Test - Clive Barker´s Jericho : Spiel vom Altmeister des Grauens

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Clive Barker ist ein Altmeister im Horrorgenre, zeichnet er sich doch u.a. für den Film 'Hellraiser' verantwortlich und war bei weiteren Genrefilmen als Regisseur oder Drehbuchschreiber beteiligt. Im Jahr 2001 unternahm Barker seinen ersten Ausflug ins Videospielgeschäft. Sein mit produzierter Shooter 'Undying' wurde zwar seitens der Presse dank der düsteren Atmosphäre und den Schockeffekten vielfach gerühmt, die Verkaufszahlen waren letztlich aber enttäuschend. Sechs Jahre später versucht es der Meister des Horrors erneut und schickt in 'Clive Barker´s Jericho' gleich eine ganze Söldnertruppe los, um eine Höllenbrut zu vernichten.

Okkulte Kriegsführung

Jericho, so heißt im Spiel die anfangs sieben-, später sechsköpfige Heldengruppe, die vom Department für okkulte Kriegsführung zu einer Ruinenstadt mitten in einer Wüste geschickt wird. Irgendwo in der verlassenen Stadt scheint sich ein Tor zur Unterwelt geöffnet zu haben, durch das zahlreiche schreckliche Kreaturen austreten und die Gegend unsicher machen. Kaum in der Wüste angekommen, bekommt es die Jericho-Truppe dann auch sofort mit den ersten Feinden zu tun, die allesamt wie ein Abbild des Bösen aussehen und ihren Zweck als Teufelsgestalten erfüllen.

Leider bleibt das Storyverständnis des Spieles mehr als ungenügend. Selbst wer sich anstrengt, wird durch die wenigen Dialoge oder die kurzen Missionstexte während der häufigen Ladepausen kaum herausbekommen, um was es in der Wüstenstadt wirklich geht. Nur selten dreht die Geschichte für einige Minuten mal auf und erzeugt so etwas wie einen Spannungsbogen. Doch warum das Jericho-Team dann plötzlich Seite an Seite mit deutschen Weltkriegssoldaten oder mit den Templern kämpft, klärt das Spiel nicht hinreichend auf.

Wiederholung ist Trumpf

Immerhin lockern die Zeitsprünge zurück in die Geschichte das ansonsten arg monotone Leveldesign etwas auf. Fast durchgehend lauft ihr mit euren Helden über eng abgesteckte Wege oder durch schmale Gänge. Mitunter hat man den Eindruck, dass man einfach nur in großen Umwegen und vielen Schleifen durch das Missionsgebiet geschickt wird, ohne die Möglichkeit, Alternativrouten zu wählen oder mal abseits der Wege etwas Platz zu haben. Besonders die Einsätze unter freiem Himmel spielen sich so auf Dauer arg monoton, zumal auch die Angriffsmuster der Feinde stets dieselben sind. Alle paar Meter werdet ihr von einer Horde Gegner angegriffen, die für einige Zeit ständig respawnen. Nach mehreren auf Dauer langweiligen Kampfminuten dürft ihr ein Stück weiter durch die Levelschläuche wandern, bis sich das Schauspiel von vorne wiederholt.

Da fast alle Feindattacken vorhersehbar sind, kommt echte Gruselstimmung selbst in den dunklen Gängen verlassener Gebäude nicht auf, auch Schockmomente konnten wir nicht feststellen. Stattdessen steht die Shooter-Action klar im Vordergrund, daneben müsst ihr gelegentlich ein paar fiese QuickTimeEvents überstehen.

Held wechsel Dich

Die Kämpfe profitieren von den sechs unterschiedlichen Charakteren. Auf Knopfdruck dürft ihr zwischen den Helden stets hin und herspringen, was im Eifer des Gefechtes aber oft mehr Verwirrung stiftet, als das es hilft. Nötig ist der Wechsel des aktiven Helden nur dann, wenn eine bestimmte Fähigkeit für eine der seltenen Rätsel benötigt wird. Jeder der Teammitglieder besitzt nämlich nicht nur zwei unterschiedlichen Waffen, sondern kann auch diverse übernatürliche Fähigkeiten ausführen. Dazu gehört beispielsweise ein Feuerschild oder die Möglichkeit, mittels Telekinese einen Feind für kurze Zeit zu übernehmen.

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