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Test - Chaos Rings : Fingerchaos

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Der Rollenspielmarkt hat sich in der jüngsten Vergangenheit immer weiter verschoben. Wurden japanische Rollenspiele vor einiger Zeit noch frenetisch auf den Konsolen gefeiert, sind es heutzutage Serien wie Monster Hunter, die speziell auf Handhelds großen Anklang finden. Square Enix hat den Trend frühzeitig erkannt und beliebte Klassiker wie Chrono Trigger oder Final Fantasy IV für Smartphones portiert. Mit Chaos Rings wagt Square den Versuch, ein Rollenspiel speziell für Smartphones zu veröffentlichen. Wir haben uns den Titel nun in der Windows-Phone-Version näher angesehen.

Die Geschichte von Chaos Rings ist schnell erzählt: Als Protagonist werdet ihr zu einem mysteriösen Ort namens Ark Arena gerufen, wo ihr euch diversen Kriegern stellt. Verliert ihr, winkt euch der Tod – während dem Sieger ewiges Leben bevorsteht. Warum diese Art von „Turnier“ abgehalten wird oder wie ihr oder eure Kontrahenten in die Ark Arena gelangt seid, bleibt zunächst ein Rätsel. Die Ark Arena ist jedoch nicht, wie zunächst vermutet, ein großer Kampfplatz, sondern eine Art Knotenpunkt, der als Zugang zu diversen Dungeons dient. In diesen müsst ihr euch bewähren und für große Kämpfe rüsten.

Gemeinsam seid ihr stark

Bevor ihr das Spiel startet, steht die Wahl zwischen zwei Charaktergruppen an. Die Entscheidung beeinflusst dabei sowohl den Handlungsstrang als auch den Partner, den ihr in der Ark Arena zugeteilt bekommt. Insgesamt werdet ihr in Chaos Rings acht Persönlichkeiten spielen können, die jeweils mit einer eigenen Geschichte und Fähigkeiten aufwarten. Habt ihr euch für eine Gruppe entschieden, geht es nach einer kurzen Einleitungssequenz in den ersten Dungeon. Gekämpft wird ganz nach den großen Vorbildern in rundenbasierter Form. Im Kampfbildschirm offenbart sich auch gleich der erste große frische Ansatz: Bevor ihr euren Zug startet, könnt ihr euch entscheiden, ob ihr einen Solo- oder Paarangriff ausführen wollt.

Paarangriffe ermöglichen es den Charakteren, mehr Schaden zu verursachen. Allerdings hat diese Variante den Nachteil, dass gegnerische Angriffe jedes Gruppenmitglied treffen. Somit gilt es, taktisch vorzugehen und für jeden Gegnertyp die passende Angriffsart zu wählen. Seid ihr aus diversen Zufallskämpfen siegreich hervorgegangen, bekommt ihr neben Geld auch Magiefähigkeiten namens „Genes“. Welche Art „Genes“ ihr erhaltet, hängt von den zuvor besiegten Gegnern ab. Habt ihr beispielsweise ein Wesen des Wasserelements niedergestreckt, stehen die Chancen nicht schlecht, ein Wasser-“Gene“ zu erhalten. Damit könnt ihr wiederum Feuergegner effektiver bekämpfen.

Mehr Dungeon-Crawler als Rollenspiel

Bei einem Smartphone-Titel spielt natürlich auch die Steuerung eine wichtige Rolle. In diesem Bereich gebührt Square Enix Lob, der Entwickler ermöglicht in Chaos Rings eine überraschend gute und präzise Eingabe über den Touchscreen. Daher ist es besonders schade, dass gerade auf technischer Ebene einige Makel auffallen. Neben Musikaussetzern trüben auch Bildrateneinbrüche den Spielspaß. Zudem ist der Titel nur mit englischen Texten spielbar und setzt ausschließlich auf eine japanische Sprachausgabe. Das verwundert uns, gibt es doch bereits seit geraumer Zeit eine textlich voll lokalisierte Version für Apples App-Store.

Dadurch hat sich bei uns der Verdacht erhärtet, dass die Windows-Phone-Version auf der PlayStation-Mobile-Fassung basiert, die bekannterweise unter technischen Mängeln leidet. Darüber hinaus hat Chaos Rings bis auf die streckenweise ansprechenden Kämpfe mit einem vollwertigen Rollenspiel nicht sonderlich viel gemein. Erwartet keine neuen Orte oder Städte, die euch in der Geschichte voranbringen und das Kaufen neuer Ausrüstungen erlauben würden. Hier gilt es, den Kämpfen in Dungeons zu frönen, um anschließend im Level aufzusteigen und dem nächsten Levelboss gegenüberzutrten.

Das ist völlig in Ordnung, wenn man bedenkt, dass es sich bei Chaos Rings um einen Smartphone-Titel handelt. Spielt ihr es auch wie eins, also in kurzen Zehn-Minuten-Häppchen, werdet ihr damit sicherlich euren Spaß haben. Wollt ihr den Titel jedoch wie ein waschechtes japanisches Rollenspiel erleben, bringen euch die nach einiger Zeit stark monoton werdenden Zufallskämpfe trotz vielschichtigen Kampfsystems schnell um den Spaß.

Fazit

Ilyass Alaoui - Portraitvon Ilyass Alaoui

Chaos Rings kann begeistern, wenn die Erwartungen an den Titel heruntergeschraubt werden. Erwartet kein Rollenspiel à la Final Fantasy, das euch eine epische Welt und fesselnde Handlung präsentiert. In Chaos Rings sollte die Aufmerksamkeit ausschließlich auf dem Kampfsystem liegen. Hier wird euch vielschichtige und vor allem taktische Tiefe geboten, die je nach Boss für eine gehörige Portion Spannung sorgen kann. Zwar sollte man auch die Tatsache lobend erwähnen, dass euch mit acht Charakteren insgesamt vier verschiedene Handlungsstränge geboten werden, schnell wird jedoch klar, dass die Geschichte eine eher untergeordnete Rolle spielt. Solltet ihr jedoch Fans von Titeln mit anspruchsvollen und taktischen Kämpfen sein und auf eine fesselnde Handlung weniger wert legen, werdet ihr mit Chaos Rings nicht viel falsch machen.

Überblick

Pro

  • frisches und taktisch tief greifendes Kampfsystem
  • überraschend gute Touch-Steuerung
  • schöne Optik
  • Musik weiß zu gefallen
  • verschiedene Schwierigkeitsgrade

Contra

  • belanglose Handlung
  • Rätsel wenig kreativ
  • technisch einige Makel
  • über längere Dauer zu monoton

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