diesem Genre, das gleichermassen knifflig wie simpel ist. Um eines vorweg zu nehmen: die Auszeichnung zum 'besten Spiel der Messe' an der ECTS 2001 ist absolut gerechtfertigt.

Doch fangen wir ganz von vorne an: Startet ihr das Spiel, könnt ihr zunächst die Sprache der Bildschirmtexte bestimmen und eine Figur kreieren, die quasi euren Spielstand-Slot und euren Charakter im Spiel verkörpert. Danach erreicht ihr auch schon die Auswahl der Spielmodi. Spielt ihr 'Denki Blocks!' zum ersten Mal, solltet ihr das Training besuchen, in dem euch Schritt für Schritt schön langsam und übersichtlich das Spielprinzip und die Steuerung erklärt wird. Insgesamt 30 Lektionen gibt es hier zu absolvieren, was einem schon einige Zeit beschäftigen dürfte.

Dabei ist das Spielprinzip von 'Denki Blocks!' absolut simpel: Auf einer quadratischen Fläche im Stile eines Schachbretts liegen einige verschieden farbige Würfel namens 'Gumblocks' und 'Blocker'. Das Ziel ist nun, die Würfel so über das Spielfeld zu schieben, dass sich alle gleichfarbigen Gumblocks berühren und so jeweils aneinander 'kleben' bleiben. Die weissen Blocker hingegen bleiben fest an ihrer Stelle, können also nicht verschoben werden. Klar, dass diese Blocker als Hindernisse fungieren - aber nicht nur. Denn das Fiese an diesem Spielprinzip ist, dass sich alle Gumblocks gleichzeitig einen Schritt in die Richtung bewegen, in die ihr das Steuerkreuz drückt. So müssen die Bumper als Helfer fungieren und einen farbigen Würfel blockieren, damit ein anderer frei bewegt werden kann. Klingt alles ganz einfach und ist sogar noch simpler, wenn man es gleich selbst ausprobieren kann, aber tatsächlich lassen sich mit diesem Spielprinzip höllische Aufgaben konstruieren. Damit das ganze noch etwas schwieriger wird, gibt es noch ein zweites Ziel für Profis: Bei einigen Aufgaben stehen nicht einfach nur die Farben der Blöcke da, die es zu koppeln gilt, sondern man muss die Gumblocks auch gleich noch zu einer vorgegebenen Figur zusammensetzen.

Denki Blocks!
Eines der einfacheren Puzzles.

Noch simpler als das Spielprinzip ist die Steuerung ausgefallen, die sich auf das Nötigste beschränkt. Mit dem Steuerkreuz bewegt ihr die Gumblocks und mit dem B-Knopf könnt ihr einen Zug rückgängig machen, wenn ihr zum Beispiel aus Versehen zwei Gumblocks zusammenheftet und dann nicht mehr an einer schmalen Passage bestehend aus Blockers vorbeikommt. Kann das Puzzle trotzdem nicht mehr gelöst werden, hilft nur noch die Reset-Funktion im Pausenmenü. Die A-Taste braucht ihr nur zur Auswahl in den Menüs und die Schultertasten des Game Boy Advance kommen gar nicht zum Einsatz.

Doch nun zu den einzelnen Spielmodi, die sich in Solo- und Multiplayer-Modi aufteilen. Wer alleine 'Denki Blocks!' spielt, hat die Auswahl zwischen 'Turnier', 'Training' und 'Perfecto!'. Beim Turnier reist ihr durch die Rätsel-Insel und tretet nacheinander gegen verschiedene Puzzle-verrückte Inselbewohner an. Diese stellen euch 25 Aufgaben - löst ihr mindestens 15 davon, erhaltet ihr eine Trophäe und kommt zur nächsten Figur mit weiteren ausgeklügelten Rätseln. Im Training wählt ihr zuerst eine bestimmte Anzahl Gumblocks und eine Zeitbeschränkung. Dann geht es schlicht darum, innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit eine vorgegebene Figur nachzubasteln. Ist die Zeit abgelaufen, wird eure Leistung genaustens analysiert - zum Beispiel wie viele Spielzüge ihr zum Lösen gebraucht habt und wie viele Formen ihr bilden konntet - und auf der Batterie gespeichert. So könnt ihr stets an euren 'Denki Blocks!'-Fähigkeiten arbeiten und euch verbessern. Der Modus 'Perfecto!' ist eigentlich recht ähnlich wie das Training - ihr müsst also auch vorgegebene Figuren mit Gumblocks zusammensetzen. Allerdings werden die Aufgaben hier von den Inselbewohnern gestellt, die ihr im Turnier schon freigespielt habt. Schafft ihr es, noch weniger Züge dafür zu brauchen als die Inselbewohner?

