Test - Boogie : Mäßige Partystimmung mit Boogie-Woogie

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Fangen wir ganz von vorne an: Bereits zu Beginn des Spiels drängt sich das Gefühl auf, dass Electronic Arts mit 'Boogie' eine recht junge Zielgruppe im Auge hat. Alles ist kunterbunt, abgedrehte Figuren und pseudocoole Sprüche sorgen bei Zockern der älteren Generation zunächst für Stirnrunzeln. Aber okay, dass soll uns nicht abschrecken, denn eine kindliche Präsentation schließt ja ein unterhaltsames Spiel nicht zwangsläufig aus. Ihr wählt zunächst einen von insgesamt fünf Charakteren aus, die von einer quirligen Raubkatze bis hin zur hüftschwingenden Tänzerin eine recht skurrile Bandbreite abdecken. Zudem gibt es einen Editor, mit dessen Hilfe ihr euren Favoriten weiter ausstaffieren könnt. Einen Großteil der dort vorhandenen Accessoires müsst ihr jedoch zunächst durch Erfolge im eigentlichen Spiel freischalten. Das alles ist freilich nur Kosmetik, denn Unterschiede ergeben sich durch die Charakterwahl nur wenig – spielerisch gesehen sogar überhaupt keine. Der Unterschied besteht neben den angepassten Animationen in der Auswahl aus verschiedenen Tanzstilen, die allerdings nur etwas fürs Auge sind – das war es auch schon.

Schwing die Hüfte ... äh ... das Gamepad

Habt ihr diesen Part hinter euch gebracht, steht erst mal eine kurze Trainingsrunde auf dem Programm – und zwar bei jedem neuen Profil, das ihr erstellt. Das ist etwas nervig. Anhand einiger praktischer und recht anschaulich inszenierter Beispiele lernt ihr die Steuerung von 'Boogie' kennen. Die ist prinzipiell ziemlich simpel gestrickt: Ihr drückt im Takt bestimmte Knöpfe auf dem PS2-Controller bzw. schwingt mit dem Stylus in die vorgegebenen Richtungen über den DS-Touchscreen, was euch Punkte aufs Konto spült und gleichzeitig eine Energieleiste füllt – die Boogie-Power. Habt ihr genügend davon gesammelt, aktiviert ihr per Knopfdruck einen Special-Move. Das klingt aufregender, als es sich in der Praxis gestaltet: War schon die Wii-Version nicht sonderlich anspruchsvoll oder herausfordernd, gestaltet sich das Spielgeschehen auf der PlayStation 2 und dem DS sogar noch einen Tick einfacher. Spieltiefe sucht ihr ebenso vergeblich wie besonders komplizierte Manöver, die mehr als simples Timing und etwas Rhythmusgefühl von euch verlangen. Man muss jedoch zugestehen, dass dieser Prozess am Touchscreen des DS etwas mehr Spaß macht als die Knöpfchendrückerei am PS2-Controller.

Eine weitere Möglichkeit, um an Punkte zu kommen, ist das so genannte Posen. Ebenfalls per Knopfdruck aktiviert, verharrt der Tänzer auf der Stelle und ihr müsst per Analog-Stick und Wiimote den Blick der Figur auf eine Zielscheibe lenken. Klingt im ersten Moment recht nett, ist aber nervige Fummelarbeit und bremst den Spielfluss. Etwas besser gelöst ist das Einsammeln von Power-ups und Extramünzen. Hin und wieder tauchen auf der Tanzfläche bunte Figuren auf, zu denen ihr "hintanzen" müsst. Dann erhaltet ihr beispielsweise einen ordentlichen Schuss Boogie-Power oder einen Punktemultiplikator. Geschickt eingesetzt lassen sich auf diesem Weg rasch neue Highscores aufstellen. Wirklich taktisch wird das Spielgeschehen von den Power-ups allerdings nicht geprägt.

Apropos geprägt: Ein prägendes Erlebnis hat die Karaoke-Funktion bei unseren Testläufen hinterlassen. Über ein angestecktes Mikrofon könnt ihr in der Heimversion bei den entsprechenden Passagen der Lieder mitsingen. Nett gemeint, doch wie schon bei 'SingStar' könnt ihr diese Funktion mit mehr oder weniger engagiertem Summen austricksen – Chance vertan. Die DS-Version kommt erwartungsgemäß ohne diese Funktion aus und konzentriert sich auf den Tanzmodus. Einerseits mag das schade sein, doch angesichts der unausgereiften Karaoke-Funktion der “großen“ Fassung ist das locker zu verschmerzen. Zum Ausgleich gibt es in der Handheld-Version einige nette Minispiele (Lichter antippen und Ähnliches), die jedoch ebenfalls kaum Spieltiefe oder gar Abwechslung ins Geschehen bringen.

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