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Test - Dead to Rights : Dead to Rights

  • Xbox
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Lange war es angekündigt und schon vor einigen Monaten erschien es in den USA – nun ist 'Dead to Rights' für Xbox auch endlich in Europa erhältlich. Das auf den ersten Blick etwas an 'Max Payne', Hong Kong-Kinostreifen und Film Noir-Werke erinnernde Spiel von Namco verspricht cineastische, harte Action und reichlich Abwechslung.

Dead to Rights
Jack Slate und sein treuer Gefährte.

Blutige Rache
'Dead to Rights' beginnt wahrlich spektakulär: In bester 'Die Hard'-Manier beobachtet man den Helden Jack Slate, wie er alleine eine von Gangstern besetzte Bank stürmt, auf spektakuläre Weise die Fieslinge ausschaltet und nebenbei noch in letzter Sekunde Sprengstoff entschärft. Die eigentliche Handlung des Spiels entwickelt sich anhand von Story-Sequenzen zwischen und in den Kapiteln des Spiels. Die Geschichte spielt in der fiktiven ehemaligen Goldgräberstadt Grant City, die ein Hort von Kriminalität, Korruption und Gewalt ist. Ihr übernehmt die Steuerung von Polizist Jack Slate, der auf einer nächtlichen Baustelle einer Schiesserei nachgehen soll. Nachdem er einige Verbrecher zur Strecke gebracht hat, findet er zu seiner Überraschung seinen sterbenden Vater. Wutentbrannt mischt er einen Nachtclub auf und vermöbelt unzählige Schurken, um dann einen örtlichen Gangsterboss zu verhaften, der mit ihm noch eine Rechnung offen und somit ein Motiv für den Mord hat. Doch Slate wird von einem unbekannten Fiesling überwältigt, zudem wird ihm noch der Mord an dem Boss untergejubelt. Im Eilverfahren wird Slate zum Tode verurteilt und wartet in seiner Zelle auf die Hinrichtung durch den elektrischen Stuhl …

Dead to Rights
Gegner können als Schutzschild genutzt werden.

Cineastischer Actionmix
Natürlich ist das nicht das Ende, sondern erst der Anfang von Slates Rachefeldzug. Nach einer gefährlichen Flucht sucht er nach dem Mörder seines Vaters und versucht seine Unschuld zu beweisen. Insgesamt 15 Kapitel umfasst die Handlung: Ihr müsst euch durch Szenarien wie Regierungsgebäude, Hafenviertel, Frachtlager, Fabriken, Strassen, Höhlen oder gar einen Friedhof kämpfen. Bei 'Dead to Rights' handelt es sich um ein Actionspiel, bei dem ihr den Hauptcharakter aus der Thirdperson-Sicht steuert. Je nach Situation und Level tretet ihr gegen die unzähligen Feinde mit euren Fäusten an oder ihr benutzt Schusswaffen, die ihr den Gegnern abnehmt. Während die Prügelabschnitte, die etwas an Spiele wie 'Final Fight' erinnern, aufgrund der wenigen Schlagvarianten ziemlich öde ausgefallen sind, machen die Ballersequenzen deutlich mehr Spaß. Dies liegt weniger an den unterschiedlichen Waffen wie Maschinenpistolen, Schrotflinten, Pistolen, Granatwerfer, Kalaschnikows und so weiter, sondern an der zuweilen ziemlich cineastischen Inszenierung, durch die man sich zuweilen wie in einem brutalen B-Movie fühlt: Mit den Schultertasten visiert ihr einen Gegner an und könnt dann einfach auf ihn schießen, den Feind aber per Knopfdruck auch als lebendes Schutzschild benutzen, ihm die Waffe entreißen und ihn in der Bewegung damit auch noch gleich töten oder ganz wie in 'Max Payne' per Zeitlupe zur Seite hechten und in der stylischen Verlangsamung die Bösewichter abballern. Außerdem könnt ihr euch auch an Mauern pressen und diese entlang schleichen, um die Ecke hervorspringen oder hinter Gegenständen wie Kisten und Autos in Deckung gehen. Des Weiteren trefft ihr immer mal wieder auf simple Mini-Spiele, welche die Action auflockern und bei denen ihr entweder wie wild die Buttons drücken oder diese im richtigen Moment betätigen müsst – je nachdem, ob ihr ein Schloss knackt, eine Bombe entschärft, Gewichte stemmt, bei einer Wasserfolter die Luft anhaltet, ein Boxtraining absolviert oder aus der automatisch scrollenden Ego-Sicht Feinde erschießt. Stets an Jacks Seite ist übrigens sein treuer Hund zu finden, der auf Knopfdruck Feinden die Kehle durchbeißt oder in Rätseln auch hin und wieder selbst gesteuert werden darf.

Dead to Rights
Schlägerei in der Disco.

Mäßige Technik und Levelgestaltung
Was sich als durchaus spannend anhört, entpuppt sich schon bald als ziemlich öde Action: Meist säubert man nur Räume von Gegnern, holt bei einem der toten Unholde einen Schlüssel und öffnet die Tür zum nächsten Raum, Gang oder Straßenabschnitt, wo einem genau das Gleiche erwartet – dass man dabei auf unzählige auftauchende, aber keineswegs intelligent reagierende Gegner trifft, die dann auch noch alle gleich aussehen, sorgt nicht gerade für mehr Spannung. Außerdem verliert die anfangs interessante Story immer mehr an Qualität und nervt mit aus zahlreichen anderen Spielen bekannten Szenarios und 08/15-Bossen. Spätestens, wenn man auf einem kitschig wirkenden Friedhof auf Zombie-artige Clowns ballert, gleich zweimal durch öde Höhlengänge irrt und die Bürgermeisterin aus einem brennenden Hochhaus rettet, geht das Actionkrimi-Feeling gänzlich verloren. Ebenfalls Mängel finden sich im Anvisier-System, das zuweilen nicht gerade den nächsten Feind aufs Korn nimmt, und bei der hakeligen Perspektive. Auch grafisch kann 'Dead to Rights' nicht begeistern: eckige, mittelmäßig animierte Figuren, oftmals langweilige und grobe Texturen und Probleme mit der Framerate wirken nicht zeitgemäß – das ändern auch keine hübschen Partikel-, Schuss- und Spiegel-Effekte. Abgesehen von den kernigen Schussgeräuschen befindet sich der Sound mit seiner leicht uninspirierten TV-Serie-artigen Hintergrundmusik und der mäßigen englischen Sprachausgabe im Mittelfeld.

Fazit

von David Stöckli
Schade – 'Dead to Rights' hätte das Zeug zum packenden Action-Reißer gehabt, doch leider versumpfen viele gute Ansätze in der Mittelmäßigkeit. Was nützen coole cineastische Kampfmoves und harte Schiessgefechte, wenn man die meiste Zeit bloß Unmengen an gleichen Gegnern abballert, nur Schlüssel finden muss und die Bewegungs-Feinheiten gar nicht richtig nutzen kann? Auch die simplen Mini-Spiele zeigen wenig Einfallsreichtum und wirken aufgesetzt. Ebenfalls wenig begeistern kann die Story, die nach einem spannenden Anfang schnell arg abgibt und die mäßige technische Gestaltung. Aufgrund der zuweilen fast schon zelebrierten Gewaltinszenierung gehört der Titel übrigens nicht in Hände von Zartbesaiteten und Minderjährigen. Fans von harten Action-Games können einen Blick riskieren – alle anderen greifen zu besseren Genre-Vertretern.  

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