Denki Blocks!
Auch gesellige Zocker kommen hier auf ihre Kosten.

Im Bereich Multispiele gibt es sogar noch mehr Spielmodi. Entweder ihr zockt die Multiplayer-Modi allein gegen die Inselbewohner, welche vom CPU gesteuert werden oder ihr holt euch Mitspieler aus Fleisch und Blut. Allerdings spielt man stets nacheinander auf einem Game Boy Advance - gleichzeitige Action mittels gelinkten Geräten ist leider nicht möglich. Folgende Multispiele gibt es: 'Jagd', 'Austausch!' und 'Duell'. Bei der 'Jagd' findet quasi ein Wettrennen statt, bei dem es darum geht, eine bestimmte Anzahl an Puzzles möglichst schnell zu lösen und damit pro Aufgabe einen Schritt nach vorne in Richtung Ziellinie zu machen. Wer diese zuerst erreicht, hat gewonnen. Bei 'Austausch!' bildet jeder Spieler zuerst innerhalb von 30 Sekunden aus einer bestimmten Anzahl Gumblocks eine Figur, die dann zwischen den Spielern ausgetauscht wird und nachgebaut werden muss. Das Duell hingegen birgt ein grosses Spielfeld mit mehreren Gumblocks. Abwechselnd werden zwei gleichfarbige Blöcke der eigenen Farbe gekoppelt und bleiben auf dem Feld liegen. Der nächste Spieler versucht nun seinerseits mindestens zwei Gumblocks seiner Farbe zu koppeln, was natürlich je länger je schwieriger wird. Wem dies alles noch nicht reicht, kann den 'Club' besuchen. Dort werden die erspielten Trophäen gehütet, und es finden sich hier mit der Zeit eine ganze Menge Sonderrätsel und Bonusaufgaben.

Während das simple Gameplay und die originellen Spielideen bei 'Denki Blocks!' begeistern können, ist die technische Umsetzung ziemlich einfach, aber zweckmässig ausgefallen. Klar, dass ihr es hauptsächlich mit einfachster Klötzchengrafik zu tun habt. Nur zwischen den Aufgaben, also vor allem in den Menüs, gibt's etwas komplexere Zeichentrick-Grafik, die allerdings extrem bunt und kindlich daher kommt und fast schon weh tut, so süss sind alle Figuren und das sonstige Design. Ähnliches gilt für die kindlichen und süssen Hintergrundmelodien. Ein grosses Lob muss hingegen zur Speicher-Batterie gesagt werden, die unauffällig im Hintergrund alle Daten und Fortschritte absichert. Ausserdem können gleich drei Speicherslots unabhängig von einander genutzt werden.

 

Fazit

von David Stöckli
Seit dem Klassiker 'Tetris' hat mich kein Puzzle-Spiel mehr so an den Game Boy gefesselt wie 'Denki Blocks!', welches mit einer gleichermassen simplen wie genialen Spielmechanik daher kommt und innerhalb von kurzer Zeit absolut süchtigmachend ist. Dabei geht es nicht mal um Geschicklichkeit oder knappe Zeitlimits - einzig Denken, Knobeln und Ausprobieren ist angesagt. Dass dabei der Umfang stimmt und viele Spielmodi für Abwechslung sorgen, kommt noch hinzu. Da fällt die allzu kindliche Aufmachung und das Fehlen eines Game Boy Advace-Link-Modus nicht wirklich schwer ins Gewicht. Wer auf Puzzle-Games steht, sollte unbedingt zugreifen und auch die anderen GBA-Zocker sollten einen Blick riskieren - aber Achtung, das 'Denki Blocks!'-Fieber wird euch innerhalb von wenigen Minuten erwischen und nicht so schnell wieder loslassen.  

Wertung

  • GBA
    91
    %

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