Test - Call of Duty: Modern Warfare : Test: Imposante Rückkehr

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Ein moderner Anstrich

Für Call of Duty: Modern Warfare stampft Entwickler Infinity Ward eine neue Grafik-Engine aus dem Boden, die endlich für einen zeitgemäßen optischen Anstrich sorgt. Gerade die Charaktere sehen in den Zwischensequenzen fast schon lebensecht aus. Die Soundkulisse wurde ebenfalls deutlich überarbeitet und verändert sich je nach Position und Umgebung, was nicht nur beeindruckend klingt, sondern auch hilft, um die Position von Feinden zu orten. Sämtliche Waffen klingen so dermaßen wuchtig, dass gerade bei Spielern mit gescheiter Heimkino-Ausstattung die Wände zittern.

Mit der neuen Engine im Schlepptau ändert sich aber auch das Gameplay, was vor allen Dingen den Mehrspielermodus beeinflusst. Projektile penetrieren Oberflächen je nach Kaliber unterschiedlich stark. Der Rückstoß wurde durch die Bank weg erhöht, was das Handling zwar Anfangs etwas erschwert, aber auch ein größeres Gefühl von Power vermittelt. Die neue Mounting-Funktion ist eine Neuinterpretation des klassischen Neigens des Oberkörpers:  Stattdessen lehnt ihr euch an Mauern an, um dadurch ruhiger zu zielen, ohne selbst ein leichtes Ziel abzugeben.

Call of Duty: Modern Warfare fühlt sich moderner an, ohne die eigene Herkunft zu verleugnen. Das Spieltempo ist etwas langsamer, bietet aber immer noch die actiongeladene Call-of-Duty-Erfahrung, die seit Call of Duty 4: Modern Warfare zum Markenzeichen der Reihe wurde. Gerade wem der Multiplayer der vergangenen Call-of-Duty-Ableger zu hektisch war, könnte in diesem Jahr wieder Blut lecken.

Kleine Gefechte und epische Schlachten

Was den Mehrspielermodus betrifft, ist Call of Duty: Modern Warfare ein Spagat aus vertrauten Elementen und neuen Einflüssen. So gibt es viele klassische Spielvarianten von Team Deathmatch über "Herrschaft" bis hin zu "Abschuss bestätigt". Es gibt mit Cyber Attack auch einen neuen taktisch anspruchsvollen Modus, der "suchen und zerstören" mit "Erobere die Flagge" kreuzt. Wiedereinstiege gibt es hier in den Runden nicht, Teamkameraden lassen sich jedoch wiederbeleben. Löscht ihr das gegnerische Team aus, geht der Punkt an euch. Alternativ könnt ihr auch eine Bombe aufsammeln und damit ein gegnerisches Objekt in die Luft sprengen, beziehungsweise das feindliche Team daran hindern.

Dazu gesellen sich weitere fundamentale Neuerungen: Da wäre zum Beispiel Feuergefecht. In diesem Modus erlebt ihr kurze Matches mit einem weiteren Spieler im Team. Von diesem Modus gibt es zwei Varianten: Einmal werden die Waffen pro Runde zufällig zugelost und ihr müsst mit dem arbeiten, was das Spiel euch vorgibt. In der anderen Variante sammelt ihr Waffen in der Umgebung auf. Diese kurzen aber intensiven Gefechte sind puristischer als die klassische Mehrspielervarianten. Das wird nicht jedem gefallen, wer aber auf kompetitive Shooter-Einlagen steht, wird hier bestimmt glücklich.

Wer hingegen deutlich mehr Radau braucht, für den gibt es Bodenkrieg. Diese weitläufigen Schlachten schrauben die Spielerzahlen pro Match kräftig in die Höhe, sodass Call-of-Duty-Spieler schon fast in Battlefield-Sphären schweben. Entsprechend chaotisch geht es auf dem Schlachtfeld zu, besonders da ihr euch ans Steuer verschiedener Fahrzeuge wie Quads oder sogar Panzer klemmen dürft und mit Hubschraubern den Luftraum erobert.

Vier Spieler werden in Squads aufgeteilt und steigen auf Wunsch nach dem Ableben bei den Squad-Kollegen wieder ins Spiel ein. Bei dem Kampf um die einnehmbaren Punkte auf der Karte fehlt eigentlich nur noch die Frostbite-typische Zerstörungsorgie. Aber auch ohne schlägt sich Call of Duty: Modern Warfare im größeren Rahmen beachtlich. Zusammen mit speziellen Nachtsichtgerät-Matches und Realismus-Modi für mehr Authentizität präsentiert sich der Shooter vollgepackt.

So viel Auswahl

Besonders schön ist die Tatsache, dass das Spiel zur Veröffentlichung mit 17 Karten ausgeliefert wird. Insgesamt sind es 21, aber vier Schauplätze werden lediglich in einer Nachtversion wiederverwertet. Sieben davon sind primär für Feuergefecht gedacht. Aber wer mal den Wahnsinn auf die Spitze treiben möchte, kann im Custom Game auch Team Deathmatch auf den kleinen Feuergefecht-Karten spielen, was dann ein bisschen an Moorhuhn erinnert, aber durchaus witzig sein kann. Die Custom-Games-Einstellungen sind ohnehin reichhaltig. Von der Punktezahl pro Kill, über Friendly Fire bis hin zu Spawn-Schutz dürft ihr jede Menge Optionen anpassen, um eigene Matchvarianten zu erstellen, die ihr dann sogar abspeichern könnt.

Was es nicht mehr gibt, ist das klassische Prestige-System. Habt ihr die Maximalstufe erreicht, levelt ihr die Offiziersränge. Das saisonale Levelsystem wird mit Ankunft einer jeden neuen Season zurückgesetzt. Damit das Leveln in diesem Jahr etwas leichter fällt, lassen sich Mehrspieler-Herausforderungen erfüllen. Dabei handelt es sich um eine Reihe verschiedener Aufgaben, die unter anderem mit Erfahrungspunkten belohnen, aber auch neue Embleme oder anderen Schnickschnack freischalten.

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